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26.05.2013

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Kabinettsbeschluss

Milliarden für Gebäudesanierung

  • Bild Infrarotaufnahme eines Wohnhauses
  • Video Sanierung: Finanzhilfe für Hausbesitzer
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    VideoSanierung: Finanzhilfe für Hausbesitzer

    Das Bundeskabinett hat ein neues Zuschussprogramm zur Förderung der energetischen Sanierung von Wohngebäuden auf den Weg gebracht. Hausbesitzer sollen bis zu 5000 Euro vom Staat erhalten.

    (19.12.2012)

    Das Bundeskabinett hat ein neues Zuschussprogramm auf den Weg gebracht, um Deutschlands Häuser energiesparender zu machen. Bis 2020 sind dafür jährlich 300 Millionen Euro und damit insgesamt 2,4 Milliarden Euro vorgesehen. Wer Geld bekommt und wo sich sparen lässt. 

    Insgesamt 2,4 Milliarden Euro will die Bundesregierung in die Hand nehmen, um Deutschlands Wohngebäude von 2013 bis 2020 so zu modernisieren, dass weniger Energie verschwendet wird. Damit reagiert Angela Merkels Kabinett auf das Scheitern der geplanten steuerlichen Förderung am Widerstand der Länder.

    Gebäudesanierung - die Fakten

    Warum hat der Bereich so große Bedeutung?

    Weil das auf Dauer Heizkosten senken kann und die Energiewende für die Bürger mittelfristig günstiger macht. Das Potenzial ist enorm: Laut Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen entfielen 2011 hierzulande rund 31 Prozent des Endenergieverbrauchs auf Heizwärme, Warmwasser und Klimakälte. 65 Prozent der Fassaden gelten als schlecht gedämmt, 60 Prozent der Fenster als schlecht isoliert. Ein von der Regierung bestelltes Expertengremium betont, beim Energiesparen gerade in den 18 Millionen deutschen Gebäuden müsse dringend mehr passieren.

    Was genau ist geplant?

    Eigentlich war ein Steuerbonus mit Abschreibungsmöglichkeiten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro bis 2016 geplant. Doch weil Bund und Länder sich nicht über die Verteilung der Ausfälle einigen konnten, will der Bund nun mit einem eigenen Zuschussprogramm vorpreschen. Denn vom selbst erklärten Ziel, die energetische Sanierungsrate von ein auf zwei Prozent jährlich zu verdoppeln, ist Deutschland derzeit weit entfernt. Die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) betont, das zudem jeder Förder-Euro bis zu 12 Euro an Investitionen auslöse und besonders das Handwerk Nutznießer sei. Durch die seit 2006 erfolgten Sanierungen würden inzwischen jährlich rund sechs Millionen Tonnen CO2 eingespart.

    Wie viel Geld will die Regierung bereit stellen?

    Der Bund will über acht Jahre ein Zuschussprogramm in Höhe von jährlich 300 Millionen Euro auflegen. Insgesamt sollen 2,4 Milliarden Euro fließen. Anträge können wahrscheinlich schon ab Anfang 2013 über die bundeseigene KfW-Bank gestellt werden. Unabhängig davon gibt es bereits ein Programm der KfW mit zinsgünstigen Darlehen - das jährliche Volumen beträgt 1,5 Milliarden Euro, so dass die Fördermittel für 2013 nun auf insgesamt 1,8 Milliarden Euro anwachsen werden. Wichtig ist eine Beratung, welches Programm am besten für die jeweilige Maßnahme passt.

    Was genau wird gefördert?

    Einzelmaßnahmen wie der Austausch von Heizungen und Fenstern oder eine Dämmung der Gebäudehülle sollen mit zehn Prozent der Investitionssumme bezuschusst werden. Maximal sollen 5.000 statt bisher 3.750 Euro als Zuschuss fließen. Wird ein Gebäude im Zuge einer umfassenden Sanierung auf den Standard "Effizienzhaus 55" (weniger als 40 Kilowattstunden jährlicher Energieverbrauch je Quadratmeter) gebracht, können 18.750 Euro aus dem neuen Programm fließen.

    Womit müssen Mieter rechnen?

    Erst vergangene Woche hatte der Bundestag den Weg frei gemacht, damit Vermieter mehr als bisher energetisch sanieren. Bei solchen Maßnahmen dürfen Mieter - sofern die Länder zustimmen - ab März oder April 2013 auch bei Lärm und Dreck drei Monate lang die Miete nicht mehr mindern. Mieter sollten genau schauen, was von den Sanierungskosten auf die Miete aufgeschlagen wird. Maximal elf Prozent der Kosten dürfen auf die Jahresmiete umgelegt werden. Zugleich könnten Mieter durch geringere Nebenkosten von mehr Dämmung profitieren. Denn für eine 70-Quadratmeter-Wohnung, die mit Öl beheizt wird, betragen die Kosten laut Mieterbund 2012 bereits 980 Euro - 90 Euro mehr als 2011.

    Ist die Finanzierung dauerhaft gesichert?

    Das ist der große Haken. Die meisten Mittel kommen aus dem Energie- und Klimafonds der Bundesregierung. Dieser speist sich vor allem aus den Einnahmen des EU-Handels mit den CO2-Verschmutzungsrechten. Die Preise für Zertifikate sind aber eingebrochen. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard und Umweltminister Peter Altmaier (CDU) wollen durch das Zurückhalten von 900 Millionen CO2-Zertifikaten den Preis wieder erhöhen, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist dagegen. Gelingt keine Einigung, könnten die Mittel wieder schmelzen.

    Schneller Start

    Das Programm soll nach Möglichkeit schon im Januar 2013 starten. Bundesbauminister Peter Ramsauer kündigte an, die Förderung solle unkompliziert und unbürokratisch fließen. Parallel dazu läuft das Kreditprogramm bei der staatlichen Förderbank KfW für die energetische Sanierung weiter, bei dem der Bund die Zinsen für Eigentümer verbilligt und dafür auch im kommenden Jahr 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellt.

    Links
    Altmaier: "Wichtigstes Projekt seit der Einheit"

    Ramsauer betonte, der Gebäudebestand weise noch erhebliche Potenziale zur Energie- und CO2-Einsparung auf. Knapp 40 Prozent der Energie für Beheizung, Warmwasser und Beleuchtung würden hier verbraucht.

    19.12.2012
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