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19.06.2013

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Hühnereier-Skandal

Staatsanwaltschaft vermutet flächendeckenden Betrug

  • Video Eier: Verdacht auf Etikettenschwindel
  • Video Betrugsverdacht bei Eier-Erzeugern
  • VideoEier: Verdacht auf Etikettenschwindel

    Da kann einem schon mal das Frühstücks-Ei im Hals stecken bleiben. Die Staatsanwaltschaft in Oldenburg vermutet einen flächendeckenden Betrug im Eierskandal: Sowohl herkömmliche Betriebe als auch Bio-Höfe sollen Eier als Freiland- und Bio-Eier verkauft haben, obwohl sie aus überbelegten Ställen stammen sollen.

    (25.02.2013)
    VideoBetrugsverdacht bei Eier-Erzeugern

    Bundesweit wird gegen rund 200 Betriebe ermittelt. Sie sollen Legehennen auf viel zu engem Raum gehalten haben. Millionen Eier sollen fälschlich als Freiland- und als Bio-Ware verkauft worden sein.

    (24.02.2013)

    Ministerin befürchtet Eier-Betrug in großem Stil

    Der Skandal um nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertigprodukten ist noch nicht ausgestanden - schon wird der nächste Lebensmittel-Betrug aufgedeckt: Bio- und Freiland-Eier, die weder in Haltungsform noch in Produktionsart den Grundsätzen entsprechen. 

    Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hat eine zügige Aufklärung des Verdachts auf falsch deklarierte Eier aus Freiland- und Bio-Haltung angemahnt. "Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, geht es hier um Betrug im großen Stil: Betrug an den Verbrauchern, aber auch Betrug an den vielen Bio-Landwirten in Deutschland, die ehrlich arbeiten", erklärte Aigner am Montag.

    Aigner: Gesetze müssen auch überwacht werden

    Sie verwies darauf, dass Vorgaben an Bio-Betriebe sehr streng seien und strikt eingehalten werden müssten. Es nütze nichts, wenn Bund und EU immer weiter Gesetze verschärften. "Die zuständigen Kontrollbehörden der Bundesländer müssen diese Gesetze auch überwachen", sagte Aigner.

    Links
    Pferdefleisch bei Ikea
    Wegen des Verdachts auf falsch deklarierte Eier aus Freiland- und Bio-Haltung hat auch die Grünen-Politikerin Renate Künast eine schärfere Kontrolle von landwirtschaftlichen Betrieben gefordert. "Wichtig ist, dass vorne die Kontrollen ordentlich funktionieren. Das haben sie hier, auch die staatlichen, nicht getan", sagte die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion am Montag im ARD-Morgenmagazin. Kontrolleure prüften in den Betrieben zwar das Futter und die Haltung der Tiere im Allgemeinen, nicht aber die Zahl der Hühner insgesamt.

    Künast: Hühnerzählung ist das Problem

    "Wir müssen einen Weg finden, zu zählen", sagte die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin. Schärfere Strafen reichten allein nicht aus, um den Betrug in Landwirtschaftsbetrieben zu stoppen.

    Die Staatsanwaltschaft Oldenburg ermittelt nach Angaben von Sonntag gegen rund 100 Betriebe in Niedersachsen, etwa 50 weitere Verfahren wurden an Ermittler in anderen Bundesländern abgegeben. Sollten die Ermittlungen tatsächlich ergeben, dass Bio- und Freiland-Betriebe Legehennen entgegen Vorschriften auf engstem Raum gehalten haben, müssten diese laut Künast auch öffentlich genannt werden. "Ich finde, denen die gut arbeiten, muss man das antun, dass die anderen beim Namen genannt werden."

    Künast, die im Jahr 2002 als Ministerin eine bessere Kennzeichnung von Eiern durchgesetzt hatte, lobte die biologische Landwirtschaft trotz des sich möglicherweise anbahnenden Skandals als "gutes Zeichen dafür, eine andere Haltung zu haben".

    Wann wird ein Ei zum Bio-Ei?

    Erzeugercode ist Pflicht

    Seit dem 1. Januar 2004 müssen in der Europäischen Union produzierte Eier der Güteklasse A mit einem entsprechenden Erzeugercode gekennzeichnet sein: 3 steht für Eier aus Käfighaltung, 2 für Bodenhaltung, 1 für Freilandhaltung und 0 für ökologisch erzeugte Eier - auch "Bio-Eier" genannt. Futter, Haltung und Belegdichte im Stall sind unter anderem entscheidend dafür, ob ein Ei nach ökologischen Kriterien produziert wurde. Das natürliche Verhalten der Hühner steht hier im Vordergrund.

    Gentechnik tabu

    Bio-Legehennen müssen nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung grundsätzlich mit Biofutter ernährt werden. Was erlaubt ist, regeln die EG-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. Gentechnisch veränderte Futtermittel sind zum Beispiel untersagt. Auch Käfighaltung ist tabu. Dafür gehören Sitzstangen, Sandbäder sowie Ein- und Ausflugklappen zum Standard. Auf einem Quadratmeter Fläche (ohne Wege) leben höchstens sechs Bio-Hennen, maximal 3000 pro Stall. Zum Vergleich: Im konventionellen Bereich dürfen bis zu zwölf Tiere pro Quadratmeter gehalten werden.

    Recht auf Dunkelheit

    Rund ein Drittel ihrer Lebenszeit können die Bio-Hennen im Freien verbringen, wo Bäume oder Sträucher Schutz zum Beispiel vor der Sonne bieten. Wie bei der konventionellen Freilandhaltung ist pro Tier eine Auslauffläche von mindestens vier Quadratmetern vorgesehen. Geregelt ist auch die Nachtruhe der Öko-Legehennen: Sie haben ein Recht auf mindestens acht Stunden Dunkelheit - ohne Tageslicht oder künstliche Beleuchtung im Stall.

    25.02.2013, Quelle: dpa, afp, ap
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