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Bahlsen-Krimi
Kekse!
VideoKrümelmonster klaut Firmenlogo
"Wir wollen den Keks zurück" - Bahlsen appelliert an die Diebe des Firmenlogos, den vergoldeten Riesen-Leibnizkeks wieder rauszurücken. Die Polizei geht dem Verdacht der Erpressung nach. Der Kekshersteller versichert: Die Sache sei kein Marketing-Gag.
"Dieser Keks ist für unser Haus ein Symbol", sagt Werner M. Bahlsen und fordert die Langfinger auf, den vergoldeten Riesenkeks zurückzugeben. "Wir lassen uns nicht erpressen", stellte Bahlsen klar. Am Dienstag war ein Bekennerschreiben mit der Forderung aufgetaucht, ein Kinderkrankenhaus mit Keksen zu versorgen, um das Firmenwahrzeichen zurückzubekommen. Der 100 Jahre alte vergoldete Keks war von der Außenfassade des Stammhauses entwendet worden.Trittbrettfahrer?Die Polizei Hannover geht dem Verdacht der versuchten Erpressung nach: Dem Schreiben, das am Dienstag bei Bahlsen und bei der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" eintraf, war ein Foto beigelegt: Es zeigt eine Person im Krümelmonster-Kostüm, das in einen riesigen goldenen Leibniz Keks beißt. Die Spezialisten der Polizeidirektion Hannover prüfen derzeit, ob es sich um eine Fotomontage handelt. "Das wird noch einige Tage dauern", sagt Polizeisprecherin Jacobe Heers. Noch sei unklar, ob die wahren Keks-Diebe oder Trittbrettfahrer das Schreiben verfasst hätten.In dem aus Zeitungsschlagzeilen zusammengeschnipselten Drohbrief verlangt das Krümelmonster, allen Kindern im hannoverschen Kinder-Krankenhaus Kekse zu schenken - "aer die mit Vollmilch". Die 1.000 Euro Belohnung, die Bahlsen zur Ergreifung des Keks-Diebes ausgesetzt hat, sollen zudem an ein Tierheim gespendet werden."Es ist eine Straftat"Ist der Keks-Dieb mit sozialer Ader also etwa eine Art moderner Robin Hood? Foppt er gar die Polizei wie vor 20 Jahren Kaufhaus-Erpresser "Dagobert"? Im Internet wird bereits heftig über die Identität des schielenden Krümelmonsters diskutiert, das auf dem Foto eigentlich ein wenig an Kermit, den Frosch erinnert.So absurd das alles scheint: Unternehmenschef Werner M. Bahlsen ist nicht zum Lachen zumute. "Es ist eine Straftat. Wir wollen, dass die Sache aufgeklärt wird", sagt der 63-Jährige in die Mikrofone und Kameras der Journalisten.Bahlsen: Kein Marketing-GagErst vor kurzem geriet Bahlsen in die Schlagzeilen, als das Unternehmen zunächst das Aus seiner Weihnachtsgebäck-Produktion verkündete - und sie nach Kundenprotesten wieder zurücknahm. Ist der Diebstahl womöglich eine von der Firma eingefädelte Marketing-Aktion? "Das ist Unsinn. Wir sind ein seriöses Unternehmen. Mit solchen Dingen würden wir nicht scherzen", sagt Bahlsen.Auf die Forderungen des Krümelmonsters werde er nicht eingehen. Erst müsse das Kunstwerk zurückgegeben werden. "Wir werden danach eine sehr wichtige soziale Aktion starten, aber wir lassen uns nicht erpressen." So wird der Keks-Krimi aus Hannover fortgesetzt.Die Polizei prüft Zeugenhinweise, wonach am 11. Januar in den frühen Nachmittagsstunden der goldene Keks abgeschraubt wurde. Zwei Männer in dunkler Handwerkerkleidung wurden dabei beobachtet. Es gibt Hoffnung auf ein Wiedersehen mit dem Markenzeichen. Vor drei Jahren hatte der mysteriöse Diebstahl der Kultfigur aus dem Kinderkanal "Bernd das Brot" in Erfurt übrigens ähnlich viele Schlagzeilen gemacht. Nach zwei Wochen tauchte "Bernd das Brot" wieder auf.


