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Deutsche-Bank-Gewinn eingebrochen
Kulturwandel soll Bilanz aufhübschen
VideoDeutsche Bank mit Milliardenverlusten
VideoFitschen: Wandel schmerzhaft, aber nötig
Fitschen: Wandel schmerzhaft, aber nötig
von Michael BraunDer Vorstand der Deutschen Bank hat dem Institut einen langfristigen Strategiewechsel verordnet. Ziele sind weniger Risiko und mehr Integrität. Doch der Umbau des Konzerns lässt zunächst einmal den Gewinn sinken. Der brach im vergangenen Geschäftsjahr um mehr als 85 Prozent ein.Das Gute an den schlechten Zahlen der Deutschen Bank: Sie rühren nicht vom laufenden Geschäft her, sondern von Altlasten. Die sind meist mit Einmalbeträgen wegzustecken. "Und was sich als Einmalaufwand erklären lässt, wird sowieso schnell abgehakt", weiß ein Analyst.Interne "Bad Bank"Kann dennoch sein, dass sich die Börse zu früh freut. Denn das Anfang der Woche bekannt gewordene Bemühen der Bankenaufsicht BaFin, auch bei der Deutschen Bank nun auch wegen der Manipulation europäischer Zinssätze (Euribor) eine Sonderprüfung zu veranlassen, zeigt: Es gibt einiges abzuhaken.
Michael Braun schreibt für heute.de über Wirtschaftsthemen
Milliardenverlust im 4. Quartal
Im vierten Quartal verbuchte die Deutsche Bank unter dem Strich einen Verlust von knapp 2,2 Milliarden Euro. Über das gesamte Jahr gesehen brach der Überschuss um 85 Prozent auf 611 Millionen Euro ein. Analysten hatten zwar mit roten Zahlen im vierten Quartal und einem Gewinnrückgang im Gesamtjahr gerechnet - allerdings nicht in dieser Höhe. Die Bank bezifferte die Sonderbelastungen - Wertminderungen auf Firmenwerte sowie Aufwand für juristische Auseinandersetzungen - für das Schlussquartal auf insgesamt 2,9 Milliarden Euro. Für Rechtsstreitigkeiten wandte das Institut im vergangenen Jahr demnach insgesamt 1,6 Milliarden Euro auf.
Im vierten Quartal verbuchte die Deutsche Bank unter dem Strich einen Verlust von knapp 2,2 Milliarden Euro. Über das gesamte Jahr gesehen brach der Überschuss um 85 Prozent auf 611 Millionen Euro ein. Analysten hatten zwar mit roten Zahlen im vierten Quartal und einem Gewinnrückgang im Gesamtjahr gerechnet - allerdings nicht in dieser Höhe. Die Bank bezifferte die Sonderbelastungen - Wertminderungen auf Firmenwerte sowie Aufwand für juristische Auseinandersetzungen - für das Schlussquartal auf insgesamt 2,9 Milliarden Euro. Für Rechtsstreitigkeiten wandte das Institut im vergangenen Jahr demnach insgesamt 1,6 Milliarden Euro auf.
Deutsche Bank - Probleme und Prozesse
Stichwort Leo Kirch
20. Dezember 2012: Die Münchner Staatsanwaltschaft durchsucht die Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank. Dabei geht es um die bereits bekannten Prozessbetrugs-Vorwürfe gegen ehemalige Vorstände des Instituts im Zusammenhang mit dem Schadensersatzprozess der Familie des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch. Materialien wurden beschlagnahmt, Festnahmen gab es nicht. Die Bank weist den Vorwurf, der sich unter anderem gegen die Ex-Chefs Rolf Breuer und Josef Ackermann richtet, erneut zurück.
