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Bahn plant Sicherheitsgipfel

Mehr Videoaufzeichnung soll Bahnhöfe sicherer machen

  • Bild Mehr Kameras an Bahnhöfen
  • Video Diskussion über Videoüberwachung
  • Video Steigt die Terrorgefahr nach Bombenfund?
  • BildMehr Kameras an Bahnhöfen
    Überwachung am Bahnhof
    VideoDiskussion über Videoüberwachung

    Nach dem versuchten Bombenanschlag am Bonner Hauptbahnhof wird nun verstärkt über die Videoüberwachung an öffentlichen Plätzen diskutiert.

    (17.12.2012)
    VideoSteigt die Terrorgefahr nach Bombenfund?

    Der Bombenfund am Bonner Hauptbahnhof hält Deutschland in Atem. ZDF-Terrorismus-Experte Elmar Theveßen erklärt, ob es im Moment Anlass zur Sorge gibt.

    (13.12.2012)

    Die nur durch einen Zufall nicht detonierte Bombe von Bonn schreckt Sicherheitsbehörden und Bahn auf. Die Bahn will einen Sicherheitsgipfel einberufen, um über eine bessere Zusammenarbeit zu beraten. Experten sehen schon neue Gefahren auf Deutschland zukommen. 

    Bahn-Chef Rüdiger Grube kündigte an, im Februar zu einem Sicherheitsgipfel einzuladen: "Ziel sind gemeinsame neue Konzepte für mehr Sicherheit an den Bahnhöfen. Wir wollen mehr Videoaufzeichnungen und damit eine bessere Verfolgung von Straftaten auf Bahnhöfen." Teilnehmen sollten Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Ländervertreter, die Bundespolizei und Datenschützer. Es gehe auch darum, dass die Zusammenarbeit mit den Behörden "noch besser" werde, sagte Grube.

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    Das offene Bahnsystem in Deutschland will er jedoch nicht grundsätzlich infrage stellen: "Wir können und wollen auch nicht vor jedes Gleis einen Zaun stellen." Nach den Worten Grubes werden seit dieser Woche auch im Bonner Hauptbahnhof die Videoaufnahmen aufgezeichnet - dies sei mit der Bundespolizei vereinbart worden. "Generell gilt, dass wir die Bahnhöfe mit Kameras bewachen. Aufzeichnungen muss die Bundespolizei beauftragen."

    Warnung vor zu hohen Erwartungen

    Vom Bahnsteig in Bonn existieren keine Aufzeichnungen zur Zeit des Anschlagversuchs vor knapp zwei Wochen - Bundespolizei und Bahn stritten deswegen zunächst darüber, wer das zu verantworten hat. Die Bahn hatte das Areal, an dem ein Unbekannter am 10. Dezember die in einer Tasche versteckte Bombe abstellte, zwar teilweise per Video beobachtet, die Bilder aber nicht aufgezeichnet.

    Die Bahn warnte vor zu hohen Erwartungen in eine erweiterte Videoüberwachung an Bahnhöfen und Gleisanlagen. "Kameras können bei der Aufklärung helfen, aber sie sind kein geeignetes Mittel, Straftaten zu verhindern", sagte Sicherheitschef Gerd Neubeck. "Betrunkene oder Menschen, die im Affekt handeln, achten nicht darauf, ob es eine Videoüberwachung gibt. Und vorsätzlich Kriminelle vermummen sich oder umgehen die Überwachungsinstrumente." Die Bekämpfung des Terrorismus könne "nicht in deutschen Bahnhöfen stattfinden. Das Problem muss man an der Wurzel angehen, dort, wo die Ursachen liegen."

    Gefahr durch Modellflugzeuge und Drohnen?

    Bei den Kosten für Kameras und die Überwachung von Mitschnitten sieht die Bundespolizei auch die Bahn in der Pflicht: "Es gibt so etwas wie unternehmerische Sicherheitsvorsorge." Neubeck sagte hingegen: "Das Verhindern von Straftaten ist Sache der Polizei. (...) Und wer die Zuständigkeit für eine Aufgabe hat, trägt in erster Linie auch die Kosten."

    Experten des Bundeskriminalamtes (BKA) befürchten unterdessen laut "Focus" Terroranschläge in Deutschland mit ferngesteuerten Modellflugzeugen und Drohnen. Als Täter kämen insbesondere Fanatiker "aus dem Bereich des islamistischen Terrorismus" in Frage, schreibt das Magazin unter Berufung auf eine aktuelle BKA-Sicherheitsanalyse. Vorbild könnte ein 2011 vereitelter Anschlag in der US-Hauptstadt Washington sein. Ein Islamist wollte Modellflugzeuge mit Sprengstoff bestücken und in das Pentagon sowie ins Kapitol steuern. "Ähnliche Szenarien müssen auch in Deutschland als mögliche Tatoption in Betracht gezogen werden", so die BKA-Analyse. Als denkbare Variante werde das Einschlagen einer Sprengstoff-Drohne "in ein Verkehrsflugzeug oder einen Flughafen" beschrieben. Noch "erfolgversprechender" aus Sicht der Täter wäre ein Angriff auf Ziele in bewohnten Gebieten, Menschenansammlungen und Gebäude.

    Ermittlungen gegen die "Deutsche Schabab"?

    Fahnder hatten bereits vor zweieinhalb Jahren zwei der drei verdächtigen Islamisten im Visier, die am versuchten Bonner Anschlag beteiligt gewesen sein sollen. Wie aus einem Geheimpapier hervorgeht, beantragte das nordrhein-westfälische Landeskriminalamt am 18. Mai 2010, der Generalbundesanwalt möge gegen eine Gruppierung namens "Deutsche Schabab" ermitteln.

    Die Mitglieder der Organisation wurden verdächtigt, an der Vorbereitung von Terrorakten "beteiligt zu sein" und die radikal-islamischen Al-Schabab-Milizen in Somalia "materiell und logistisch zu unterstützen". Aber der Bundesanwaltschaft ist die Verdachtslage offenbar zu dünn erschienen. Inzwischen haben die Bundesankläger aufgrund neuer Hinweise ihre Meinung geändert. Im Zusammenhang mit dem Bonner Anschlagsversuch führe eine Spur zu zwei Schlüsselfiguren der rheinischen Somali-Zelle.

    23.12.2012, Quelle: dpa
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