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Terra X
Phantom der Tiefsee: Riesenkalmar
VideoDie Sendung in voller Länge
VideoZDFheute: Erste Bilder vom Riesenkalmar
Film über lebende Tiefseekalmare erstmals in Deutschland
Er ist seit Jahrtausenden ein Mythos: der Tiefsee-Kalmar, das größte Weichtier der Erde. Dass das vielarmige Ungetüm mehrere Meter lang werden kann, wusste man nur durch zufällig gefundene Kadaver. Jetzt ist es erstmals einem japanischen Kamerateam mit großem technischem Aufwand gelungen, das rätselhafte Wesen in seinem schwer zugänglichen Lebensraum, der Tiefsee, zu filmen. Terra X zeigt die Dokumentation am Sonntag, dem 17. Februar, um 19:30 Uhr.
Seit Menschen die Weltmeere befahren, ist der Riesenkalmar Architeuthis das größte Mysterium der marinen Tierwelt - bis heute. Bereits der römische Schriftsteller Plinius der Ältere erwähnt ein Meeresmonster mit zehn Meter langen Fangarmen. Im Lauf der Jahrhunderte entdeckte man Teile und Kadaver des Giganten an Stränden und in Fischernetzen. Von Mythen, Horrorgeschichten und Seemannsgarn umsponnen, fand der Tiefsee-Riese auch Eingang in die Weltliteratur, so in "20.000 Meilen unter dem Meer" von Jules Verne.Ein Phantom für die Wissenschaft
Selbst tote Riesenkalmare sind selten, wie dieses im Ozeaneum Stralsund.
Quelle: dpa
Quelle: dpa
Die Wissenschaftler und ihre Tricks
Mit ausgefeilter Technik dem Phantom auf der Spur
Tsunemi Kubodera hat für die Expedition 50 Wissenschaftler und Ingenieure aus elf Ländern um sich versammelt. Wichtigste Werkzeuge: zwei kleine, wendige Tauchboote, die bis in tausend Meter Tiefe vordringen können. Sie sind mit speziellen Kabinen aus Acrylharz ausgerüstet, die dem gewaltigen Wasserdruck standhalten und einen Rundumblick gestatten. Außerdem an Bord: Für die Tauchfahrt eigens entwickelte Kameras, die auch bei spärlichster Beleuchtung scharfe und brillante Bilder liefern können. Zur Beleuchtung dienen spezielle Rotlichtlampen, deren Wellenlänge für Architeuthis unsichtbar ist.
Dr. Tsunemi Kubodera: Der erste Kalmarfotograf
Der japanische Meeresbiologe Tsunemi Kubodera ist ein weltweit führender Experte für den Riesenkalmar. Obwohl er sich schon 40 Jahre lang mit den Kalmaren beschäftigt, geht er bei dieser Expedition zum ersten Mal ins Tauchboot. Weltweit erregte er Aufsehen, als er 2004 die ersten Fotos eines lebenden Riesenkalmars mithilfe einer Fotofalle in der Tiefsee machte. Zwei Jahre später gelang es ihm, Aufnahmen eines Tieres zu machen, das an die Oberfläche gebracht wurde.
Ein bewährter Standort
Pottwale haben den Forschern den idealen Platz für ihre Tauchexpedition verraten. Jedes Jahr zwischen September und Dezember kommen die Tiere in die Gewässer bei den Ogasawara-Inseln im Nordpazifik, die 1000 Kilometer südlich von Tokio liegen. In der Nähe eines Tiefsee-Canons finden sich die Wale in Gruppen zusammen und tauchen bis zu einer Tiefe von 1000 Meter auf der Suche nach Nahrung. Dort wurden auch schon Reste von Tiefseekalmaren an der Oberfläche und bei der Langleinenfischerei gefunden. Und hier hat Kubodera 2004 und 2006 die Aufnahmen von Riesenkalmaren gemacht. Die wichtigsten Spots wurden vor der Expedition genau kartiert.
Dr. Steve O’Shea und der Sexlockstoff
Der Neuseeländer Steve O’Shea ist Spezialist für die Fortpflanzung von Kalmaren. Sein Ansatz bei der Expedition: Er will den Riesen mit Sex überlisten. Dazu steckt er Innereien und Teile des Geschlechtsapparats eines angetriebenen Riesenkalmars in einen Mixer. Er hofft darauf, dass darin auch Lockstoffe enthalten sind, die wiederum einen anderen Kalmar anlocken könnten. Mehrere Liter der Lockmischung werden in einem Tank untergebracht, der in einem der beiden Tauchboote installiert ist. In 600 Meter Tiefe lässt O’Shea den Kalmar-Cocktail über ein Rohr in die See entweichen.
Dr. Randall W. Davis und die Walkamera
Die Idee ist simpel und genial, aber technisch aufwändig: Wale sollen mit einer Kamera versehen werden und so bei Ihrer Jagd nach Kalmaren sich und die Beute in der Tiefsee filmen. Randall Davis ist ein Pionier dieser Technologie, bei der Tiere mit einer automatischen Kamera ausgestattet werden. Doch das Verfahren ist kompliziert: Es muss eine automatische Miniaturkamera am Kopf eines Wals mithilfe eines Saugnapfs befestigt werden. Schwierig wird es vor allem dadurch, dass man den Wal vom Boot aus nur mit einem langen Ausleger erreichen kann und den kurzen Moment abpassen muss, wenn das Tier zum Luftholen an die Oberfläche kommt. Das Manöver gelingt und tatsächlich nimmt der Wal uns mit auf eine Reise in die Tiefe. Doch die Kamera fällt ab, bevor der Wal einen Kalmar vor die Linse bekommt.
