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merkzettel

Ausbildung

Studie: Jeder vierte Lehrling schmeißt hin

  • Bild Kein beliebter Lehrberuf: Umzugshelfer
  • Video Azubis gesucht
  • Video Tausende Lehrstellen unbesetzt
  • Video Wie Azubis ausgebeutet werden
  • BildKein beliebter Lehrberuf: Umzugshelfer
    Möbelpacker / Quelle: Imago
    (Quelle: Imago)
    VideoAzubis gesucht

    Viele Betriebe finden einfach keine Bewerber für ihre Lehrstellen - betroffen sind große Industriebetriebe ebenso wie der Schuster um die Ecke.

    (18.08.2012)
    VideoTausende Lehrstellen unbesetzt

    Tausende Lehrstellen seien noch unbesetzt, betont der Industrie- und Handelskammertag.

    (31.08.2012)
    VideoWie Azubis ausgebeutet werden

    Viele Überstunden, miese Bezahlung, fehlende Betreuung und ein rauer Umgangston - so sieht der Alltag vieler Azubis in Deutschland aus.

    (04.09.2012)

    Jeder vierte Lehrling in Deutschland bricht seine Ausbildung ab. Zu dem Ergebnis kommt einem Bericht zufolge das Bundesinstitut für Berufsbildung. Besonders hohe Abbrecherquoten gibt es bei Umzugshelfern und Kellnern. 

    Die Abbrecherquote bei Lehrlingen stieg im Jahr 2011 auf 24,4 Prozent - das zitiert die "Welt" aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung. Demnach wurden insgesamt 149.760 Ausbildungsverträge vorzeitig aufgelöst - der höchste Stand seit dem Wirtschaftsboom nach der Wiedervereinigung.


    Die Auswertung mache große Unterschiede zwischen den Berufen aus, so das Blatt: Jeder zweite Kellner und Umzugshelfer beende seine Lehre nicht. Dagegen liege die Quote der Abbrecher unter Verwaltungsfachangestellten, Elektronikern und Bankkaufleuten weit unter zehn Prozent. Unter den Ländern verzeichnten Mecklenburg-Vorpommern und Berlin die höchsten Abbrecherquoten. Jeder dritte Ausbildungsvertrag werde dort vorzeitig aufgelöst. Am unteren Ende der Rangskala lägen Baden-Württemberg und Bayern mit Quoten von knapp 20 Prozent.

    Beliebteste Ausbildungen

    Beliebteste Ausbildungsberufe bei den männlichen Jugendlichen waren 2011 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker und Einzelhandelskaufmann. Bei den jungen Frauen standen Verkäuferin, Kauffrau im Einzelhandel und Bürokauffrau ganz oben auf der Wunschliste.

    DGB rügt "Problembranchen"

    Es sei "auffällig, dass die Quote der Abbrüche sich seit Jahren erheblich zwischen den einzelnen Ausbildungsberufen unterscheidet",  sagte DGB-Vizechefin Ingrid Sehrbrock der "Welt". Die Betriebe in diesen "Problembranchen" müssten dringend an Attraktivität und  Ausbildungsqualität arbeiten. Industrie- und  Handelskammerpräsident Hans-Heinrich Driftmann plädierte dagegen für eine frühzeitige und gute Berufs-Orientierung. "Wer weiß, was er will  und kann, der trifft auch leichter die Entscheidung für den  richtigen Beruf", sagte er dem Blatt.

    Mit Blick auf den Fachkräftemangel hatte Arbeitsministerin Ursula von der Leyen erst in dieser Woche verkündet, verstärkt Lehrstellen-Bewerber aus nicht EU-Staaten nach Deutschland holen zu wollen. Dazu sei eine Änderung der Beschäftigungsverordnung geplant, sagte die CDU-Politikerin. Bislang dürften eigentlich nur künftige Pflegekräfte zur Ausbildung nach Deutschland kommen, und dies zumeist nur, wenn mit dem Herkunftsland eine bilaterale Vereinbarung bestehe.

    Wie Azubis ausgebeutet werden

    Überstunden, wenig Lohn, rüder Ton

    Frontal 21 vom 6. August 2012

    Arbeitgeber: Mangelnde Grundkenntnisse

    Der Arbeitgeberverband BDA mahnt derweil vor zunehmenden Problemen, genug Bewerber zu finden. "Wir sehen einen Rückgang der Bewerber für eine duale Ausbildung, obwohl die duale Ausbildung an Attraktivität gewonnen hat, seit man nach erfolgreichem Abschluss auch ohne Abitur studieren kann", sagte BDA-Vizepräsident Gerhard Braun. "Mehr junge Leute als früher wählen direkt ein Studium statt einer dualen Ausbildung. Die Unternehmen machen daher verstärkt Werbung, um Bewerber zu finden."

    Sie müssten aber wegen der oft fehlenden Schulbildung auch mehr in die Ausbildung investieren als bisher, erklärte Braun: "Heute müssen wir auch Bewerber nehmen, die früher keine Chance auf eine Ausbildung gehabt hätten. Das sei "eine Belastung, weil die Grundkenntnisse bei Lesen, Schreiben, Rechnen oft nicht ausreichen".

    25.01.2013, Quelle: dpa, afp, dapd, reuters
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