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Maizière besucht Patriot-Truppen

Prinzip Abschreckung

  • Video Türkei: De Maiziere auf Truppenbesuch
  • Grafik Bundeswehr im Ausland
  • Video "Religion wurde wichtiger"
  • Video Anschlagsserie in Aleppo
  • VideoTürkei: De Maiziere auf Truppenbesuch

    Verteidigungsminister de Maiziere ist heute in die Türkei gereist. Dort besuchte er die deutschen Patriot-Einheiten. Dabei warnte er das Regime in Syrien vor einem Angriff auf die Türkei.

    (23.01.2013)
    GrafikBundeswehr im Ausland

    Auslandseinsätze der Bundeswehr

    (Quelle: zdf)
    Video"Religion wurde wichtiger"

    Je länger man die Menschen im Stich lässt, desto größer ist die Gefahr, dass sich Radikale durchsetzen, sagt Krisenjournalist Marcel Mettelsiefen.

    (22.02.2013)
    VideoAnschlagsserie in Aleppo

    Bei den jüngsten Anschlägen in Aleppo sind etwa 61getötet worden.

    (22.02.2013)

    Mit sechs Raketenabwehr-Staffeln schützt die NATO die Türkei vor Angriffen aus Syrien. Auch 300 Bundeswehrsoldaten leisten ihren Beitrag. Bei seinem ersten Besuch bei der Truppe versichert Verteidigungsminister de Maizière: Wir bleiben so lange wie nötig. 

    Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat am Samstag die deutschen Patriot-Raketeneinheiten im osttürkischen Kahramanmaras besucht. "Die NATO steht hier, damit niemand in Syrien auf dumme Gedanken kommt", sagte er nach einer Besichtigung der Stellungen oberhalb der Stadt. Zugleich stellte er klar, die deutschen Soldaten würden so lange dort im Einsatz bleiben, "wie es nötig ist".

    Das deutsche Kontingent gehört ebenso wie Soldaten der USA und der Niederlande zu der NATO-Mission "Active Fence" zum Schutz des Bündnismitgliedes Türkei vor möglichen Raketenangriffen aus Syrien. Beteiligt sind derzeit 309 Soldaten der Bundeswehr. De Maizière wurde bei seinem Besuch von seinen Ressortkollegen aus der Türkei und den Niederlanden, Ismet Yilmaz und Jeanine Hennis-Plasschaart, begleitet.

    Türkei: Angriff aus Syrien derzeit nicht wahrscheinlich

    Syriens Opposition sagt Treffen ab

    Aus Protest gegen das "weltweite Schweigen" zum Konflikt in Syrien hat das wichtigste Oppositionsbündnis eine Reihe von Treffen im Ausland abgesagt. Die syrische Nationale Koalition sagte in einer Erklärung ihre Teilnahme an der internationalen Konferenz der Freunde Syriens in Rom ab, die am kommenden Donnerstag stattfinden soll. Auch von Besuchen in Moskau und Washington wolle die Gruppe absehen, hieß es.

    Syriens größtes Oppositionsbündnis will derweil zumindest in einem Teil des Landes die Macht übernehmen. Wie ein Oppositionssprecher ankündigte, soll am 2. März bei einem Treffen in Istanbul eine Übergangsregierung gebildet werden, die dann die Verantwortung in den von Rebellen eroberten Gebieten übernimmt.

    Yilmaz räumte ein, dass von türkischer Seite die Gefahr eines Angriffs aus Syrien derzeit als nicht sehr hoch eingeschätzt werde. «Das Ergebnis von Abschreckung ist, dass die Bedrohung niedrig ist», sagte dazu de Maizière. Als mögliches Risiko gilt vor allem das syrische Chemiewaffenarsenal.

    Die Patriot-Luftabwehrsysteme der Bundeswehr sowie der USA und der Niederlande, die seit rund einem Monat im Einsatz sind, können Flugzeuge und Raketen bekämpfen und sollen ein Übergreifen des bewaffneten Konflikts in Syrien auf das Nachbarland verhindern. Kahramanmaras liegt etwa hundert Kilometer Luftlinie von der syrischen Grenze entfernt. Die militärische Unterstützung war von der türkischen Regierung erbeten worden.
    Übereinstimmend betonten die Verteidigungsminister den defensiven Charakter der Mission, gegen die es zu Beginn in der Türkei Proteste gegeben hatte. Schon technisch seien die deutschen Raketen wegen ihrer begrenzten Reichweite nicht in der Lage, Ziele in Syrien anzugreifen oder sich dort beispielsweise an der Durchsetzung einer Flugverbotszone zu beteiligen, sagte de Maizière.

