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ANC-Parteitag
Südafrikas Regierungspartei ringt mit sich selbst
BildSüdafrikas Regierungspartei ANC
InteraktivNelson Mandela und die Apartheid
In Südafrikas Regierungspartei rumort es. In der einst stolzen Befreiungsbewegung ist die Stimmung im 100. Jahr ihres Bestehens auf dem Tiefpunkt. ANC-Chef Zuma muss auf dem heute beginnenden Parteitag mit einem Herausforderer rechnen.
Ein Parteitag wird zur Machtprobe. Der in Südafrika regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC) ist zerstritten und wird von Korruptionsskandalen erschüttert. Präsident Jacob Zuma (70) will als Parteichef bestätigt werden. Das ist zugleich eine Vorentscheidung über die Kandidatur für eine zweite Amtszeit als Staatsoberhaupt im Jahr 2014. Doch Zuma muss mit Gegenwind rechnen, wenn die Delegierten von heute bis zum 21. Dezember in Mangaung bei Bloemfontein zusammenkommen.Es rumort in der ParteiDie einstige Befreiungsbewegung ANC, die in diesem Jahr ihren hundertsten Geburtstag feierte, regiert Südafrika seit dem Ende der Apartheid 1994 mit großer Mehrheit.
ANC-Chef und Südafrikas Präsident: Jacob Zuma
Quelle: reuters
Quelle: reuters
Der Afrikanische Nationalkongress (ANC)
Macht mit Tradition
Seit mittlerweile 18 Jahren stellt die südafrikanische Partei "Afrikanischer Nationalkongress", kurz ANC (African National Congress) die Regierung in Südafrika. Ihr bekanntester Politiker, Nelson Mandela, führte Südafrika 1994 von der Apartheid in die Demokratie.
Erst friedlich, dann bewaffnet
Ursprünglich war der ANC eine Widerstandsorganisation: 1912 gegründet, wurde sie 1960 sogar per Gesetz für illegal erklärt. Anfangs unter der Führung von Oliver Tambo kämpften ANC-Anhänger von den 60er Jahren bis 1990 im Untergrund gegen die Missstände in Südafrika, besonders gegen die Rassentrennung. Die ANC-Aktivisten organisierten sogar militärische und politische Schulungen im Ausland für die Organisation. Unterstützt wurden sie dabei insbesondere von der Sowjetunion und Kuba, aber auch der DDR.
Von Saboteuren zu Politikern
Im Ausland militärisch geschult wurden der ANC-Mitgleder in den 1960ern und 70ern vor allem für Sabotageakte an der Infrastruktur Südafrikas und gegen die Exekutive bekannt. Außerdem organisierten die Aktivisten Boykotte, Streiks und Aufstände. Einer der Saboteure war auch Nelson Mandela, der – wie viele andere – deshalb verurteilt und inhaftiert wurde. Die Wende kam mit der Legalisierung des ANC 1990: Der damalige Präsident Südafrikas, Frederik Willem de Klerk, hob das Verbot für diverse Anti-Apartheidsgruppen auf.
Enttäuschte Erwartungen
Heute verliert der seit 18 Jahren regierende ANC besonders bei den Südafrikanern aus den Townships an Zuspruch. Fast die Hälfte der Bewohner Südafrikas lebt unter der Armutsgrenze, wenige haben Hoffnung auf soziale Verbesserungen im Land. Dem ANC wird im diesen Zusammenhang häufig vorgeworfen, sich zu wenig gegen die Armut im Land einzusetzen. Gegenseitige Korruptionsvorwürfe unter ANC-Kandidaten, wie die, die 2008 Präsident Mbeki vorzeitig zum Rücktritt zwangen, erschweren außerdem den Stand der Partei. Thabo Mvuyelwa Mbeki war von 1999 bis 2008 Präsident Südafrikas und wurde schon vor einem Amtsantritt der Korruption und Vergewaltigung beschuldigt - von beiden Vorwürfen sprachen die Richter ihn allerdings frei.



