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23.05.2013

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Zwei Jahre nach der Revolution

Libyen macht Fortschritte

  • Video Fortschritte nach Gaddafi
  • Video Freude über Wahlen - und Sorge
  • Video Entwaffnung mit Gewinnspiel
  • VideoFortschritte nach Gaddafi

    Seit dem Fall Gaddafis ist Libyen nicht richtig zur Ruhe gekommen. Aber es gibt Fortschritte für die Menschen; privat, wirtschaftlich oder im politischen Leben. Doch die Angst vor neuer Gewalt bleibt.

    (15.02.2013)
    VideoFreude über Wahlen - und Sorge

    Libyen wählt eine Nationalversammlung. In ganz freier, geheimer Wahl. Die Freude im Land ist groß. Aber auch die Skepsis über diese Freiheit. Plötzlich zum Beispiel kosten Medikamente viel Geld.

    (07.07.2012)
    VideoEntwaffnung mit Gewinnspiel

    In Libyen läuft eine von der Regierung initiierte Sammelaktion, die die Entwaffnung der libyischen Bevölkerung zum Ziel hat. Jeder, der Waffen oder Munition abgibt, nimmt an einer Lotterie teil.

    (30.09.2012)

    Libyen strotzt vor Waffen und gilt trotzdem als eine Vorzeigedemokratie - jedenfalls im Vergleich zu Ägypten. Vor zwei Jahren hatten Gegner des Gaddafi-Regimes zu Protestaktionen aufgerufen, die zum Tode Gaddafis führten. Die Proteste zum Jahrestag der Revolution wurden abgesagt, um den gesellschaftlichen Frieden nicht zu stören. 

    Mit Kreativität und einer Spur Wehmut bereiten sich die Libyer auf die Feierlichkeiten zum zweiten Jahrestag der Revolution vor. In der östlichen Stadt Bengasi wurden in der Nacht zum Freitag schon die ersten Feuerwerkskörper gezündet. Ein kleines Mädchen in der Stadt Misrata verteilte am Straßenrand Blumen an Passanten. Wie ehemalige Revolutionsaktivisten berichteten, starb ihr Vater 2001 während des Bürgerkrieges, der nach über 40 Jahren die Herrschaft von Muammar al-Gaddafi beendete.

    Der Arabische Frühling und seine Folgen

    In Tunesien fing es an

    Mit der "Jasmin-Revolution" in Tunesien begann vor mehr als zwei Jahren der Arabische Frühling. Seitdem ist die Region in Aufruhr. Es gibt Massenproteste, Anschläge und einen Bürgerkrieg. Ein Blick auf die wichtigsten Umbruchländer:

    Äypten

    Präsident Husni Mubarak wurde im Februar 2011 gestürzt. Zunächst übernahm das Militär die Macht, dann wurde der Muslimbruder Mohammed Mursi zum Präsidenten gewählt. Doch das Land kommt nicht zur Ruhe. Der autoritäre Führungsstil des Staatsoberhaupts sorgt immer
    wieder für Proteste. Die dramatische Wirtschaftslage verschärft die Situation noch. Die Opposition fordert den Rücktritt Mursis und lehnt jeden Dialog mit dem Präsidenten ab. Im Januar kam es nach dem zweiten Jahrestag der Revolution zu den blutigsten Protesten seit dem Amtsantritt des Islamisten mit fast 60 Toten. In drei Städten am Suez-Kanal wurde daraufhin der Ausnahmezustand verhängt.

    Jemen

    Nach monatelangen Protesten erklärte Langzeitpräsident Ali Abdullah Salih im November 2011 seinen Machtverzicht. Seitdem kämpft das Land mit den Folgen des Umbruchs. In dem Armenhaus im Süden der Arabischen Halbinsel haben Aufständische massiv an Einfluss gewonnen. Immer wieder gibt es Anschläge. Die jemenitische Armee geht hart gegen die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehenden Dschihadisten vor. Die USA hilft mit Drohnen. Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi hat nun einen nationalen Dialog angekündigt. Er soll am 18. März beginnen.

    Libyen

    Das nordafrikanische Land hat seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi einige Schritte in Richtung Demokratie unternommen. Doch nach Parlamentswahl und Regierungsbildung droht wegen des Streits um den Verfassungsprozess politischer Stillstand. Die größten Herausforderungen für die Regierung sind außerdem die schlechte Sicherheitslage und die Präsenz zahlreicher Milizen. Jüngst haben mehrere westliche Staaten ihre Bürger aufgefordert, die Stadt Bengasi wegen einer "unmittelbaren Bedrohung" zu verlassen. Im September vergangenen Jahres waren dort bei einem Terroranschlag auf das US-Konsulat vier US-Bürger getötet worden, unter ihnen der US-Botschafter in Libyen.

    Syrien

    Der Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad begann im März 2011. Inzwischen tobt im Land ein Bürgerkrieg, bei dem nicht nur Regierung und Rebellen, sondern auch verschiedene ethnische oder religiöse Gruppen gegeneinander kämpfen. Nach UN-Schätzungen kamen mehr als 60 000 Menschen ums Leben. Die internationale Gemeinschaft ist in der Frage weiter zerstritten. Einen Dialog zwischen Regierung und Opposition gibt es ebenfalls nicht.

    Feste statt Proteste

    Die Bewegung der Föderalisten sagte ihre ursprünglich für diesen Freitag geplanten Proteste gegen die Regierung ab, um den sozialen Frieden zu wahren und mögliche Zusammenstöße zu verhindern. Lokale Medien berichteten, anstatt sich zu Protestkundgebungen zu versammeln, hätten die Menschen in Bengasi und anderen Städten im Osten ihre Autos und die Straßen mit Fahnen dekoriert. Ein Festkomitee rief die Bürger auf, sich an einer Straßenreinigungsaktion zu beteiligen.

    Die Föderalisten erklärten, nach den jüngsten Gesprächen mit Vertretern von Parlament und Regierung hätten sie Hoffnung geschöpft, dass die Verantwortlichen ihre Forderungen ernst nähmen. Das geistliche Oberhaupt von Libyen, Mufti Sadek al-Ghariani, hatte die Bürger des Landes aufgefordert, "die Gewinne der Revolution nicht aufs Spiel zu setzen".

    Februar 2011: Proteste gegen Gaddafi

    Die offiziellen Feierlichkeiten beginnen erst am Sonntag. Sie werden von strengen Sicherheitsvorkehrungen begleitet sein. Mehrere Flughäfen und Grenzübergänge sind bereits geschlossen worden.

    Gegner des Regimes von Oberst Muammar al-Gaddafi hatten vor zwei Jahren für den 17. Februar 2011 zu Protestaktionen aufgerufen. Die ersten Demonstranten gingen damals jedoch bereits am 15. Februar auf die Straße. Da Gaddafi mit brutaler Gewalt gegen die Protestierenden vorging, entwickelte sich die Krise rasch zu einem Bürgerkrieg. Im August 2011 floh Gaddafi aus Tripolis. Im Oktober wurde er von Rebellen in seiner Heimatstadt Sirte getötet.

    Einige Milizen widersetzen sich einer Entwaffnung durch die staatlichen Sicherheitskräfte. Angebote, sich für den Dienst bei Polizei oder Armee zu bewerben, haben sie ausgeschlagen. Besonders in Bengasi, der "Hauptstadt der Revolution", ist die Sicherheitslage heikel.

    15.02.2013, Quelle: dpa
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