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Hühnereier-Skandal
Staatsanwaltschaft vermutet flächendeckenden Betrug
VideoEier: Verdacht auf Etikettenschwindel
VideoBetrugsverdacht bei Eier-Erzeugern
Ministerin befürchtet Eier-Betrug in großem Stil
Der Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertigprodukten ist noch nicht ausgestanden - schon wird der nächste Lebensmittel-Betrug aufgedeckt: Bio- und Freiland-Eier, die weder in Haltungsform noch in Produktionsart den Grundsätzen entsprechen.
Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat eine zügige Aufklärung des Verdachts auf falsch deklarierte Eier aus Freiland- und Bio-Haltung angemahnt. "Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, geht es hier um Betrug im großen Stil: Betrug an den Verbrauchern, aber auch Betrug an den vielen Bio-Landwirten in Deutschland, die ehrlich arbeiten", erklärte Aigner am Montag.Aigner: Gesetze müssen auch überwacht werdenSie verwies darauf, dass Vorgaben an Bio-Betriebe sehr streng seien und strikt eingehalten werden müssten. Es nütze nichts, wenn Bund und EU immer weiter Gesetze verschärften. "Die zuständigen Kontrollbehörden der Bundesländer müssen diese Gesetze auch überwachen", sagte Aigner.
Links
Pferdefleisch bei Ikea
Wann wird ein Ei zum Bio-Ei?
Erzeugercode ist Pflicht
Seit dem 1. Januar 2004 müssen in der Europäischen Union produzierte Eier der Güteklasse A mit einem entsprechenden Erzeugercode gekennzeichnet sein: 3 steht für Eier aus Käfighaltung, 2 für Bodenhaltung, 1 für Freilandhaltung und 0 für ökologisch erzeugte Eier - auch "Bio-Eier" genannt. Futter, Haltung und Belegdichte im Stall sind unter anderem entscheidend dafür, ob ein Ei nach ökologischen Kriterien produziert wurde. Das natürliche Verhalten der Hühner steht hier im Vordergrund.
Gentechnik tabu
Bio-Legehennen müssen nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung grundsätzlich mit Biofutter ernährt werden. Was erlaubt ist, regeln die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Gentechnisch veränderte Futtermittel sind zum Beispiel untersagt. Auch Käfighaltung ist tabu. Dafür gehören Sitzstangen, Sandbäder sowie Ein- und Ausflugklappen zum Standard. Auf einem Quadratmeter Fläche (ohne Wege) leben höchstens sechs Bio-Hennen, maximal 3000 pro Stall. Zum Vergleich: Im konventionellen Bereich dürfen bis zu zwölf Tiere pro Quadratmeter gehalten werden.
Recht auf Dunkelheit
Rund ein Drittel ihrer Lebenszeit können die Bio-Hennen im Freien verbringen, wo Bäume oder Sträucher Schutz zum Beispiel vor der Sonne bieten. Wie bei der konventionellen Freilandhaltung ist pro Tier eine Auslauffläche von mindestens vier Quadratmetern vorgesehen. Geregelt ist auch die Nachtruhe der Öko-Legehennen: Sie haben ein Recht auf mindestens acht Stunden Dunkelheit - ohne Tageslicht oder künstliche Beleuchtung im Stall.



