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Autobauer in der Krise
Opel-Werk Bochum droht früheres Aus
Video"Opel-Arbeiter fühlen sich erpresst"
VideoKann "Adam" Opel retten?
VideoAufwind für deutsche Autos im Ausland
Schlechte Nachrichten für Opelaner: Das Bochumer Werk des kriselnden Autobauers könnte noch früher als bisher geplant dicht machen - und zwar schon Ende 2014. Damit zumindest droht General Motors. Die Konzernmutter fordert "weitere beträchtliche Einsparungen".
Der Autobauer Opel droht mit der Schließung des Werkes Bochum bereits Ende 2014, wenn Betriebsrat und Gewerkschaft nicht bis Februar einem Sanierungsplan zustimmen. Das geht aus einem Brief des Opel-Aufsichtsratsvorsitzenden und Vize der Opel-Mutter GM, Stephen Girsky, an die Mitarbeiter hervor.
Opel in Bochum - eine Chronologie
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1962: Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dannenbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.
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1967: Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band gehen.
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1979: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20.000 Menschen im Bochumer Opel-Werk. Verschiedene Modelle aus der Serie Kadett werden bis 1991 produziert.
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1991: Der Astra wird in die Produktionslinie aufgenommen, bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.
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2004: Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.
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2005: Betriebsrat und Management unterschreiben einen "Zukunftsplan", der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.
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2011: Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie am Standort Bochum.
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2012: Opel beschäftigt noch rund 3.300 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.
Opel-Standorte in Europa
Zahl der Beschäftigten in Klammern.
Opel - Chronik einer Krise
2008
2008 geraten Opel und GM in der weltweiten Wirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten. Im November bittet Opel den Bund und die vier Bundesländer mit Opel-Werken um staatliche Bürgschaften.
2009
Tausende Opel-Beschäftigte demonstrieren im Februar 2009 in Rüsselsheim für eine Trennung vom ungeliebten GM-Konzern. Im März sichert Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dem Unternehmen staatliche Hilfe zu. Einen Einstieg des Staates lehnt sie ab.
Bald zeigen Italiens Autobauer Fiat, der kanadisch-österreichische Autozulieferer Magna und der belgische Finanzinvestor RHJI Interesse an Opel. Magna und dessen Partner, die russische Sberbank, sollen Ende Mai bei Opel einsteigen. Opel soll von Bund und Ländern einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro bekommen.
Die Opel-Mutter GM meldet im Juni Insolvenz an und erhält 50 Milliarden Dollar Staatshilfe von der US-Regierung. Nach nur wenigen Wochen verlässt der Konzern den Gläubigerschutz wieder.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes äußert im Oktober ernsthafte Bedenken wegen der deutschen Staatshilfen für Opel. Der Opel-Betriebsrat einigt sich im November mit Magna auf einen Sparbeitrag der Belegschaft. Kurz darauf sagt GM überraschend den Verkauf von Opel ab und kündigt eine Sanierung in Eigenregie an. 10.000 Jobs sollen gestrichen werden.
GM-Europachef Carl-Peter Forster geht, Nachfolger wird übergangsweise GM-Manager Nick Reilly. Der korrigiert am Jahresende den Stellenabbau auf 8300 Jobs.
2010
Reilly wird im Januar als Opel-Chef auf Dauer bestätigt. Opel gibt die Schließung des Werkes im belgischen Antwerpen bekannt. Im Februar bestätigt Opel den Sanierungsplan mit Abbau von 8300 Stellen und plant dafür mit 2,7 Milliarden Euro Staatshilfen. Im März will GM nur noch 1,8 Milliarden Euro Staatshilfen aus Europa.
Im Mai einigt sich Opel mit der Belegschaft auf Einsparungen von 265 Millionen Euro jährlich bis 2014. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) gibt im Juli bekannt, dass Opel keine Bürgschaften aus dem Deutschlandfonds bekommt. Die Bundesländer mit Opel-Werken wollen dem Autobauer nun im Alleingang helfen. Mitte des Monats zieht Opel sämtliche Anträge auf Staatshilfen in ganz Europa zurück.
GM-Chef Ed Whitacre tritt im August zurück. Ende des Jahres rollt im Werk Antwerpen der letzte Opel vom Band.
2011
Im April 2011 wird Stracke Nachfolger von Nick Reilly an der Opel-Spitze. Im November wird Stracke auch GM-Europachef.
2012
Im Februar 2012 steigt GM steigt beim französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën ein. Die beiden Konzerne wollen eng kooperieren.
Im Mai konkretisiert Stracke die Sparpläne für Opel: Das Modell Astra soll nur noch in zwei Werken außerhalb Deutschlands produziert werden, die Zukunft des Werks Bochum ist nur bis 2016 gesichert.
Im Juli tritt Stracke zurück. Medienberichten zufolge sind die schlechten Verkaufszahlen der Grund. Sein Nachfolger Thomas Sedran entlässt Entwicklungsvorstand Rita Forst und Finanzchef Mark James. Auch 500 weitere Führungskräfte müssen gehen.
Im Dezember wird das Aus für die Autoproduktion in Bochum offiziell: Ab 2016 rollen dort keine Opel mehr von Band. Der Konzern will aber in der Stadt präsent bleiben: So soll etwa das Warenverteilzentrum erhalten bleiben.