14. Dezember 2012: Das Oberlandesgericht München stellt fest, dass die Deutsche Bank den Kirch-Erben Schadensersatz zahlen muss. Das Kreditinstitut und sein früherer Chef Rolf Breuer seien mitverantwortlich für die Pleite des Kirch-Konzerns 2002, erklärt der Richter. Der Schaden soll in einem Gutachten ermittelt werden. Ein Vergleich, nach dem die Bank rund 800 Millionen Euro gezahlt hätte, war im März gescheitert. Ob der jahrelange Rechtsstreit nun zu Ende geht, bleibt offen. Zwar schloss das Gericht Revision aus. Die Anwälte der Deutschen Bank wollen aber Rechtsmittel dagegen prüfen.
Stichwort Mailand
19. Dezember 2012: Ein Gericht in Mailand verurteilt die Deutsche Bank neben drei anderen Banken, weil sie Zinswetten mit der Verwaltung der italienischen Finanzmetropole eingegangen waren, die die Stadt letztlich übervorteilten. Die Bank hat Berufung angekündigt. Klagen von rund 600 weiteren Kommunen in Italien sind noch anhängig.
Stichwort Steuerhinterziehung
12. Dezember 2012: Rund 500 bewaffnete Polizisten sowie Steuerfahnder durchsuchen den Hauptsitz der Bank in Frankfurt und andere Büros. Die Großrazzia steht in Zusammenhang mit Ermittlungen wegen Steuerbetrugs im Handel mit CO2-Zertifikaten. Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause gehören zu den 25 Mitarbeitern der Bank, gegen die in der Affäre wegen schwerer Steuerhinterziehung ermittelt wird, einige Mitarbeiter sitzen seither in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen dürften nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft mehrere Monate dauern. Ein Jahr zuvor waren sechs Händler wegen des millionenschweren Umsatzsteuerkarussells zu langjährigen Haftstrafen verurteilt worden.
Stichwort Bilanztricksereien
10. Dezember 2012: Die Affäre um mutmaßliche Bilanztricksereien in der Finanzkrise holt die Deutsche Bank ein. In mehreren Interviews meldet sich einer der Hauptbelastungszeugen zu Wort, der frühere Risikoanalyst Eric Ben-Artzi. Er wirft dem Institut vor, hochkomplexe Wertpapiere in einem bis zu 130 Milliarden Dollar schweren Derivateportfolio zwischen 2007 und 2010 zu hoch bewertet zu haben. Hätte die Bank die tatsächlichen Marktwerte abgebildet, wäre sie damals "in sehr viel schwächerer Verfassung" gewesen. Das Geldhaus weist die Vorwürfe zurück. Die Bewertung sei richtig gewesen, das umstrittene Portfolio inzwischen zu einem Großteil abgebaut.
Stichwort Libor
6. Juli 2012: Die Finanzaufsicht BaFin hat eine Sonderprüfung der Deutschen Bank wegen ihrer möglichen Verwicklung in die Affäre um die Manipulation des Londoner Interbanken-Zinssatzes Libor eingeleitet. Ergebnisse soll es im ersten Quartal 2013 geben. Weltweit wird in der Sache gegen 16 der 22 Institute ermittelt, die Daten für die Berechnung des Libor geliefert haben. Auch der Euribor-Zinssatz soll manipuliert worden sein.
Stichwort Immobilien-Hypotheken
10. Mai 2012: Die Deutsche Bank legt ihren wichtigsten Streit mit der US-Regierung um faule Hypotheken in den USA bei. Die Bank zahlt in einem Vergleich 202 Millionen Dollar. Die USA hatten dem Geldhaus und dessen einstiger Immobilientochter MortgageIT vorgeworfen, sich mit falschen Angaben zu faulen Krediten den Zugang zu einem Regierungsprogramm erschlichen zu haben, das für Hypotheken bürgte.
Stichwort Bayern LB
19. April 2012: Eine Schadensersatzklage der BayernLB gegen die Deutsche Bank wegen Verlusten mit verbrieften Häuserkrediten (RMBS) in den USA wird bekannt. Die Bank habe beim Verkauf falsche Angaben zur Qualität des Portfolios gemacht, klagt die Landesbank. Viele Banken legen Klage wegen der RMBS ein, um keine Fristen zu versäumen.
(Quelle: Reuters)



