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Uni beschließt Überprüfung
Schavan: Kein Plagiat
VideoSchavan weist Plagiatsvorwürfe zurück
Video"Schavan kämpft um ihr Amt"
VideoGlaubwürdigkeit einer Ministerin
Bildungsministerin Schavan ist davon überzeugt, dass sie die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrer Promotion ausräumen kann. Am Dienstag hatte die Universität Düsseldorf ein Verfahren eingeleitet.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan hat die Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität aufgefordert, bei der Prüfung ihrer Doktorarbeit Experten außerhalb der Hochschule heranzuziehen. Sie gehe davon aus, dass auch externe Fachgutachten eingeholt würden, teilte die CDU-Politikerin in Berlin mit. Die intensive Beschäftigung mit ihrer Dissertation habe sie in der Überzeugung bestärkt, dass diese kein Plagiat sei. "Ich bin davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden."
Schriftliche Erklärung Schavans
"Am 2. Mai 2012 sind die anonymen Plagiatsvorwürfe bekannt geworden. Am gleichen Tag habe ich den Rektor der Universität Düsseldorf telefonisch gebeten, diese Vorwürfe - bezogen auf meine dort 1980 eingereichte Dissertation - prüfen zu lassen. In den über 8 Monaten seither hatte ich Gelegenheit, mit zahlreichen Fachwissenschaftlern eingehend über die Plagiatsvorwürfe zu sprechen.
Die intensive Beschäftigung mit dem Text meiner Dissertation - auch im Zusammenhang mit meiner schriftlichen Stellungnahme zu der Ausarbeitung des Vorsitzenden des Promotionsausschusses - bestärken mich in meiner Überzeugung, dass meine Dissertation kein Plagiat ist. Ich gehe davon aus, dass mit der Eröffnung eines ergebnisoffenen Verfahrens jetzt auch verbunden ist, externe Fachgutachten einzuholen. Ich bin davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden."
"Am 2. Mai 2012 sind die anonymen Plagiatsvorwürfe bekannt geworden. Am gleichen Tag habe ich den Rektor der Universität Düsseldorf telefonisch gebeten, diese Vorwürfe - bezogen auf meine dort 1980 eingereichte Dissertation - prüfen zu lassen. In den über 8 Monaten seither hatte ich Gelegenheit, mit zahlreichen Fachwissenschaftlern eingehend über die Plagiatsvorwürfe zu sprechen.
Die intensive Beschäftigung mit dem Text meiner Dissertation - auch im Zusammenhang mit meiner schriftlichen Stellungnahme zu der Ausarbeitung des Vorsitzenden des Promotionsausschusses - bestärken mich in meiner Überzeugung, dass meine Dissertation kein Plagiat ist. Ich gehe davon aus, dass mit der Eröffnung eines ergebnisoffenen Verfahrens jetzt auch verbunden ist, externe Fachgutachten einzuholen. Ich bin davon überzeugt, dass die unbegründeten Plagiatsvorwürfe ausgeräumt werden."
Historiker: "Über Verjährung nachdenken"
Der Historiker Paul Nolte hält die Täuschungsvorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan für unverhältnismäßig. Der Geschichtsprofessor an der Freien Universität Berlin sagt, es sei an der Zeit, über eine Verjährung nachzudenken. Die zähe Prüfung der Universität Düsseldorf sei ein fragwürdiges Verfahren, mit dem Leben eines Menschen umzugehen. Nolte sagte, zwar habe man auch 1980, zu Zeiten von Schavans Doktorarbeit, gewusst, was ein korrektes Zitat ist. "Aber eine Promotion, auch in dem Fach Erziehungswissenschaften, eine Direktpromotion, war damals etwas anderes. Also: Fachkulturen, Zitierkulturen, Wissenschaftskulturen, die sich verändern - das muss man doch auch in Rechnung stellen", sagte er. Nolte betonte, der Fall Schavan könne nicht mit dem Fall des ehemaligen Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg verglichen werden. Er kritisierte in diesem Zusammenhang scharf den um sich greifenden und für sein Empfinden übertriebenen Ehrgeiz mancher Politiker, sich mit einem Doktortitel zu schmücken.
Der Historiker Paul Nolte hält die Täuschungsvorwürfe gegen Bildungsministerin Schavan für unverhältnismäßig. Der Geschichtsprofessor an der Freien Universität Berlin sagt, es sei an der Zeit, über eine Verjährung nachzudenken. Die zähe Prüfung der Universität Düsseldorf sei ein fragwürdiges Verfahren, mit dem Leben eines Menschen umzugehen. Nolte sagte, zwar habe man auch 1980, zu Zeiten von Schavans Doktorarbeit, gewusst, was ein korrektes Zitat ist. "Aber eine Promotion, auch in dem Fach Erziehungswissenschaften, eine Direktpromotion, war damals etwas anderes. Also: Fachkulturen, Zitierkulturen, Wissenschaftskulturen, die sich verändern - das muss man doch auch in Rechnung stellen", sagte er. Nolte betonte, der Fall Schavan könne nicht mit dem Fall des ehemaligen Verteidigungsministers Karl Theodor zu Guttenberg verglichen werden. Er kritisierte in diesem Zusammenhang scharf den um sich greifenden und für sein Empfinden übertriebenen Ehrgeiz mancher Politiker, sich mit einem Doktortitel zu schmücken.



