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Menschenrechte
Schwere Vorwürfe gegen Malis Soldaten
VideoAufstand der Tuareg in Mali
VideoFranzosen sichern eroberte Städte
VideoMali: "Islamisten räumen das Feld"
Der internationale Kampfeinsatz in Mali hat eine gute Begründung: Die Islamisten, die im Norden mit Hilfe der Tuareg einen Gottesstaat errichtet haben, verletzten die Menschenrechte auf brutalste Weise. Doch jetzt gibt es auch harte Vorwürfe dieser Art gegen die offiziellen Truppen Malis. Das bringt auch Frankreich in Bedrängnis.
Berichte über Menschenrechtsverletzungen malischer Truppen bei der Rückeroberung Nordmalis aus Islamistenhand beunruhigen Frankreich. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian sprach von einem "Risiko", ohne die Vorwürfe zu bestätigen. Er rief in französischen Medien die malischen Offiziere zu "extremer" Wachsamkeit auf: "Die Ehre steht auf dem Spiel."Verdächtige hingerichtetMalische Soldaten sollen auf ihrem von französischen Truppen unterstützten Vormarsch in mehreren Orten Verdächtige hingerichtet haben, darunter Tuareg. Nach Informationen der Internationalen Vereinigung für Menschenrechte FIDH gab es solche Hinrichtungen in Sévaré, Mopti, Niono und anderen Ortschaften. In Sévaré seien mindestens elf Menschen getötet worden. Es gebe Berichte über 20 weitere Hinrichtungen in dem Gebiet, bei denen die Leichen anschließend hastig verbrannt worden seien.Mali: Vorzeigestaat fällt an Islamisten
Militärputsch im Norden Malis
Das westafrikanische Mali galt lange als demokratischer Vorzeigestaat in Afrika. Gleichzeitig kämpfen die Menschen aber seit Jahren ums Überleben: Die durchschnittliche Lebenserwartung der rund 14,5 Millionen Einwohner, darunter etwa 300.000 Angehörige des Berbervolkes der Tuareg, liegt bei nur 53 Jahren. Das 1,2 Millionen Quadratkilometer große Land am Südrand der Sahara ist einer der wichtigsten Baumwoll-Produzenten Afrikas. Dürreperioden haben der Landwirtschaft aber nachhaltig geschadet. 60 Prozent des Landes ist von Wüste bedeckt.
Die Tuareg
In den 1980er Jahre hatten viele Tuareg nach einer Dürre Mali verlassen. Als sie zurückkehrten, führten sie Krieg gegen die Regierungstruppen. Nach langen Verhandlungen wurden die Tuareg in Malis Armee integriert. Auch Libyens Ex-Diktator Muammar al-Gaddafi rekrutierte Tuareg für seine Streitkräfte. Nach Gaddafis Sturz kehrten viele in die Heimat zurück und schlossen sich Aufständischen im Norden Malis an.
Die Islamisten in Mali
Nach einem Militärputsch gegen die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré im vergangenen März rückten die mit verschiedenen Islamistengruppen verbündeten Rebellen im Norden immer weiter vor. Die Gruppe Ansar Dine, der Verbindungen zu Al-Kaida nachgesagt werden, rief im April gemeinsam mit der Tuarag-"Nationalbewegung" MNLA die unabhängige "Islamische Republik Azawad" in Nord-Mali aus. Seit der Machtübernahme der Islamisten flohen Hunderttausende aus dem Gebiet. In der Stadt Timbuktu, wo drei große Moscheen sowie 16 Friedhöfe und Mausoleen zum Weltkulturerbe gehören, ließen die Islamisten mehrere dieser historischen Heiligtümer zerstören.
Spannungen zwischen Tuareg und Islamisten
Spannungen zwischen Tuareg und Islamisten eskalierten zu offenen Kämpfen. Bei Gefechten der Tuareg mit Kämpfern der mit Ansar Dine verbundenen "Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika" (MUJAO) wurden Ende Juni in der Stadt Gao mindestens 20 Menschen getötet. Um das Chaos im Land zu stoppen, könnte eine Regionaltruppe eingreifen. Jedoch befürchten Experten eine militärische Katastrophe in dem unwegsamen Gebiet sowie eine mögliche Ausbreitung der Gewalt auf die ganze Region.
(Quelle: dpa)
Die USA unterstützten Frankreichs Mali-Feldzug mit dem Einsatz von Aufklärungsdrohnen und Transporthilfen. "Wir haben mit den USA eine nützliche und wirksame Zusammenarbeit", sagte Le Drian. Es gehe dabei nicht um Kampfdrohnen, sondern um Aufklärung und Logistik.



