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Kirch-Prozess
Leo und der böse Rolf
BildAkten zum Kirch-Prozess
VideoDeutsche Bank muss zahlen
Video"Deutsche Bank muss Hausaufgaben machen"
VideoMitarbeiter der Deutschen Bank verhaftet
Einer wie Leo Kirch konnte den Untergang seines Medienimperiums einfach nicht auf eigene Fehler zurückführen. Doch sein Reich war auf Pump finanziert, die Banken fürchteten um ihr geliehenes Geld. Ex-Deutsche-Bank-Chef Rolf-Ernst Breuer sprach in einem Interview lediglich bekannte Fakten aus. Kirchs Bemerkung "erschossen hat mich der Rolf" war zumindest etwas einseitig.
Reinhard Schlieker
Deutsche Bank muss Schaden ersetzen
Die Deutsche Bank hat im Ringen mit den Erben von Leo Kirch eine schwere Niederlage erlitten. Das Geldhaus muss nach einem Urteil des Münchner Oberlandesgerichts für Verluste in Folge der Pleite des Kirch-Imperiums 2002 Schadenersatz leisten. Die genaue Höhe ließen die Richter des 5. Zivilsenats aber offen. Gutachter sollen im Laufe des kommenden Jahres den Schaden ermitteln, die die Pleite bei einigen Unternehmen der Kirch-Gruppe anrichtete.
Die Deutsche Bank hat im Ringen mit den Erben von Leo Kirch eine schwere Niederlage erlitten. Das Geldhaus muss nach einem Urteil des Münchner Oberlandesgerichts für Verluste in Folge der Pleite des Kirch-Imperiums 2002 Schadenersatz leisten. Die genaue Höhe ließen die Richter des 5. Zivilsenats aber offen. Gutachter sollen im Laufe des kommenden Jahres den Schaden ermitteln, die die Pleite bei einigen Unternehmen der Kirch-Gruppe anrichtete.
Breuers Interview im Februar 2003
Am 3. Februar 2002 gab Rolf-E. Breuer in New York am Rande des Weltwirtschaftsforums mehreren Zeitungen und TV-Sendern Interviews. In einer Lobby gegenüber dem Veranstaltungshotel "Waldorf Astoria" sprach der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank vor allem zu Fragen der Weltkonjunktur, das Thema des Treffens: Knapp fünf Monate nach den Anschlägen vom 11. September 2001 fand das WEF erstmals und das bisher einzige Mal in seiner Geschichte nicht in Davos statt.
Das Treffen war als Solidaritätsadresse an die New Yorker und ihre schwer geschädigte Wirtschaft gedacht. In jener Zeit kollidierten die Ausläufer des Zusammenbruchs der sogenannten Dotcom-Blase mit den verheerenden Folgen der Terroranschläge. Die Lage des Medienimperiums von Leo Kirch war damals bereits mehr als kritisch, sein Geschäftsmodell ein steter Anlass für skeptische Kommentare in den Zeitungen, und während ringsum hochgelobte Firmen der New Economy in den Ruin gingen, blieb natürlich auch Kirch nicht unberührt. Seine Bemerkung, "erschossen hat mich der Rolf" zum Untergang seines verschachtelten Imperiums darf also zumindest als recht einseitig betrachtet werden.
Am 3. Februar 2002 gab Rolf-E. Breuer in New York am Rande des Weltwirtschaftsforums mehreren Zeitungen und TV-Sendern Interviews. In einer Lobby gegenüber dem Veranstaltungshotel "Waldorf Astoria" sprach der damalige Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank vor allem zu Fragen der Weltkonjunktur, das Thema des Treffens: Knapp fünf Monate nach den Anschlägen vom 11. September 2001 fand das WEF erstmals und das bisher einzige Mal in seiner Geschichte nicht in Davos statt.
Das Treffen war als Solidaritätsadresse an die New Yorker und ihre schwer geschädigte Wirtschaft gedacht. In jener Zeit kollidierten die Ausläufer des Zusammenbruchs der sogenannten Dotcom-Blase mit den verheerenden Folgen der Terroranschläge. Die Lage des Medienimperiums von Leo Kirch war damals bereits mehr als kritisch, sein Geschäftsmodell ein steter Anlass für skeptische Kommentare in den Zeitungen, und während ringsum hochgelobte Firmen der New Economy in den Ruin gingen, blieb natürlich auch Kirch nicht unberührt. Seine Bemerkung, "erschossen hat mich der Rolf" zum Untergang seines verschachtelten Imperiums darf also zumindest als recht einseitig betrachtet werden.
Juristische Konflikte der Deutschen Bank
Emissionsrechte
Das Geschäft mit Zertifikaten zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) ist millionenschwer. Seit Jahren ist die Frankfurter Generalstaatsanwaltschaft Umsatzsteuerbetrügern auf der Spur. Im Dezember 2011 wurden sechs Männer verurteilt, mit denen Deutsche-Bank-Mitarbeiter kooperiert haben sollen. Nach einer Razzia am Mittwoch sitzen vier Banker nun in Untersuchungshaft, ermittelt wird gegen insgesamt 25 Mitarbeiter - auch gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen.
Kirch
Die Deutsche Bank muss den Erben des Medienunternehmers Leo Kirch Schadenersatz zahlen. Die Höhe des Schadenersatzes muss noch in einem Gutachten festgestellt werden. Eine Revision gegen das Urteil sei nicht zugelassen. Der im vergangenen Jahr verstorbene Kirch hatte der Bank vorgeworfen, sie habe 2002 durch Äußerungen des damaligen Bankchefs Rolf Breuer seine Kreditwürdigkeit in Zweifel gezogen und damit den Zusammenbruch seines Konzerns ausgelöst.
Libor
Über Jahre sollen Großbanken den Referenzzins manipuliert haben, um höhere Gewinne zu erzielen. Dass einzelne Mitarbeiter des Dax-Konzerns Deutsche Bank 2006/2007 an den Tricksereien beteiligt waren, bestreitet auch die Bank nicht. Zwei Mitarbeiter wurden gefeuert. Das Institut schließt aber aus, dass das höhere Management involviert war. Der Libor gibt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld leihen und dient als Maßstab für Geschäfte in Milliardenhöhe.
USA
Dort landet die Bank wegen Geschäften aus den Zeiten vor der Finanzkrise 2007/2008 immer wieder vor dem Kadi. Oft geht es um windige Hypothekengeschäfte. So soll das Institut Investoren mit Verbriefungsgeschäften übers Ohr gehauen haben. Im Mai schaffte das Geldhaus durch Zahlung von 202 Millionen US-Dollar eine Klage wegen zwielichtiger Geschäfte der US-Tochter MortgageIT aus der Welt.
Italien
Ein Gericht in Mailand verurteilt die Deutsche Bank neben drei anderen Banken, weil sie Zinswetten mit der Verwaltung der italienischen Finanzmetropole eingegangen waren, die die Stadt letztlich übervorteilten. Die Bank hat Berufung angekündigt. Klagen von rund 600 weiteren Kommunen in Italien sind noch anhängig.



