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Referendum

Schweizer gegen üppige Manager-Bezahlung

  • Video Schweizer gegen Manager-Boni
  • Video Volksabstimmung gegen Reichtum
  • Video Volksabstimmung gegen die Abzockerei
  • VideoSchweizer gegen Manager-Boni

    Bei einem Volksentscheid in der Schweiz sprachen sich 68 Prozent der Schweizer für eine Deckelung der Managergehälter und eine Stärkung der Aktionärsrechte aus.

    (03.03.2013)
    VideoVolksabstimmung gegen Reichtum

    Ausgerechnet in der wirtschaftsfreundlichen Schweiz soll ein Volksbegehren die Begrenzung von Managergehältern durchsetzen. Die Schweizer könnten damit Vorreiter für die europäische Wirtschaft sein.

    (01.03.2013)
    VideoVolksabstimmung gegen die Abzockerei

    Bei Zustimmung der Schweizer bestimmen künftig in börsennotierten Unternehmen die Aktionäre über die Manager-Vergütungen.

    (01.03.2013)

    Die Schweizer Bürger haben gegen hohe Managervergütungen abgestimmt. 67,9 Prozent haben der "Abzockerinitiative" zugestimmt. Die Regierung muss jetzt ein Gesetz umsetzen, das sie nie wollte. 

    Hintergrund der Volksabstimmung ist die wachsende Empörung über astronomisch hohe Gehälter, Boni und Abfindungen für Top-Manager. Mit den fast 68 Prozent erzielte die Abzockerinitiative eines der besten jemals erreichten Referendum-Ergebnisse in der Schweiz.

    Gedeckelte Gehälter, keine Einstands-Prämien

    Die "Volksinitiative gegen die Abzockerei"  verlangt, dass die Konzenrführer nicht mehr selbst ihre Gehälter bestimmen. Aktionäre sollen die Vergütungen genehmigen müssen  - und damit alle Bezüge des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung und des Beirats. Das erstreckt sich ebenso auf das Grundgehalt wie auf Bonuszahlungen.

    Betroffen sind nur Schweizer Firmen, die im In- oder Ausland an der Börse notiert sind. Ganz verboten werden sollen zudem Abfindungen, Prämien zum Einstand oder bei Firmenkäufen und -verkäufen. Bei Zuwiderhandlung drohen laut dem Initiativentwurf Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren und Geldstrafen bis zu sechs Jahresvergütungen.

    Kritik an Managern: Augenmaß verloren

    Befeuert wurde die Kampagne zuletzt vom Fall des ausscheidenden Novartis-Managers Daniel Vasella, dem fast 60 Millionen Euro allein dafür gezahlt werden sollten, dass er nicht zu Konkurrenzfirmen wechselt. Nach harscher öffentlicher Kritik platzte der Deal schließlich. Als nächster Manager geriet danach Edward Breen in den Blick der Öffentlichkeit, der amerikanische Vorstandschef des Mischkonzerns Tyco soll im vergangenen Jahr gut 24 Millionen Euro verdient haben. 12,5 Millionen Schweizer Franken gingen an den Roche-Chef Severin Schwan, 11,2 Millionen Franken an Paul Bulcke von Nestlé, zehn Millionen Franken an Ernst Tanner vom Schokoriesen Lindt & Sprüngli.

    Der Vater der Initiative, Thomas Minder, argumentierte, dass exzessive Zahlungen an Manager ethisch nicht zu vertreten seien und das Vertrauen in die Marktwirtschaft erschütterten. Die Zahlungen an die Konzernchefs im Jahr 2011 zeigen für ihn einmal mehr, dass die Verwaltungsräte der Konzerne die Kontrolle und das Augenmaß verloren haben. Linke, grüne und bürgerliche Politiker sowie Kirchenvertreter und Gewerkschaften unterstützten die Abzockerinitiative. Der parteilose Minder sitzt als Ständerat im Schweizer Parlament.

    Gesetzt soll in zwei Jahren kommen

    Regierung und Wirtschaftsverbände lehnten den Plan ab. Sie erklärten, die vorgeschlagenen Regeln würden den Spielraum für Unternehmen zu sehr einschränken und das liberale Schweizer Aktienrecht verwässern. Regierung und Verbände zeigten sich nach der Abstimmung enttäuscht. Sie sprachen sich jedoch für eine zügige Umsetzung der Abzockerinitiative aus. Experten rechnen damit, dass die Inhalte der Initiative etwa in zwei Jahren im Gesetz verankert sein werden.

    03.03.2013, Quelle: ap, dpa
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