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19.06.2013

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"Grausige Kommunikation"

Sexismus-Debatte: Junge Liberale kritisieren FDP-Spitze

  • Bild Unruhe in der FDP
  • Video Niebel: "Eine Unverschämtheit"
  • Video Sexismus in der Führungsetage
  • BildUnruhe in der FDP
    Fahnen mit dem Logo der FDP / Quelle: dapd
    (Quelle: dapd)
    VideoNiebel: "Eine Unverschämtheit"

    Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel hat den Stern für seine Berichterstattung um Rainer Brüderle kritisiert. Es sei "eine ziemliche Unverschämtheit", die Vorwürfe erst nach einem Jahr zu erheben.

    (27.01.2013)
    VideoSexismus in der Führungsetage

    Frau A. ist eine der ganz wenigen weiblichen Führungskräfte in Deutschland. Wie männerdominiert es in der Wirtschaftselite zugeht, verrät sie in ihrem autobiografischen Bericht "Ganz oben" - anonym.

    (01.02.2013)

     von Dominik Rzepka

    "Grausig" und "wenig konstruktiv": Führende Junge Liberale haben die FDP-Spitze für ihren Umgang mit der Sexismus-Debatte kritisiert. Vor allem einer zieht den Unmut auf sich: Entwicklungsminister Dirk Niebel. Auch er fordert inzwischen eine Debatte über Sexismus - gegen Männer. 

    Oliver Olpen würde gerne in eine Tischkante beißen. Denn der Vorsitzende der Jungen Libelaren (JuLis) in Niedersachsen ärgert sich über die FDP-Führung: "Ihr gelingt es leider kaum, einen konstruktiven und relevanten Beitrag zur Sexismus-Debatte in Deutschland zu leisten", sagt er. Eine liberale Partei müsse klar machen, dass sie in ihrem Gesellschaftsentwurf Sexismus nicht tolerien könne und wolle. "Das hätte die FDP-Spitze viel deutlicher kommunizieren sollen."

    "Niebel gibt der Debatte einen neuen Tiefpunkt"

    Lasse Becker / Quelle: imago

    Lasse Becker
    Quelle: imago

    Das sitzt. Und zielt vor allem auf einen, den sie bei den Jungen Liberalen in letzter Zeit öfter scharf angreifen: Dirk Niebel. In einem Interview mit der "Welt" fordert der Entwicklungshilfeminister eine Debatte über Sexismus gegen Männer. Es gebe auch viele Männer, die belästigt werden. "Darüber wird kaum gesprochen, und dieser Aspekt wird extrem verschämt behandelt. Dass Männer belästigt werden, passt ja nicht zum Mainstream."

    Mainstream? Natürlich gebe es auch Sexismus gegen Männer, entgegnet Olpen. Die aktuelle Diskussion drehe sich aber um alltägliche Erfahrungen von Frauen mit Sexismus. Dazu schweige die Parteiführung. "Durch Niebels Äußerungen entsteht der Eindruck, als ob Sexismus gegenüber Frauen für die FDP kein Thema sei, gegenüber Männern jedoch schon", so Olpen. Und er legt nach: "Dirk Niebel schafft es, der Debatte einen weiteren Tiefpunkt zu geben."

    Diskussion über Anstand gefordert

    Links
    "Männer sollten jetzt zuhören"
    Das findet auch der Bundesvorsitzende der Jungen Liberale, Lasse Becker. "Oliver Olpen hat leider Recht", sagt er. Und auch beim Kurznachrichtendienst Twitter stößt Niebel auf Widerspruch: Niebel zünde eine "Nebelbombe", kritisiert Nutzer Deef Pirmasens. Sexismus gegen Männer gebe es zwar auch, aber der gegen Frauen herrsche vor, ergänzt Jonathan Ullwer. Ernesto Ruge fordert hingegen, beide Formen von Sexismus zu thematisieren , sie aber nicht zu vermischen oder gegeneinander aufzuwiegen.

    Unterstützung bekommt Niebel hingegen von Sebastian Körber, der seit 2009 für die FDP im Bundestag sitzt. Seine Auffassung nach werde die Sexismus-Debatte einseitig geführt: "Natürlich sollten nicht nur Frauen, sondern auch Männer betrachtet werden." Er wünsche sich eher eine Debatte über Respekt und Anstand - entkoppelt von der Politik. "Sexismus kommt ja eher täglich im Verein und der Firma vor, nicht nur in der Politik."

    Niebel zieht nach eigenen Angaben aus der Diskussion auch persönliche Konsequenzen: Bei einem Interview mit einer Journalistin sei nicht nur sein Pressesprecher, sondern auch eine Mitarbeiterin dabei. "Ich werde das in Zukunft weiter so handhaben", so Niebel. Auch das sehen Twitternutzer kritisch. Alf Frommer zum Beispiel findet: "Niebel sollte mal auf dem Teppich bleiben."

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    03.02.2013
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