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25.05.2013

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Nach dem Meteoriten-Einschlag

Riesen-Asteroid rast an Erde vorbei

  • Video Asteroid fliegt an Erde vorbei
  • Video Lesch: "Riesengroßer Zufall"
  • Bilderserie Asteroiden und ihre Folgen
  • Video Himmelsspektakel: Meteorit und Asteroid
  • VideoAsteroid fliegt an Erde vorbei

    Ein Asteroid raste Richtung Erde: Gegen 20.30 Uhr flog er mit einem Abstand von etwa 28.000 km an unserem Planeten vorbei. Viele Hobby-Astronomen haben sich auf das seltene Spektakel vorbereitet.

    (15.02.2013)
    VideoLesch: "Riesengroßer Zufall"

    "Alle 500.000 Jahre rechnet man damit, dass so ein großer Brocken" wie der Asteroid heute "hier einschlägt", erklärt Prof. Harald Lesch. Zufällig gleichzeitig sei der Meteoritenregen nieder gegangen.

    (15.02.2013)
    BilderserieAsteroiden und ihre Folgen
    Illustration: Planetensystem / Quelle: imago
    (15.02.2013)
    VideoHimmelsspektakel: Meteorit und Asteroid

    Am Morgen ist über Russland ein Meteoritenregen niedergegangen. Und heute Abend wird gegen 20:30 Uhr ein Asteroid an der Erde vorbei fliegen - mit einem Abstand von nur 28.000 km.

    (15.02.2013)

    Kurzmeldung

    • Asteroid rast an der Erde vorbei 20:34 15.02.2013
      Der Asteroid "2012 DA14" hat am Freitagabend die Erde passiert. Um 20.24 Uhr deutscher Zeit hatte er mit 27.800 Kilometern seinen erdnächsten Punkt erreicht und entfernte sich dann wieder. Damit war der Asteroid dichter an der Erde als viele Satelliten und weit näher dran als der Mond. Zu sehen war er aber nur mit guten Ferngläsern. Dennoch war in der Geschichte der modernen Astronomie noch kein Himmelskörper der Erde so nahe. Nur Stunden zuvor war in Russland ein Meteorit eingeschlagen und hatte etwa 1.200 Menschen verletzt. Beide Himmelskörper hätten aber nichts miteinander zu tun, betonten Experten.

    Der Meteoriten-Einschlag im Ural lässt ahnen, was passieren könnte, wenn... Doch die Experten haben Recht behalten: Der Tausende Tonnen schwere Asteroid "2012 DA14" ist an uns vorbeigerast, wenn auch ganz dicht. Der Mond ist rund 15 Mal weiter entfernt. 

    Wie lassen sich Zusammenstöße verhindern?

    von Britta Wagner

    Nach dem Meteoriten-Einschlag im Ural nähert sich heute Abend der Asteroid "2012 DA14" der Erde bis auf auf 27.700 Kilometer – das ist ein Dreizehntel der Entfernung zum Mond. Treffen wird er uns nicht. Aber auch er wirft die Frage auf: Wie lenkt man unerwünschten Besuch aus dem Weltraum ab?

    Experten sind sich einig: Es besteht keine Gefahr, dass "2012 DA14" heute auf der Erde einschlägt. "Die Bahn des Asteroiden ist gut genug bekannt, um das auszuschließen", sagt Don Yeomans, der bei der US-Weltraumbehörde NASA das Programm für erdnahe Objekte leitet. Auch laut seinem ESA-Kollegen Detlef Koschny ist eine Kollision mit "2012 DA14" zumindest in diesem Jahrhundert nicht zu erwarten. Beide machen sich auch wenig Sorgen, dass der Asteroid Satelliten beschädigen könnte. Er kommt uns zwar näher als Kommunikationssatelliten, dennoch fliegt er durch eine Region, in der kaum etwas um die Erde kreist. Bis in die Umlaufbahn der internationalen Raumstation ISS und anderer Satelliten schafft er es nicht.

    Kein Zusammenhang mit Meteoriten-Einschlag

    Die Experten sind sich außerdem sicher, dass "2012 DA14" nichts mit dem Meteoriten-Einschlag im Ural zu tun hat, bei dem am Morgen Hunderte Menschen verletzt wurden: "Das ist etwas völlig anderes", erklärt die ESA. "Flugbahn und Ort des Einschlages sprechen dagegen."

    Britta Wagner / Quelle: Britta Wagner

    Britta Wagner schreibt für heute.de über Wissenschaftsthemen
    Quelle: Britta Wagner

    Die Flugbahn von "2012 DA14" können die Forscher recht gut einschätzen, ansonsten wissen sie noch ziemlich wenig über den erdnahen Asteroiden – obwohl er ein typischer Vertreter seiner Art sein dürfte. "2012 DA14" wurde erst im vergangenen Februar von spanischen Amateur-Astronomen entdeckt – daher auch die Jahreszahl in seinem Namen. Seine Zusammensetzung ist unklar, und seine Größe lässt sich bisher nur schätzen. Ausgehend von seiner Helligkeit dürfte er etwa 45 Meter groß sein - "aber es könnten auch 20 oder 80 Meter sein", sagt Alan Harris vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. "Gerade in dieser Größenordnung ist das ein wichtiger Unterschied."

