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Techniktrends

Stirbt der PC?

  • Bild Erster PC von IBM
  • Video Multimediastation im Wohnzimmer
  • BildErster PC von IBM
    Personal Computer von IBM / Quelle: a
    (Quelle: a)
    VideoMultimediastation im Wohnzimmer

    Filme, Videos, Musik und Bilder - alles ist auf dem Rechner, der im Arbeitszimmer steht. Wie kommen die Videos auf den Fernseher im Wohnzimmer und die Musik in der Küche - ohne Extrakabel?

    (05.09.2012)

     von Alfred Krüger

    Desktop-PCs und Laptops haben Konkurrenz bekommen. In der Gunst der User laufen ihnen Smartphones und Tablet-PCs immer mehr den Rang ab. Stirbt der PC nun einen Tod auf Raten? Experten geben Entwarnung. Ein Verdrängungswettbewerb finde nicht statt. 

    TIME Magazine / Quelle: Time

    "Time Magazine" vom 3. Januar 1983: Der PC als "Maschine des Jahres"
    Quelle: Time

    1982 war die PC-Welt noch in Ordnung. Damals wählte das US-amerikanische "Time Magazine" statt eines Menschen eine Maschine zur "Person" des Jahres: den PC. 30 Jahre später ist die Erfolgskurve des Personal Computers deutlich abgeflacht. Der PC hat Konkurrenz bekommen. In der Gunst der Nutzer laufen ihm Smartphones und Tablet-Computer immer mehr den Rang ab.

    Tablets und Smartphones boomen
    Die mobilen Alleskönner sind auf dem Vormarsch. Sie waren nicht nur im diesjährigen Weihnachtsgeschäft die großen Renner, sondern gingen das ganze Jahr über wie geschnitten Brot über die bundesdeutschen Ladentheken. Schätzungen zufolge wurden 2012 hierzulande 23 Millionen Smartphones und 3,2 Millionen Tablet-PCs verkauft – bei Smartphones ein sattes Plus von 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Tablet-Verkäufe konnten sogar um 52 Prozent zulegen.

    Ganz anders der gute, alte PC: Während sich die Hersteller von Tablet-PCs und Smartphones über die glänzenden Umsätze ihrer mobilen Flachmänner freuen konnten, brach der Markt für Laptops, Netbooks und stationäre Rechner ein. Allein im dritten Quartal 2012 wurden in Deutschland laut Berechnungen des Marktforschungsunternehmens  Gartner rund 600.000 Geräte weniger als im selben Quartal des Vorjahres verkauft.

    Alfred Krüger / Quelle: Alfred Krüger

    Alfred Krüger schreibt für heute.de über Themen aus der Netzwelt
    Quelle: Alfred Krüger

    Warten auf Windows 8
    Ursachen für die rückläufigen Verkaufszahlen gibt es viele, sagen Experten. So hätten die Euro-Krise und die schwächelnde Weltwirtschaft zu einer generellen Kaufzurückhaltung speziell bei Unternehmen geführt, meint Gartner. Außerdem hätten viele private und kommerzielle Nutzer mit dem Neukauf eines Rechners bis zur Veröffentlichung von Windows 8, dem neuen Betriebssystem von Microsoft, gewartet.

    Windows 8 ist mittlerweile auf dem Markt. Doch den Trend weg vom PC und Laptop hin zu den mobilen Alleskönnern von Apple, Google oder Samsung konnte auch das nagelneue Betriebssystem aus Redmond nicht stoppen. Der Run auf Laptops und Desktop-Rechner mit dem runderneuerten Windows 8 blieb bisher aus. Stattdessen surfen oder spielen immer mehr Bundesbürger am Tablet-PC oder schicken ihre E-Mails per Smartphone durchs Netz.

    Ein leiser Tod auf Raten?
    13 Prozent des weltweiten Internetverkehrs gehen bereits heute von Mobilgeräten aus. Vor einem Jahr waren es gerade erst vier Prozent. Viele Nutzer finden es eben bequem, per Smartphone-App auch unterwegs zu twittern oder zu Hause nicht am Schreibtisch, sondern auf dem Sofa online per Tablet zu shoppen. Stirbt der PC nun also einen leisen Tod auf Raten? Heißen seine Totengräber Smartphone und Tablet?

    Experten geben Entwarnung. "Tablets werden den PC nicht töten", meint Frank Gillet vom IT-Marktforschungsunternehmen Forrester Research. Die flachen Technikflundern seien zwar so leistungsfähig, dass sie den PC heutzutage bei der Erledigung vieler Aufgaben ersetzen könnten. Doch für die eigentliche Schreibtischarbeit, etwa das Anfertigen von Referaten und studentischen Seminararbeiten, seien sie meist ungeeignet. Viele Büroarbeiten gehen an Laptop und PC in aller Regel besser von der Hand.

    Für jeden Zweck die passende Hardware
    Auch Roger Kay von der Marktforschungsfirma Endpoint Technology Associates will nichts von einem Verdrängungswettbewerb wissen. Allerdings müsse der PC seinen Platz im "Zentrum des Computer-Universums" räumen. Er sei nicht mehr die wichtigste Hardware, sondern nur noch eines unter mehreren Spezialgeräten, die sich ein Nutzer kaufe. Smartphones, Tablets und Desktop-Rechner oder Laptops würden künftig je nach Bedarf genutzt und über die Datenwolke (sprich: das Internet) synchronisiert. Der Nutzer kann somit jederzeit von überall auf seine Daten zugreifen, egal mit welchem Gerät er sie ursprünglich auch erstellt hat.

    29.12.2012
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