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Neuer US-Finanzminister

"Schlimmste Unterschrift der Welt" erregt Amerika

  • Bild Unterschrift von Jack Lew
  • Video Einigung im US-Haushaltsstreit
  • Video US-Notenbank kauft mehr Anleihen
  • Video Obama formt seine neue Regierung
  • BildUnterschrift von Jack Lew
    Unterschrift von Jack Lew
    VideoEinigung im US-Haushaltsstreit

    Im Streit um den US-Haushalt gibt es vorerst eine Einigung. Das Repräsentantenhaus stimmte einer Kompromissvorlage des Senats zu und vermied damit den drohenden Sturz von der Fiskalklippe.

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    VideoObama formt seine neue Regierung

    US-Präsident Obama formt die Regierung für seine zweite Amtszeit. Neuer Verteidigungsminister soll der Republikaner Chuck Hagel werden. Er muss aber noch vom Senat bestätigt werden.

    (08.01.2013)

    Kaum ist durchgesickert, dass US-Präsident Obama seinen Stabschef Jack Lew zum Finanzminister machen will, schon diskutiert ganz Amerika über dessen krakelige Unterschrift. Die wird nämlich künftig die Dollarscheine zieren. 

    Jack Lew

    Jack Lew
    Quelle: reuters

    Jack Lew und seine Kringel-Unterschrift ist derzeit das Thema landauf landab in den USA. Denn jeder US-Dollar  erhält die elektronische Unterschrift des Finanzministers, der beim  Drucken des Geldscheins im Amt ist.

    "Wie Haare von Sally Brown von den Peanuts"

    Der scheidende Finanzminister Timothy Geithner und andere  Ressortchefs verewigten sich dabei mit lesbarer, eleganter Schrift.  Lews Unterschrift, die aus mehreren verschieden großen Kringeln  besteht, erinnert dagegen eher an ein Telefonkabel oder eine  Sprungfeder, wie so mancher Kommentator bemerkte.  Welcher Name sich hinter dem Krickelkrakel verbirgt, ist nicht zu  erkennen.
      

    "Das ist die merwürdigste und mysteriöseste Unterschrift, die wir  in einem Vierteljahrhundert gesehen haben", hieß es auf der  Experten-Webseite graphologyconsulting.com. Lew habe "die  schlimmste Unterschrift der Welt", schrieb Kevin Roose im "New York  Magazine". "Und bald wird sie auf jedem Dollarschein stehen." Die  Unterschrift des künftigen Finanzministers sehe aus "wie die Haare  von Sally Brown bei den Peanuts", schrieb Roose.


    "Eher der kuschelige Typ"

    Im Blog "Wonkblog" der "Washington Post" hieß es ironisch, Lews  Signatur werde aus dem Dollar "die beste Währung aller Zeiten"  machen. Die von der Zeitung befragte Handschriften-Expertin Kathi  McKnight analysierte anhand der Unterschrift, Lew sei wohl "eher  der kuschelige Typ". Auch "Prinzessin Di hatte eine sehr schlingernde  Handschrift", ergänzte sie. Lew könnte dem Vernehmen nach bereits an diesem Donnerstag von Obama zum Nachfolger Geithners ernannt werden. Ob  er sich bis dahin eine andere Unterschrift ausdenken würde, ist nicht bekannt.

    Jack Lew gilt als bescheidener  Mann, er sucht nicht die große Öffentlichkeit und soll sich sogar  sein eigenes Mittagessen mit ins Büro nehmen: ein Apfel und ein  Käsesandwich, schrieb die "New York Times". Doch die Aufgabe, die  vor Jacob "Jack" Lew liegt, ist gigantisch. Er rückt dann ins Rampenlicht des erbitterten Haushaltsstreits,  an dem er bislang vor allem hinter den Kulissen beteiligt war.