    Brocken unter 30 Metern verglühen, bevor sie Schäden anrichten. Ab etwa 50 Metern erzeugen sie einen Krater. In unbewohnten Gebieten wäre ein solcher Treffer kein Problem – anders sähe das in Ballungsräumen aus: Schon ein 80-Meter-Asteroid könnte laut Harris das Gebiet von Los Angeles vernichten. Und ab einem Kilometer Durchmesser wären die Auswirkungen des Einschlags global zu spüren.

    Bekannte Asteroiden sind ungefährlich

    Von den geschätzt 1.000 mehr als einen Kilometer großen Brocken kennen die Forscher 95 Prozent, von den Asteroiden ab 100 Meter etwa 25 Prozent. Bei kleineren Brocken zwischen 30 und 50 Metern ist nur ein Bruchteil von insgesamt geschätzt einer Million bekannt. Die gute Nachricht: Alle bekannten Objekte stellen in den nächsten Jahrzehnten keine Gefahr dar. Beim 270 Meter großen Asteroiden "Apophis" hat die NASA mit neuen Daten erst vor kurzem ausgeschlossen, dass er die Erde 2036 treffen könnte. Vorher hatte es kurzzeitig noch gefährlicher ausgesehen: Für ein paar Tage lag die Wahrscheinlichkeit für einen Treffer im Jahr 2029 bei 2,7 Prozent – so hoch war bisher noch kein Objekt in der Risikoliste eingestuft.

    Mit der NASA den Asteroiden verfolgen

    "2012 DA14" erreicht gegen 20.40 Uhr unserer Zeit die dichteste Annäherung an die Erde. Mit dem bloßen Auge ist er allerdings nicht zu sehen. Und auch mit einem guten Fernglas wird es wegen seiner hohen Geschwindigkeit von 7,8 Kilometer pro Sekunde schwierig, ihn zu entdecken. Am besten wird der Asteroid in Indonesien zu sehen sein. Die NASA plant auch begleitende Videoangebote: Dabei beantworten Forscher auch Fragen über soziale Netzwerke (englisch). Eine  NASA-Animation zeigt, was heute Abend passiert, eine Simulation zeigt, wo sich der Asteroid aktuell befindet (alle zwei Minuten aktualisiert).

    Laut NASA-Statistik ist rund alle 1.200 Jahre mit einem Einschlag eines Asteroiden der Größenordnung von "2012 DA14" zu rechnen – bei der Größenordnung von "Apophis" steigt das auf seltener als alle 40.000 Jahre. Doch die Statistik sagt nichts darüber aus, wann es passiert. Bleibt die Frage: Wie kann man sich gegen ungebetenen Besuch aus dem Weltraum rüsten?

    Wie lenkt man einen Asteroiden ab?

    Die ESA arbeitet derzeit an dem Ziel, alle erdnahen Objekte mindestens drei Wochen vor ihrer dichtesten Annäherung an unseren Planeten zu entdecken. Für gefährliche Asteroiden mit Kurs auf die Erde wäre das knapp – es gebe maximal Zeit für eine Evakuierung des Einschlaggebietes oder den Einsatz einer Atombombe als letzte Hoffnung.

    Meteorit, Meteor, Asteroid?

    Asteroid

    Asteroide werden auch Kleinplaneten oder Planetoide genannt. Sie ähneln Planeten, sind aber viel kleiner. Wie Planeten bewegen sie sich auf einer Umlaufbahn um die Sonne.

    Meteorit

    Meteoriten sind felsartige Körper, die in die Erdatmosphäre eintreten und dabei aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeiten verglühen. Täglich dringen Meteoriten mit einer Gesamtmasse von etwa 40 Tonnen in die Atmosphäre ein. Die meisten von ihnen sind Bruchstücke von Asteroiden. Für Wissenschaftler sind die Eindringlinge ein Glücksfall, denn an ihrer Zusammensetzung lässt sich die Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,5 Milliarden Jahren studieren.

    Meteor

    Meteor oder Sternschnuppe werden Leuchterscheinungen am Himmel genannt. Sie werden außer von Meteoriten auch von vollständig verglühenden Partikeln aus dem All verursacht. Sternschnuppen können gut am klaren Nachthimmel beobachtet werden, sehr selten sind sie aber auch tagsüber zu sehen. Sie treten nicht nur sporadisch auf, sondern auch in Schwärmen wie die Lyriden oder die Perseiden. Auch besonders helle Objekte - sogenannte Boliden oder Feuerkugeln - sind keine Seltenheit.

    Realistische Abwehr-Missionen bräuchten dagegen mehrere Jahre Vorlauf. Eine Idee ist der kinetische Impaktor: Eine Sonde wird auf den Asteroiden geschossen, um seine Bahn abzulenken. Dafür wäre es aber gut, vorher eine Erkundungsmission zu starten: Ist der Asteroid porös, wie wird er reagieren, verpufft der Einschlag einfach? Mit noch mehr Zeit wäre auch ein Schwerkraft-Traktor denkbar: eine Sonde, die den Asteroiden über Jahre hinweg mit ihrer Anziehungskraft immer ein kleines Stückchen weiter ablenkt. "Auf dem Papier funktioniert das prima", sagt Harris. Er würde im Projekt "NEOShield" gern beide Varianten in der Praxis an einem ungefährlichen Asteroiden ausprobieren. Derzeit versucht er, die Finanzierung dafür auf die Beine zu stellen – am liebsten mit weltweiter Unterstützung, denn die Asteroiden-Abwehr gehe ja schließlich alle Menschen etwas an.

    15.02.2013
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