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FDP-Chef Rösler in der Kritik
Lindner: Schluss mit der Personaldebatte
Video"Personalentscheidung erst im Frühjahr"
VideoDer Druck auf FDP-Chef Rösler wächst
VideoDöring: "Dreikönigstreffen ist gelungen"
Seehofer: FDP soll Personalstreit beenden
CSU-Chef Seehofer hat nach dem Dreikönigstreffen an die FDP appelliert, ihre internen Querelen zu beenden. Der CDU-Politiker Bosbach kritisierte, der Umgang der FDP mit Philipp Rösler sei nicht fair: Einen Partei-Chef müsse man stützen oder stürzen.
CSU-Chef Horst Seehofer hat die in der Führungskrise steckende FDP aufgefordert, ihre "Selbstbeschäftigung" zu beenden. "Wenn man pausenlos über Strategien und Personal redet, kann sich der Erfolg nicht einstellen", sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung". Die CSU sei eindeutig für die Fortsetzung der Koalition mit der FDP, aus seiner Partei schieße keiner gegen FDP-Chef Philipp Rösler. Die FDP-Spitze müsse aber endlich "zur Geschlossenheit finden", dann stünde die Partei auch besser da. Das Potenzial für die FDP in Deutschland liege "deutlich über fünf Prozent".Beim traditionellen Dreikönigstreffen hatte Entwicklungsminister Dirk Niebel am Sonntag die Krise der FDP mit scharfer Kritik an der Parteiführung weiter angeheizt. In Stuttgart forderte er offen ein neues Führungsteam für die Bundestagswahl. Rösler verlangte dagegen, die Reihen zwei Wochen vor der wichtigen Niedersachsen-Wahl zuschließen. Seehofer sagte dazu, Parteien bräuchten "authentische Persönlichkeiten", die Inhalte verkörperten. Niemand wähle ein gesichtsloses Firmenschild.
Einschätzung
Frank Buchwald (Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio):
Die Führungsdebatte in der FDP konnte Parteichef Rösler in Stuttgart nicht beenden. Das war eine brave Rede von Rösler, ein Kolleg über liberale Grundwerte. Doch das kämpferische Aufbruchsignal, das die Partei zum Anfang des Wahljahres gebraucht hätte, war es nicht. Dieses Ausrufezeichen hat ein anderer gesetzt: Rainer Brüderle.
Frank Buchwald (Korrespondent im ZDF-Hauptstadtstudio):
Die Führungsdebatte in der FDP konnte Parteichef Rösler in Stuttgart nicht beenden. Das war eine brave Rede von Rösler, ein Kolleg über liberale Grundwerte. Doch das kämpferische Aufbruchsignal, das die Partei zum Anfang des Wahljahres gebraucht hätte, war es nicht. Dieses Ausrufezeichen hat ein anderer gesetzt: Rainer Brüderle.
Westerwelle: Auf inhaltliche Fragen konzentrieren
Außenminister Guido Westerwelle (FDP) riet seiner Partei, sich im Wahlkampf auf inhaltliche Fragen zu konzentrieren. "Ich unterstütze meine Partei, zum Beispiel im Wahlkampf an diesem Wochenende in Niedersachsen, aber an Personaldebatten beteilige ich mich nicht." Auch der stellvertretende FDP-Vorsitzende Holger Zastrow forderte ein Ende der Personaldebatte. "Ich gehe davon aus, dass jetzt alle Führungsmitglieder mal zwei Wochen die Klappe halten", sagte er der "Rheinischen Post". Die niedersächsische FDP müsse jetzt die Möglichkeit haben "ihre Erfolge in der Koalition und ihre Ziele für
liberale Politik" in den Vordergrund des Wahlkampfs zu stellen.Bosbach: Rösler stützen oder stürzen
Der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach kritisierte den Umgang der FDP mit ihrem Vorsitzenden Rösler. "Es gilt auch für die FDP das alte Prinzip: Entweder muss man einen Parteivorsitzenden stützen. Oder man muss ihn stürzen", sagte Bosbach der "Mitteldeutschen Zeitung". "Der Umgang mit Philipp Rösler ist nicht fair", meinte er.
Die FDP könne die "Quälerei nicht bis zur Bundestagswahl fortsetzen".
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel betrachtet die FDP nach ihrem Dreikönigstreffen als überflüssig. "Die FDP von heute will die Menschen den Märkten ausliefern. Sie ist in der Wahrheit illiberal und wird deshalb nicht mehr gebraucht, egal welche Person dort an der Spitze steht", sagte Gabriel der "Welt".
Rösler selbst hat an diesem Montag in Berlin einen vergleichsweise entspannten Termin: Der Bundeswirtschaftsminister empfängt in seinem Ministerium Sternsinger.