    Erfahrung schon unter Clinton

    Lew ist seit Januar 2012 Obamas Stabschef und somit einer der  engsten Mitarbeiter des Präsidenten. Vom Weißen Haus aus wachte der  erfahrene Etatmanager zuletzt über die Verhandlungen mit den  Republikanern über die sogenannte Fiskalklippe, die kurz nach dem  Jahreswechsel in einen notdürftigen Kompromiss mündeten: Die  Steuererhöhungen für die Masse der Amerikaner wurden zwar  abgewendet, das Problem der massiven Ausgabenkürzungen aber  lediglich um zwei Monate verschoben.
      

    Bei der Vorgeschichte der Fiskalklippe im Sommer 2011, als sich  Demokraten und Republikaner über die Erhöhung der gesetzlichen  Schuldenobergrenze zankten, verhandelte Lew als Chef der  Haushaltsabteilung des Weißen Hauses direkt mit den führenden  Politikern im Kongress. Und bereits Ende der 90er Jahre, als Lew in  gleicher Funktion für Präsident Bill Clinton arbeitete, schacherte  er mit republikanischen Widersachern um das Budget - und sorgte  damals mit dafür, dass die USA mehrere Jahre lang einen  Haushaltsüberschuss einfuhren.


    Konflikt mit Republikanern

    In der Entscheidung für Lew spiegelt sich die Veränderung der  politischen Prioritäten in Obamas erster Amtszeit wider. Vor vier  Jahren holte der Präsident den Notenbanker Geithner in sein  Kabinett, um die Finanzkrise zu bekämpfen. Mittlerweile ist  angesichts einer Staatsverschuldung von mehr als 100 Prozent der  jährlichen Wirtschaftsleistung ein Budgetexperte gefragt. Mit Lew  stelle sich Obama auf einen anhaltenden Konflikt mit den  Republikanern über die Staatsfinanzen ein, urteilt die "Washington  Post".


       Die USA sind ohne endgültiges Budget für das vergangenen Oktober  begonnene Haushaltsjahr 2013, eine Übergangsregelung sichert die  Staatsfinanzierung noch bis Ende März. Dazu kommt die ungelöste  Frage der drakonischen Kürzungen im Zusammenhang mit der  Fiskalklippe. Schließlich muss der Kongress erneut die gesetzliche  Schuldenobergrenze anheben. Die Zahlungsfähigkeit der USA wird seit  dem 31. Dezember nur durch Sondermaßnahmen wie das Aussetzen von  Beiträgen in die staatliche Pensionskasse gesichert. Spätestens  Ende Februar ist dieser Puffer aber aufgebraucht.


    Arbeitsministerin Solis tritt zurück

    Unter Republikanern genießt Lew nicht unbedingt einen guten Ruf.  Bei den Verhandlungen im Sommer 2011 nervte der Absolvent der  Eliteunis Harvard und Georgetown Repräsentantenhaus-Chef John  Boehner und dessen republikanische Kollegen mit einem  unnachgiebigen und detailversessenen Auftreten. Kritiker werfen Lew  auch fehlende Expertise in Finanzfragen vor. Immerhin kann er drei  Jahre in verantwortlichen Positionen bei der Großbank Citigroup  vorweisen - wo er von 2006 bis 2008 im Investmentbanking ein  Millionengehalt einstrich.
     

     Unterdessen hat Arbeitsministerin Hilda Solis ihren Rücktritt angekündigt. Sie informierte ihre Arbeitskollegen in einer E-Mail über ihren Rücktritt. Darin heißt es, sie habe die Entscheidung mit ihrer Familie und engen Freunden abgestimmt und dann Obama das Kündigungsschreiben ausgehändigt. Gewerkschaften haben Solis für ihren kompromisslosen Kampf für bessere Lohn- und Arbeitszeitgesetze sowie mehr Sicherheit am Arbeitsplatz gelobt. Wirtschaftsverbände warfen ihr dagegen vor, nicht mehr auf Kooperation gesetzt zu haben.

    10.01.2013, Quelle: afp, dpa
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