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19.06.2013

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Computersteuerung im Auto

Keine Lizenz zum Dösen: Pilotiert fahren

  • Bild So sehen die Testfahrzeuge aus
  • BildSo sehen die Testfahrzeuge aus
    (Quelle: dpa)

    Das Auto, das alleine fährt, rückt näher: Auch Audi hat vom US-Staat Nevada die Lizenz für den Betrieb von computergesteuerten Fahrzeugen erhalten. Friedlich hinter dem Lenkrad dösen ist trotzdem nicht drin: In den Autos müssen Fahrer mit einem Führerschein sitzen. 

    Audi darf sich jetzt mit seinen Test-Fahrzeugen, mit denen das "pilotierte Fahren" erprobt wird, auf den öffentlichen Straßen in Nevada bewegen. Das teilte Ricky Hudi, Leiter Entwicklung Elektrik/Elektronik bei Audi, auf der Elektronikmesse CES International in Las Vegas mit. Allerdings müssen in den Autos auch Fahrer mit einem gültigen Führerschein sitzen, die bei Bedarf steuernd eingreifen können. Vor Audi hat Nevada solche Lizenzen bereits an Google und den Automobilzulieferer Continental vergeben.

    Vorbild Luftfahrt

    Dabei geht es den meisten Automobilkonzernen nicht in erster Linie um die Vision eines selbst fahrenden Wagens. Auto fahren soll noch sicherer und bequemer werden. "Das pilotierte Fahren ist noch in diesem Jahrzehnt technisch realisierbar", sagte Audi-Entwicklungschef Wolfgang Dürheimer auf der CES. Er erwartet, dass in Japan zuerst computergesteuerte Autos betrieben werden, wo der Verkehr in den Großstädten von Staus und der Suche nach einem Parkplatz geprägt ist.

    Die Ingenieure sprechen bewusst nicht von "selbst fahrenden" oder "autonomen Autos", sondern wählen mit dem Begriff des "pilotierten Fahrens" eine Metapher aus der Luftfahrt. Die Verantwortung bleibt beim Piloten - und wer Spaß am Steuer hat, fährt eben selbst.

    Warnen bei Gefahr

    Auf der CES zeigten Autohersteller ihre Systeme, mit denen Autos gefährliche Situationen computergestützt erkennen können. Bei Audi sieht beispielsweise eine Software die Begrenzungslinien der Fahrspuren und den Kurs des Autos. Falls sich der Wagen einer Linie annähert, ohne zu blinken, hilft das System dem Fahrer mit dezenten Lenkeingriffen, in die Spur zurückzusteuern. Der Fahrer kann selbst festlegen, wie früh der Eingriff erfolgen und ob es eine Vibration am Lenkrad geben soll.


    Andere Systeme überwachen den Verkehr vor dem Auto und warnen den Fahrer mit akustischen und optischen Signalen vor einem Auffahrunfall. Wenn der Fahrer nicht reagiert, bremst der Wagen. Und falls eine Kollision nicht mehr zu vermeiden sein sollte, versucht das System, zumindest die Aufprallgeschwindigkeit zu verringern, um mit der Straffung der Gurte die Folgen des Unfalls zu mindern.

    Einparken mit Smartphone

    Links
    Das nächste "dicke Ding"
    CES 2013: Ende einer Ära
    In einem Stau können die computergestützten Autos komplett die Kontrolle über Lenkrad, Gaspedal und Bremse übernehmen. Bei Audi wertet die "Adaptive Cruise Control mit Stop & Go-Funktion" die Daten von beinahe 30 Steuergeräten aus, um das gesamte Umfeld des Fahrzeugs zu analysieren. Diese Sensoren kommen auch bei den Park-Hilfe-Systemen zum Einsatz, bei denen das Auto selbst das Kurbeln am Lenkrad übernimmt.

    Soll das Auto in eine besonders enge Lücke eingeparkt werden, kann der Fahrer vor dem Einparken bequem aus dem Auto aussteigen und es per Funkschlüssel oder Smartphone anweisen, selbstständig einzuparken. Audi will diese neue Version des "pilotieren Fahrens" mit dem nächsten A8 einführen, der 2015 erwartet wird.

