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19.06.2013

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Frankreichs Einsatz in Mali

Paris: "Das wird ein langer Kampf"

  • Video Berlin schickt Flugzeuge nach Mali
  • Video Westerwelle: Mali darf nicht zerfallen
  • VideoBerlin schickt Flugzeuge nach Mali
    (16.01.2013)
    VideoWesterwelle: Mali darf nicht zerfallen
    (14.01.2013)

    Kurzmeldung

    • Gasfeld in Algerien überfallen - Islamisten nehmen westliche Geiseln 20:30 16.01.2013
      Bewaffnete Islamisten haben im Südosten Algeriens eine Gasförderanlage überfallen. Dabei sollen zwei Menschen getötet und sieben verletzt worden sein. Nach algerischen Angaben werden 20 westliche Ausländer als Geiseln gehalten. Die mit Al-Kaida verbundenen Islamisten sprechen von 41 westlichen Geiseln. Die betroffenen Regierungen in London, Washington und Oslo bestätigten ihre Einzelfälle. Die Geiselnahme sei eine Reaktion auf den französischen Militäreinsatz in Mali, erklärten die Islamisten. Sie forderten auch die Freilassung von inhaftierten Gesinnungsgenossen.

    Immer weiter rücken Frankreichs Truppen in den Norden Malis vor - und stellen sich auf einen langen Kampf ein. Deutschland wird sich zunächst mit zwei Transall-Transportflugzeugen der Bundeswehr am Einsatz beteiligen. 

    Frankreich hat seine Bodenoffensive gegen die Islamisten im Norden von Mali gestartet und stellt sich auf einen langen Kampf ein. In der von Islamisten kontrollierten Stadt Diabali lieferten sich französische Spezialtruppen Gefechte mit den Aufständischen, wie aus Sicherheitskreisen verlautete. In Algerien wurden bei einem Überfall von Islamisten auf einen BP-Standort mindestens zwei Menschen getötet.

    Souveränität über das ganze Staatsgebiet

    Im Osten des Konfliktgebiets sei der Einsatz erfolgreich, sagte der französische Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian dem Sender RTL, im Westen sei die Lage schwieriger. Dort befänden sich die "fanatischsten" Gruppen, die obendrein "am besten organisiert" und "am stärksten bewaffnet" seien. Es sei aber von Anfang an klar gewesen, dass es ein schwieriger Einsatz werden würde, sagte er. Es werde ein "langer Kampf", an dessen Ende das Ziel stehe, dass Mali seine Souveränität über das gesamte Staatsgebiet zurückerlange.

    Links
    Verzagtes Deutschland

    Zuvor seien die Bodentruppen in der Hauptstadt Bamako stationiert gewesen, dann hätten sie sich aber in den Norden aufgemacht, vor allem, um die Stadt Diabali 400 Kilometer nördlich von Bamako zurückzuerobern, sagte der Minister. Dort lieferten sich französische Spezialtruppen Nahkämpfe mit den Islamisten, Sicherheitskreisen zufolge waren auch Einheiten der malischen Armee vor Ort. Die regulären französischen Bodentruppen hielten sich demnach in der Stadt Niono rund 50 Kilometer südlich von Diabali sowie in der noch weiter entfernten Stadt Markala in Alarmbereitschaft.

    Strategisch wichtige Brücke

    Zum Schutz einer strategisch wichtigen Brücke auf dem Fluss Niger in Markala wurde zudem eine französische Einheit entsandt. Diese solle sicherstellen, dass die Islamisten nicht in das Gebiet vordringen könnten, da sie so eine Verbindung zum Süden erhielten, hieß es von Seiten des Militärs.

    Mali: Vorzeigestaat fällt an Islamisten

    Militärputsch im Norden Malis

    Karte: Mali / Quelle: ZDF

    Das westafrikanische Mali galt lange als demokratischer Vorzeigestaat in Afrika. Gleichzeitig kämpfen die Menschen aber seit Jahren ums Überleben: Die durchschnittliche Lebenserwartung der rund 14,5 Millionen Einwohner, darunter etwa 300.000 Angehörige des Berbervolkes der Tuareg, liegt bei nur 53 Jahren. Das 1,2 Millionen Quadratkilometer große Land am Südrand der Sahara ist einer der wichtigsten Baumwoll-Produzenten Afrikas. Dürreperioden haben der Landwirtschaft aber nachhaltig geschadet. 60 Prozent des Landes ist von Wüste bedeckt.

    Die Tuareg

    In den 1980er Jahre hatten viele Tuareg nach einer Dürre Mali verlassen. Als sie zurückkehrten, führten sie Krieg gegen die Regierungstruppen. Nach langen Verhandlungen wurden die Tuareg in Malis Armee integriert. Auch Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi rekrutierte Tuareg für seine Streitkräfte. Nach Gaddafis Sturz kehrten viele in die Heimat zurück und schlossen sich Aufständischen im Norden Malis an.

    Die Islamisten in Mali

    Nach einem Militärputsch gegen die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré im vergangenen März rückten die mit verschiedenen Islamistengruppen verbündeten Rebellen im Norden immer weiter vor. Die Gruppe Ansar Dine, der Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt werden, rief im April gemeinsam mit der Tuarag-"Nationalbewegung" MNLA die unabhängige "Islamische Republik Azawad" in Nord-Mali aus. Seit der Machtübernahme der Islamisten flohen Hunderttausende aus dem Gebiet. In der Stadt Timbuktu, wo drei große Moscheen sowie 16 Friedhöfe und Mausoleen zum Weltkulturerbe gehören, ließen die Islamisten mehrere dieser historischen Heiligtümer zerstören.

    Spannungen zwischen Tuareg und Islamisten

    Spannungen zwischen Tuareg und Islamisten eskalierten zu offenen Kämpfen. Bei Gefechten der Tuareg mit Kämpfern der mit Ansar Dine verbundenen "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MUJAO) wurden Ende Juni in der Stadt Gao mindestens 20 Menschen getötet. Um das Chaos im Land zu stoppen, könnte eine Regionaltruppe eingreifen. Jedoch befürchten Experten eine militärische Katastrophe in dem unwegsamen Gebiet sowie eine mögliche Ausbreitung der Gewalt auf die ganze Region.

    (Quelle: dpa)

    Le Drian zufolge sind derzeit 800 französische Soldaten in Mali selbst an dem Militäreinsatz "Serval" beteiligt. Die Truppenstärke soll aber auf 2.500 Mann ausgebaut werden. Frankreichs Präsident François Hollande bezeichnete den Militäreinsatz als "die einzige Möglichkeit", um den Vormarsch der islamistischen Kämpfer aufzuhalten. Frankreich habe kein Interesse daran, langfristig in Mali zu bleiben, sagte er in Dubai.

    "Unverzüglich" zwei Transall-Maschinen

    Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte zuvor angekündigt, Deutschland wolle "unverzüglich" zwei Transall-Transportflugzeuge der Bundeswehr nach Mali entsenden. Die deutschen Flugzeuge sollten einen Einsatz der ECOWAS unterstützen, nicht aber den Einsatz Frankreichs, sagte er. Frankreich habe bereits im Gegensatz zur ECOWAS Transporthilfe von anderen Staaten angeboten bekommen. So sagte etwa Belgien Transportflugzeuge und Helikopter zu, Großbritannien und Kanada boten Truppentransporter an.

    16.01.2013, Quelle: dpa, afp
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