    De Maizière dankt Türkei für Gastfreundschaft

    Mit Blick auf Syrien äußerten sich die drei Minister besorgt über die Lage. De Maizière verwies auf die aktuellen Raketenangriffe innerhalb des Landes, unter denen die Zivilbevölkerung zu leiden habe. Zugleich lobte er die türkische Aufnahmebereitschaft für Flüchtlinge aus Syrien, deren Zahl in der Türkei inzwischen auf rund 300.000 angewachsen sei.

    De Maizière dankte der Türkei für ihre Gastfreundschaft. Noch offene Fragen würden sicher bald in gutem Einvernehmen gelöst sein, fügte er mit Blick auf die teils noch provisorische Unterbringung der Soldaten hinzu. So sollen von der Türkei eigens neu hergerichtete Unterkünfte erst demnächst bezogen werden. Zu den deutsch-türkischen Beziehungen sagte der CDU-Politiker, diese sollten weiter "mit dem Herzen gestaltet werden".

    Merkel reist am Sonntag in die Türkei

    De Maizière und Plasschaart besuchten am Morgen auch gemeinsam das Patriot-Kontingent der Niederlande, das in Adana stationiert ist. Laut de Maizière handelt es sich um den ersten derartigen gemeinsamen Truppenbesuch zweier NATO-Ressortchefs. Er wertete dies als Ausdruck der "sehr freundschaftlichen Beziehungen" beider Länder.
    Am Sonntag reist Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in die Türkei, die dort gleichfalls die deutschen Soldaten besuchen will. Nach Angaben de Maizières war das enge Nacheinander der beiden Visiten allerdings nicht geplant, sondern ein Zufall der beidseitigen Terminplanung.

    Das "Patriot"-System

    Mobile Flugabwehr

    "MIM-104-Patriot" ist ein bodengestütztes Raketensystem zur Abwehr von Flugzeugen, Marschflugkörpern und Mittelstreckenraketen. Der Name "Patriot" ist kein Akronym, wird aber oft fälschlich mit "Phased Array Tracking Radar to Intercept On Target" übersetzt. Alle Komponenten sind auf Lastwagen bzw. Sattelaufliegern montiert. Damit können die "Patriot"-Einheiten schnell in ihre Einsatzräume verlegt werden. Durch ihre hohe Mobilität können sie auch weniger leicht geortet und zerstört werden.

    Das System wurde in den 1960er Jahren von den US-Unternehmen Raytheon und Lockheed entwickelt und seitdem mehrfach modernisiert. Es besteht im Wesentlichen aus den Komponenten Radar, Feuerleitstand, Raketenstarter und Raketen. Deutschland wird seine Systeme zur Unterstützung der Luftabwehr in Kahramanmaras stationieren.

    Die Raketen

    Die "Patriot"-Raketen sind einstufige Feststoffraketen. Sie sind – je nach Typ – zwischen 5,18 und 5,30 Meter lang, wiegen zwischen 312 und 914 Kilogramm und tragen Gefechtsköpfe mit 73 bzw. 90 Kilogramm Sprengstoff. Sie erreichen bereits rund sieben Meter nach Verlassen des Starters Überschallgeschwindigkeit. Ihre Höchstgeschwindigkeit liegt bei mehr als dreifacher bzw. fünffacher Schallgeschwindigkeit.

    "Patriot" international begehrt

    "Patriot"-Systeme sind nicht nur bei den US-Streitkräften im Einsatz. Sie wurden nach Deutschland, in die Niederlande, Saudi-Arabien, Kuwait, Japan, Israel, Taiwan und Griechenland exportiert. Neben den USA verfügen Deutschland und die Niederlande über die modernste Version.

    23.02.2013, Quelle: afp, dpa
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