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25.05.2013

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Neues Adoptiongesetz

Russlands Kinder und Putins Machtkampf

  • Video Russlands Kinder und Putins Machtkampf
  • Video Adoption im Ausland
  • Video Babyhandel in Bulgarien
  • VideoRusslands Kinder und Putins Machtkampf

    Russlands neues Adoptionsgesetz trifft auch behinderte Kinder, die im Land selbst kaum eine Chance auf Adoption hatten. Amerikaner dürfen sie von jetzt ab nicht mehr zu sich nehmen - wegen eines Machtkampfs des Kremls mit den USA.

    (28.12.2012)
    VideoAdoption im Ausland

    Paare wie Tanja und Ralf Bockstedte brauchen starke Nerven, um ein ausländisches Kind zu adoptieren. Rolf Behrentin, Fachanwalt für Familienrecht, beschreibt den steinigen Weg einer solchen Adoption.

    (05.12.2012)
    VideoBabyhandel in Bulgarien

    Hoffnungslose Armut auf der einen, unerfüllter Kinderwunsch auf der anderen Seite. An der Grenze zwischen Griechenland und Bulgarien blüht das schmutziges Geschäft mit Neugeborenen.

    (25.07.2012)

    Adoptionsverbot für Amerikaner

    Amerikaner dürfen keine russischen Kinder mehr adoptieren - das verbietet ab jetzt das neue Adoptionsgesetz. Es ist eine Retourkutsche des Kreml auf die US-Kritik an Russlands Menschenrechtspolitik. Doch die Leidtragenden sind vor allem die Kinder. 

    Alle Beschwichtigungsversuche haben den Kreml nicht von der Retourkutsche abbringen können: Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnete ein umstrittenes Gesetz, mit dem US-Bürgern die Adoption russischer Kinder untersagt wird. Keine 24 Stunden nach der Zustimmung des Parlaments nahm es damit die letzte Hürde.

    Überraschend kam der Schritt nicht, nachdem ihn Putin vorab als legitime Antwort auf ein US-Gesetz rechtfertigt hatte, das Sanktionen gegen russische Staatsdiener vorsieht, die sich Verstößen gegen die Menschenrechte schuldig machen. Eine Kampagne im staatsnahen russischen Fernsehen gegen amerikanische Adoptiveltern tat ihr Übriges, Washington protestierte vergeblich.

    Elternlose Kinder ihrer Chancen beraubt

    Die US-Behörden hätten zugelassen, dass Amerikaner, die der Gewalttaten gegen russische Adoptivkinder verdächtigt würden, straffrei davonkämen, lautete Putins medial verbreitete Argumentation. Damit bezog sich der Staatschef offenbar auf einen Fall, bei dem ein adoptiertes Kleinkind aus Russland 2008 starb, nachdem es von seinem amerikanischen Adoptivvater bei brütender Hitze in einem Auto zurückgelassen worden war. Der Mann wurde von einem Gericht freigesprochen.

    Das US-Außenministerium hatte den Kreml vorab gewarnt: "Es ist verfehlt, das Schicksal von Kindern mit politischen Erwägungen in Verbindung zu bringen, die damit nichts zu tun haben", ließ die Behörde über einen Sprecher mitteilen. Russische Adoptionsbefürworter wähnen elternlose Kinder nun um eine Chance gebracht, dem Waisenhaus zu entkommen. Selbst Putins Außenminister Sergej Lawrow sieht Verfassung und internationale Abkommen durch das russische Gesetz verletzt. Befürworter nennen es hingegen eine "lange überfällige Antwort" auf die US-Maßnahme, zumal russische Kinder ohnehin in russische Familien gehörten.

    US-Adoptionen von russischen Kindern

    Adoptionen durch Ausländer stiegen nach dem Fall der Sowjetunion 1991 sprunghaft an und sind generell ein sensibles Thema in Russland. Dort wachsen nach Regierungsangaben mehr als 650.000 Kinder ohne Vater und Mutter auf, weil sie Waisen sind oder ihre Eltern ihrer Aufgabe nicht gewachsen waren. Nach UNICEF-Schätzungen sind 740.000 Jungen und Mädchen ohne Eltern. Gut 100.000 von ihnen lebten 2011 in Kinderheimen, die als chronisch überfüllt gelten.

    Im vergangenen Jahr haben US-Familien nach Moskauer Angaben fast 1.000 russische Kinder adoptiert. In den vergangenen 20 Jahren waren es mehr als 60.000 russische Kinder. Befürworter des Adoptionsverbotes verweisen auf rund 20 Fälle in den vergangenen zehn Jahren, in denen russische Kinder in ihren US-Adoptionsfamilien gestorben sind. Nach Angaben des Kinderrechtlers Pawel Astachow liegen nun 46 vorbereitete Adoptionen durch US-Bürger auf Eis.


    Beck fordert Einreiseverbote wegen Magnitski-Affäre

    Der politische Streit zwischen Russland und den USA ist eng mit dem Schicksal des russischen Rechtsanwalts Sergej Magnitski verknüpft. Er hatte Angehörige des russischen Innenministeriums massiver Korruption beschuldigt, wurde daraufhin selbst wegen Steuervergehen verurteilt und kam 2009 im Gefängnis um. Eine private Untersuchung hatte ergeben, dass Magnitski die ärztliche Versorgung verwehrt wurde, nachdem er zusammengeschlagen worden war. Der einzige Angeklagte in der Affäre, Gefängnisarzt Dimitri Kratow, wurde jetzt erwartungsgemäß freigesprochen, weil nach Ansicht der Moskauer Richter keine Beweise für eine fahrlässige Tötung vorlagen.

    Der menschenrechtspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, nannte den Freispruch einen Offenbarungseid für die russische Justiz: Die Bundesregierung solle nun im Gegenzug "Einreiseverbote für die Verantwortlichen am Tod Magnitskis" prüfen. Dessen Fall hatte sowohl in Russland als auch international Empörung ausgelöst. Als Reaktion auf die nebulösen Todesumstände erließ der US-Kongress diesen Monat ein Gesetz im Namen des Verstorbenen, dass Sanktionen gegen russische Staatsdiener vorsieht, die sich Verstößen gegen die Menschenrechte schuldig machen. Daraufhin wurde in Russland das ebenfalls umstrittene Adoptionsverbot erlassen.

    28.12.2012, Quelle: dapd, reuters
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