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Nach Vergewaltigung in Indien
Proteste - Regierungschef Singh ruft zu Ruhe auf
VideoIndien: Premier fordert Ruhe
VideoProteste nach Gruppenvergewaltigung
Angesichts massiver Proteste infolge der Vergewaltigung einer Studentin durch eine Gruppe von Männern in Indiens Hauptstadt Neu Delhi hat Regierungschef Manmohan Singh zur Ruhe aufgerufen. Er äußerte Verständnis für "aufrichtige und berechtigte Wut", mahnte aber "Frieden und Ruhe" an.
"Als Vater dreier Töchter habe ich die gleichen Gefühle wie Sie", sagte Singh. "Ich versichere, dass wir alle möglichen Anstrengungen unternehmen werden, um für die Sicherheit aller Frauen im Land zu sorgen." Zu den Ausschreitungen bei den Demonstrationen sagte er, Gewalt führe nicht weiter. Wegen der Vergewaltigung der Studentin war Indien am Wochenende von massiven Protesten erschüttert worden.100 Verletzte bei ZusammenstößenTrotz eines Versammlungsverbots im Zentrum von Neu Delhi lieferten sich Demonstranten und Sicherheitskräfte am Sonntag den zweiten Tag in Folge heftige Auseinandersetzungen. Dabei wurden laut Polizeiangaben hundert Menschen, darunter 60 Polizisten, verletzt. Auch am Montag blieben die Regierungsgebäude aus Angst vor weiteren Ausschreitungen abgesperrt.Die Studentin war am 16. Dezember von sechs Männern in einem Bus in Neu Delhi vor den Augen ihres Freunds vergewaltigt und mit einer Eisenstange schwer verletzt worden. Laut Polizei waren die Täter betrunken und hatten den nicht in Betrieb befindlichen Bus mit getönten Scheiben in Gang gesetzt. Sie ließen das ahnungslose Paar einsteigen, das dachte, es handle sich um einen regulären Bus. Nach der Tat warfen die Täter das Paar aus dem fahrenden Bus. Die Täter befinden sich in Haft.
Die junge Frau liegt noch im Krankenhaus. Ihr Vater rief im Fernsehen zu Gebeten für seine Tochter auf. Zudem forderte er die Demonstranten auf, friedlich zu bleiben.Häufig Gewalt gegen Frauen - Todesstrafe?
Im Nordosten des Landes wurde am Sonntag ein Fernsehjournalist bei einem Protest gegen einen sexuellen Übergriff auf eine Schauspielerin erschossen. Laut Polizei starb der 36-Jährige, nachdem die Polizei in Imphal im Bundesstaat Manipur das Feuer eröffnete. Laut der Nachrichtenagentur PTI wurden fünf Polizisten suspendiert.
Der Fall der Schauspielerin hatte in Manipur zu zahlreichen Protesten geführt, die nach dem Bekanntwerden der Misshandlung der Studentin in Neu Delhi weiter angefacht wurden. Die Momoko genannte Schauspielerin war vergangene Woche von einem bewaffneten Aktivisten einer verbotenen Rebellengruppe während einer Vorstellung von der Bühne gezogen worden. Anschließend versuchte der Täter, sie zu vergewaltigen.
Die jüngsten Proteste rückten die Häufigkeit der Gewalt gegen Frauen in Indien stärker in den Fokus. Nach offiziellen Angaben richteten sich 2011 von rund 256.000 registrierten Gewalttaten mehr als 228.000 gegen Frauen. Neu Delhi gilt zudem als die Stadt mit den meisten Vergewaltigungen in Indien. Offiziellen Angaben zufolge gab es in diesem Jahr einen Anstieg von 17 Prozent auf 661 Fälle. Die Rufe nach der Todesstrafe für Vergewaltiger wurden zuletzt lauter. Mehrere Minister sagten, sie würden dies prüfen.



