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Neuer Atomwaffentest

Nordkorea jubelt - und düpiert die Welt

  • Video Nordkorea testet Atomwaffe
  • Video Neue Drohungen aus Nordkorea
  • Video Nordkorea: Diktator will Politikwende
  • VideoNordkorea testet Atomwaffe

    Trotz UN-Verbots hat Nordkorea eine Atomwaffe getestet. International wird nun wieder über neue Sanktionen diskutiert. Nennenswerten Druck kann jetzt aber nur noch China ausüben.

    (12.02.2013)
    VideoNeue Drohungen aus Nordkorea

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    VideoNordkorea: Diktator will Politikwende

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    (01.01.2013)

    UN-Sicherheitsrat verurteilt neuen Atomwaffentest

    Nordkorea bietet der Welt die Stirn. Zum dritten Mal hat das Land einen Atomtest unternommen - dieses Mal mit erhöhter Sprengkraft. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Test und will nun an einer neuen Resolution gegen Pjöngjang arbeiten. 

    Der Atomstreit mit Nordkorea eskaliert: Trotz aller Warnungen hat das kommunistische Land genau zwei Monate nach dem weltweit verurteilten Raketenstart einen dritten Atomtest unternommen. Der unterirdische Atomversuch sei erfolgreich verlaufen, berichteten die nordkoreanischen Staatsmedien. Bei dem Test sei ein "miniaturisierter" Sprengsatz mit höherer Explosionskraft als bei den früheren Tests gezündet worden.

    Weltweite Kritik
    Der Atomtest wurde weltweit scharf kritisiert. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte den Test, der gleich mehrere Resolutionen des Gremiums verletzte und eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit der Welt sei, teilte der Rat nach einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung in New York mit. Das mächtigste UN-Gremium kündigte an, sofort mit der Arbeit an einer neuen Resolution zu beginnen, die angemessene Maßnahmen beinhalten werde. Erst im Januar hatte der Rat mit einer Resolution die bereits bestehenden Sanktionen gegen Nordkorea ausgeweitet.

    "Eine ganz neue Qualität"
    Johannes Hano / Quelle: ZDF

    "Wenn es stimmt, was Nordkorea sagt, dass man eine miniaturisierte A-Bombe getestet habe, dann hat das eine neue Qualität", sagt der Ost-Asien-Korrespondent des ZDF, Johannes Hano. "Denn das ist Voraussetzung, um einen nuklearen Gefechtskopf für eine Langstreckenrakete zu fertigen. Und daran bauen sie auch." Damit würde Nordkorea auf lange Sicht zu einer Atommacht.

    Der dritte Atomwaffentest nach denen von 2006 und 2009 wurde von der UN-Organisation des Vertrags über ein umfassendes Verbot von Nuklearversuchen (CTBTO) um 3.57 Uhr (MEZ) mit einer Stärke von 4,9 auf der Richter-Skala registriert. Der Atomtest war demnach deutlich stärker als der von 2009, der mit 4,2 vermerkt wurde. KCNA vermeldete die "Verwendung einer kleineren und leichteren A-Bombe, aber mit großer Sprengkraft" - und nährte damit die Befürchtungen, dass das Land die Produktion von Sprengköpfen vorbereitet, die mit Raketen ins Ziel getragen werden könnten.

    Nordkorea droht mit "noch stärkeren" Aktionen

    Kurz nach dem Test drohte Pjöngjang mit "noch stärkeren" Aktionen. Sollten die USA die Lage "mit fortgesetzter Feindseligkeit" noch komplizierter machen, "dann haben wir keine andere Wahl als in einem zweiten oder dritten Schritt eine noch stärkere Aktion auszuführen", erklärte das Außenministerium.

    Die meisten Regierungen reagierten mit Bestürzung auf den Atomtest und verurteilten das Vorgehen Pjöngjangs. Der letzte verbliebene Verbündete von Gewicht, China, vermied zwar das Wort "Verurteilung", lehnte den Atomtest aber "entschlossen" ab. Der nordkoreanische Botschafter in Peking wurde ins Außenministerium  einbestellt.

    Ban: Schwerer Verstoß

    Die russische Regierung verurteilte eine Verletzung von UN-Resolutionen. Die iranische Regierung, die selbst wegen ihres Atomprogramms unter internationalem Druck steht, ging auf Distanz zu Pjöngjang. "Kein Land" sollte Atomwaffen besitzen, erklärte das  Außenamt in Teheran.

    Außenminister Guido Westerwelle verurteilte den Atomtest "als einen erneuten eklatanten Verstoß gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats auf das Schärfste". Der Außenminister begrüßte, dass das höchste UN-Gremium im Laufe des Dienstags zu einer Dringlichkeitssitzung  zusammentrat. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Test als "klaren und schweren Verstoß" gegen UN-Resolutionen.