    Die großen Trends auf der CES 2013

    4K statt HD

    Geht’s nach den Herstellern, brauchen wir bald neue Fernseher: "Ultra High Definition TV" schafft die vier- ("4K") oder gar achtfache ("8K)" Auflösung eines HD-Fernsehers. Mit umwerfenden Erfolg: Selbst kleinste Details sind am Schirm sichtbar und erzeugen ein nahezu naturgetreues Bild.

    Allerdings ergibt die 4K-Auflösung erst ab 70 Zoll Sinn - und das ist richtig teuer. Der Preis liegt bei 20.000 Euro aufwärts - und es gibt noch kein Programm. Sony, LG, Panasonic und Samsung werden auf der Messe ihre Topmodelle präsentieren, Hersteller Westinghouse hat bereits ein 110-Zoll-Modell auf den Markt gebracht.

    Durchsichtige Fernseher

    Die leuchtstarken OLED-Bildschirme überzeugen nicht nur mit brillanten Farben, sondern lassen sich auch zu superdünnen Displays verbauen. Toshiba und Samsung werden auf der CES neue Modelle vorstellen: Der dünnste Schirm ist in etwa so flach wie drei gestapelte Kreditkarten. Noch weiter geht Samsung, die auf der CES ein durchsichtiges OLED-TV-Display enthüllen wollen. Ob das Gerät allerdings in Bälde Serienreife erlangen wird, darf bezweifelt werden.

    Windows 8 überall

    Seit 1995 galt die CES als Microsofts Hausmesse: Hier kündigten Bill Gates und Steve Ballmer neue Windows- und Office-Produkte an. Doch mit letztem Jahr hat sich Microsoft von der Show verabschiedet. Stattdessen hält Paul Jacobs, Chef des Chip-Herstellers Qualcomm, die Eröffnungs-Ansprache. So ganz ist Windows 8 allerdings nicht von der Messe verschwunden: Vizio, MSI, LG und Lenovo stellen neue Tablets, Tablet-Notebook-Hybrid-Geräte und All-in-One-PCs mit Windows-8-Betriebssystem vor.

    Biegsame Smartphones

    Für Aufregung könnte Samsungs biegsames Display sorgen: Der Flexi-Farbbildschirm soll wahrscheinlich in einem Handy verbaut werden. Auch Samsungs Handy-Flaggschiff, das "Galaxy S4", soll hinter verschlossenen Türen gezeigt werden. Laut Analysten soll die iPhone-Konkurrenz bereits April erscheinen. Weitere große Handy-Neuerungen wird es allerdings erst im Februar auf dem "World Mobile Congress" in Barcelona zu sehen geben.

    Koppelbare Tablets

    Neben einer Schwemme günstiger Android-Tablet werden auf der CES neue Hybrid-Laptops erwartet. Bei diesen Notebooks lässt sich der Bildschirm abkoppeln und anschließend als Tablet nutzen - praktisch für Vielreisende, Präsentatoren oder Ärzte. Lenovo stellte mit dem "Yoga" letztes Jahr ein solches Tablet vor.

    Der zweite Bildschirm

    Auf Technikmessen wird häufig über den "Second Screen" gesprochen. Gemeint ist alles, was auf Smartphones und Tablets passiert, während man fernsieht: Üblicherweise wird auf Tablet, Smartphone oder Laptop im Netz nach Schauspielern nachgeschlagen, Mails oder Twitter-Meldungen versendet oder das Fußballspiel live auf Facebook kommentiert. Die meisten Menschen nutzen dazu Social Networks, allerdings nutzen die wenigsten Fernsehstationen oder Blu-Ray-Hersteller den "Second Screen". Hier könnte es auf der CES einige Überraschungen geben

    Mehr Elektronik im Auto

    Ford, Toyota, Hyundai, Audi präsentieren auf der CES, wie Technologie unsere Autos smarter machen sollen. Toyota und Audi werden ihre ersten selbstfahrenden Modelle vorstellen, die mit GPS, Kameras und Distanz-Sensoren dem Fahrer das Steuern abnehmen sollen. Allerdings sind diese Modelle noch Jahre von der Serienreife entfernt.

    09.01.2013, Quelle: dpa
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