Dr. Edith A. Widder und die Biolumineszenz-Falle
Man geht davon aus, dass die meisten Tiere der Tiefsee Lichtsignale aussenden, an denen sich vermutlich auch Architeuthis bei der Jagd orientiert. Edith A. Widder, eine Expertin für Biolumineszenz, hat daher eine künstliche Qualle als Köder konstruiert (s. Bild). Vorbild für das Gerät ist die Kronenqualle, die nur in der Tiefsee vorkommt. Sie sendet einen ganz eigentümlichen Lichtkranz aus, der wie eine Neonreklame aussieht. Der Apparat ist mit einer automatischen Kamera verbunden, die 30 Stunden aufzeichnen kann. Das Ganze wird an einer 700 Meter langen Leine in die Tiefe abgelassen, um dort für 24 Stunden zu treiben. Um die Tiefseekreaturen nicht zu verscheuchen, verwendet die Forscherin Rotlicht zur Ausleuchtung der Umgebung. Und tatsächlich haben die Forscher Erfolg: Obwohl die Kamera nur aus einer festen Perspektive filmen konnte, hat sie doch eine Reihe einmaliger Bilder eingefangen - die ersten Nahaufnahmen des Phantoms.
Der letzte Anlauf: ein Rhombus-Kalmar als Köder
In einem letzten Versuch will das Team den Riesenkalmar mit einem echten Leckerbissen locken: Es ist bekannt, dass Architeuthis sich von kleineren Tiefseekalmaren ernährt und so wird ihm als Köder ein ein Meter großer Rhombus-Kalmar angeboten. Wieder wird nur das für den Tiefseekalmar nicht sichtbare Rotlicht als einzige Lichtquelle verwendet. Und tatsächlich: In circa 600 Meter Tiefe und nur fünf Meter vom Tauchboot entfernt erscheinen plötzlich die Arme des Riesen und schlingen sich um die Beute. Bis auf knapp 1000 Meter folgt ihm das Tauchboot, während sich Architeuthis mit seiner Beute in die Tiefe sinken lässt. Die erste Begegnung mit einem Riesenkalmar in der Tiefsee: eine Sensation! Hier sieht man ihn, wie er die Beute umklammert hält.
Überblick über alle Aktionen der Expedition
Mit Lichtsignalen und Sex-Lockstoffen auf der Pirsch
Nach jahrelanger Vorarbeit stoßen im Juni 2012 drei Wissenschaftler aus Neuseeland, Japan und den USA nahe den Ogasawara-Inseln mit einem speziellen Tauchboot in die Tiefen des Nord-Pazifik vor. Im Vorfeld hatten sie Fangdaten japanischer Fischer ausgewertet und das Suchgebiet eingegrenzt. Zahlreiche Fotos bewiesen, dass sie richtig lagen. Nun dringen sie mit extrem aufwändiger Technik in das Reich des Riesen vor: in die seiner Fanggründe über einem Tiefsee-Canyon.
Das Phantom der Tiefsee endlich lebend vor der Kamera!
Quelle: NHK / NE/ DISCOVERY CHANNEL
Quelle: NHK / NE/ DISCOVERY CHANNEL
Phantastische Tiefeseewelt und Riesenkalmar in HD
Diese NHK-Produktion zeichnet die spannende Entdeckungsgeschichte von Architeuthis nach und zeigt den extrem hohen technischen Aufwand und Ideenreichtum der Wissenschaftler. Sie stellt in Bildern beeindruckender HD-Qualität neben der phantastischen Unterwasserwelt des Tiefsee-Canyons erstmals und weltweit einmalig den Riesenkalmar lebendig und aktiv in seinem unzugänglichen Reich dar. Das Phantom der Tiefe nimmt endlich Gestalt an - ein Meilenstein in der Geschichte der Meeresforschung. Exklusiv für den deutschsprachigen Raum kann das ZDF dieses bis zur Ausstrahlung streng unter Verschluss gehaltene Material präsentieren.
Sendungsinfos zu "Phantom der Tiefsee"
Dokumentation in Zusammenarbeit mit NHK
Regie: Yasuhiro Koyama
Produktion: Eine NHK/ NHK Enterprises/ Discovery Channel-Koproduktion
Redaktion und Deutsche Bearbeitung: Georg Graffe, Michael Leja
Online-Redaktion: Kirsten Bode
Sonntag, 17. Februar 2013, 19.30 Uhr und 03.00 Uhr, ZDF
Samstag, 23. Februar 2013, 16:30 ZDFneo
Dokumentation in Zusammenarbeit mit NHK
Regie: Yasuhiro Koyama
Produktion: Eine NHK/ NHK Enterprises/ Discovery Channel-Koproduktion
Redaktion und Deutsche Bearbeitung: Georg Graffe, Michael Leja
Online-Redaktion: Kirsten Bode
Sonntag, 17. Februar 2013, 19.30 Uhr und 03.00 Uhr, ZDF
Samstag, 23. Februar 2013, 16:30 ZDFneo