    Internationale Gemeinschaft empört

    US-Präsident Barack Obama forderte, auf den "provokativen" Test müsse es "rasch" eine "glaubwürdige" internationale Reaktion geben. Anstelle des erklärten Ziels, eine "starke und wohlhabende Nation" zu werden, habe sich Nordkorea "zunehmend isoliert" und seine Bevölkerung "verarmt", indem es nach Massenvernichtungswaffen strebe, beklagte Obama.

    "Wir verurteilen Nordkoreas Atomwaffentest schärfstens", erklärte der NATO-Rat in Brüssel. Der Test sei "unverantwortlich". Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton kritisierte den Test "schärfstens" und forderte das Land auf, "von weiteren provokativen Handlungen abzusehen". Frankreichs Präsident François Hollande  verlangte, Nordkorea müsse sein Atomwaffenprogramm "vollständig, nachweisbar und unumkehrbar" aufgeben.

    Nordkorea - bitterarm und hochgerüstet

    Das Militär hat Priorität

    Karte von Nordkorea und Südkorea / Quelle: ZDF

    Das flächenmäßig kleine Nordkorea ist eines der am höchsten gerüsteten Länder Asiens. In Armee, Luftwaffe und Marine leisten ungefähr 1,2 Millionen Soldaten ihren Dienst. Das Militär hat in dem totalitären Staat Priorität: Selbst nach Hungerkatastrophen, wie der von 1997 mit einem Massensterben, fließt viel Geld in die Rüstung - nicht aber in die Versorgung der oft bitterarmen Bevölkerung.

    Das Waffenarsenal

    Rein quantitativ sind die nordkoreanischen Streitkräfte sehr stark. So verfügt zum Beispiel allein die Armee nach Angaben des Internationalen Instituts für Strategische Studien (IISS) über mehr als 3.500 Kampfpanzer. Die Artillerie hat rund 21.000 Geschütze in ihren Arsenalen. Aber: Der Großteil der Ausrüstung ist sehr alt. So stammen rund zwei Drittel der Kamfpanzer aus den 40er und 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

    Außerdem stehen der Luftwaffe etwa 600 Flugzeuge zur Verfügung, darunter rund 440 Kampfflugzeuge, die in der Mehrzahl in den 50er und 60er Jahren entwickelt wurden. Die restlichen Maschinen dienen Transport- oder Aufklärungszwecken.

    Das Raketenprogramm

    Die Raketentechnik gehört zu den Prestigeprogrammen der nordkoreanischen Streitkräfte. Dabei geht es den Machthabern weniger um Systeme wie die rund 50 Boden-Boden-Raketen sondern um die weitreichenden, sogenannten ballistischen Raketen, die im Bedarfsfall auch Atomsprengköpfe tragen können. Ballistische Raketen verlassen nach dem Start die Atmosphäre, fliegen ein Stück durch das Weltall und kehren dann zu ihrem Ziel auf die Erde zurück. Deshalb können diese Raketen auch sehr weit entfernte Ziele erreichen - Nordkorea könnte beispielsweise die USA mit ballistischen Raketen erreichen.

    Im Zusammenhang mit dem Atomprogramm Nordkoreas erregen die Raketentests des Landes deshalb weltweit Besorgnis. Internationale Gespräche blieben aber bisher genauso wirkungslos wie das Angebot westlicher Wirtschaftshilfe oder das Verhängen von Sanktionen.

    Die Atomwaffen

    Infokarte

    Von 2006 bis 2009 testete das nordkoreanische Regime Atomwaffen. Über die aktuelle nukleare Bewaffnung der abgeschotteten Diktatur Nordkoreas ist nur wenig bekannt. Nach Schätzungen der Federation of American Scientists (FAS) verfügt das Regime über 30 bis 50 Kilogramm Plutonium. Das reiche zusammen mit Nordkoreas hoch angereichertem Uran um sechs bis zehn Atomsprengköpfe bestücken zu können. Ungeachtet aller internationalen Proteste drohte Nordkorea mehrfach damit, seine "atomare Abschreckung" noch weiter auszubauen.

    (Quelle: dpa, globalsecurity.org)

    Der UN-Sicherheitsrat hatte im Januar neue Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt, nachdem das Land im Dezember eine Langstreckenrakete getestet hatte. Nur zwei Tage darauf kündigte Nordkorea einen neuen Atomtest an, ohne jedoch ein Datum zu nennen.

    12.02.2013, Quelle: dpa, afp
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