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Vormarsch in Mali

Kaum Widerstand - Angst vor Landminen

  • Video Bemerkenswert widerstandslos
  • Video Mali: Eindrücke aus der Stadt Konna
  • Video Eine malische Familie auf der Flucht
  • Video EU-Expertin: Mali braucht Lebensmittel
  • VideoBemerkenswert widerstandslos

    "Es gibt wieder Sonne in Timbuktu!" Die Stimmung in der Wüstenstadt ist einhellig, die französischen Soldaten werden als Befreier, als "Erlöser" gefeiert. Dabei wundern sich nicht nur die Franzosen insgeheim, dass der Vormarsch auf so gut wie keinen Widerstand stößt.

    (28.01.2013)
    VideoMali: Eindrücke aus der Stadt Konna

    In Mali halten die Kämpfe an. Die Islamisten werden weiter in den Norden des Landes zurückgedrängt. Neben Diabali wurde auch die strategisch wichtige Stadt Konna von Regierungstruppen zurückerobert.

    (27.01.2013)
    VideoEine malische Familie auf der Flucht

    Unser Reporter Tim Kröger hat eine Familie getroffen, die vor der Gewalt in ihrer Heimatstadt Timbuktu ins südliche Sègou geflohen ist.

    (26.01.2013)
    VideoEU-Expertin: Mali braucht Lebensmittel

    In Mali herrscht akute Lebensmittelknappheit, sagt Kristalina Georgiewa, EU-Kommissarin für Humanitäre Hilfe. Auch von Verletzungen der Menschenrechte ist die Rede. Politisch sei das Land auf Abwegen.

    (25.01.2013)

    Französische und afrikanische Truppen rücken in Mali weiter nach Norden vor. Nach Gao haben sie mittlerweile auch die Wüstenstadt Timbuktu unter ihrer Kontrolle. Die Islamisten sind geflohen - nicht ohne vorher noch eine wertvolle Bibliothek zu zerstören. 

    30.000 wertvolle Handschriften sind verloren, sagt der Bürgermeister Timbuktus - in Brand gesteckt von islamistischen Milizen, bevor sie flohen. Der französische Auslandssender RFI berichtete, die Tuareg-Miliz MNLA habe die Stadt Kidal im äußersten Norden eingenommen.


    Angst vor Gegenoffensive

    Mit Gao, Timbuktu und Kidal hätten die internationalen Truppen die wichtigsten Städte im Norden Malis unter Kontrolle. Nach Informationen von RFI fuhren die Tuareg mit etwa 30 Fahrzeugen in Kidal ein, ohne auf Widerstand zu stoßen. Allerdings fürchte man eine Gegenoffensive der Islamisten, die im Norden einen Gottesstaat errichten wollten. Die Tuareg-Organisation MNLA hatte zunächst an der Seite der Islamisten gekämpft und im Frühjahr 2012 den Norden für unabhängig erklärt. Später widersetzte sie sich aber der Einführung der Scharia und erklärte, an der Seite der französischen Interventionstruppen zu kämpfen.

    Karte von Mali / Quelle: ZDF

    Karte von Mali
    Quelle: ZDF


    An den Militäroperationen in Timbuktu waren neben Soldaten aus Mali auch Soldaten aus benachbarten Ländern beteiligt, von denen 1.750 Mann bereits im Land sind. Die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) hat die Entsendung von 3.300 Mann nach Mali zugesagt, der Tschad wollte zusätzlich 2.000 Soldaten schicken.

    Westerwelle: Werden Beitrag leisten

    Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) begrüßte, dass die Übergangsregierung von Mali einen Fahrplan für die Rückkehr zur Demokratie beschlossen hat. Die Regierung, die nach einem Militärputsch Ende März ins Amt kam, kontrollierte bis zum Vorrücken der Truppen nur den Süden des Landes. "Die notwendigen militärischen Operationen, die mehr und mehr in afrikanischer Hand liegen, müssen jetzt mit den politischen Handlungssträngen verknüpft werden", sagte Westerwelle. Auf der Geberkonferenz zu Mali an diesem Dienstag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba werde Deutschland zusammen mit der EU einen substanziellen finanziellen Beitrag für eine afrikanische Schutztruppe leisten.

    Der vor den Islamisten aus Timbuktu geflohene Bürgermeister Halle Ousmane Cissé sagte der BBC, nach "sehr glaubwürdigen" Berichten hätten die Islamisten wertvolle alte Handschriften in Timbuktu verbrannt. Auch Häuser mehrerer Regierungsangestellter seien in Brand gesteckt worden. Ein Mann sei getötet worden, als er den Vormarsch der französischen Truppen feierte.


    UNESCO: Keinen eigenen Informanten

    Die UN-Kulturorganisation UNESCO äußerte sich besorgt. "Wir hoffen, dass wir sobald wie möglich eine Expertenmission nach Mali schicken können, um uns ein genaues Bild vom Ausmaß der Schäden zu machen", sagte Roni Amelan, Sprecher der UN-Organisation in Paris. "Wir haben derzeit niemanden am Ort, der uns genaue Informationen liefern kann", sagte Amelan.


    Timbuktu war einst ein geistiges Zentrum des Islams und der islamischen Wissenschaften mit rund 20.000 Studenten. "Sobald wir das Ausmaß der Schäden kennen, werden wir einen Plan zur Restaurierung und Erhaltung der Welterbe-Stätten machen", sagte Amelan. Timbuktu wird auch "Perle der Wüste" genannt, es liegt rund 700 Kilometer nordöstlich der malischen Hauptstadt Bamako. Neben drei großen Moscheen gibt es in der historischen Wüstenstadt mit 55.000 Einwohnern jahrhundertealte Friedhöfe und Mausoleen. Seit 1988 zählen sie zum Weltkulturerbe der UNESCO; 2012 hatten die Islamisten jedoch mehrere geschützte Heiligengräber in der Altstadt zerstört.

    28.01.2013, Quelle: dpa, epd
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