von Jonathan Sachse
Jeden ersten Sonntag im Februar ist es soweit: Das größte Einzelsportevent der Welt steht an. Auch beim 47. Super Bowl werden die Superlative wieder übertrumpft. Dauert das Finale auf dem Platz nur wenige Stunden, zieht sich das Spektakel online über mehrere Wochen hin.
Nur zwei Kilometer von der diesjährigen Spielstädte des American Football Finales, dem Superdome in New Orleans, entfernt, haben sie sich aufgebaut: Im Kongresszentrum mit Blick auf den Mississippi wurde die
Social-Media-Kommandozentrale für die diesjährigen Spiele eingerichtet. "Über 100 Mitarbeiter aus professionellen PR-Leuten und Social Media Volontären betreut von hier aus die Online Community", berichtet Jeremy Cooker, der Leiter des "Super Bowl XLVII Host Committee" dem ZDF.
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Amerikas Super-Sonntag
Über diese Einsatzzentrale sollen die Aktivitäten der NFL mit den touristischen Interessen der Stadt New Orleans verbunden werden. Die Hauptaufgabe bestehe in der Beobachtung aller Social Media Aktivitäten im Netz. "Die Menschen reden über den Super Bowl, sobald sie in den Flieger nach New Orleans steigen. Wir müssen so früh wie möglich an der Kommunikation teilnehmen. Wir möchten die Besucher willkommen heißen, ihnen Tipps vor Ort geben und Fragen beantworten", erläutert Cooker.
Das PflichtprogrammAn Informationen im Netz wird es den Super-Bowl-Interessierten auch in diesem Jahr nicht mangeln. Unzählige Trinkspiele, Fragen nach den bisherigen Sängern und
Sängerinnen der Nationalhymne sowie Diskussionen um die diesjährige Halbzeitshow Sängerin Beyoncé. All das gehört alljährlich zum kommunikativen Pflichtprogramm dazu.
Wer nicht mehr durchsieht, dem versucht
mashable.com mit einem
Social-Media-Guidezu helfen. Die US-amerikanische Profiliga NFL baut seit Jahrzehnten in Kooperationen mit den eigenen Sponsoren geschickt die Spannungskurve rund um das letzte Spiel der Saison auf. Nur deswegen funktioniert ein Medientag im Finalstadion, für den Zuschauer Eintritt zahlen, um ihre Idole aus der Entfernung im Gespräch mit der Presse beobachten zu können - ohne
selbst ein Wort zu verstehen.Die WerbungFehlen nur noch die Werbespots, die Königsdisziplin des Super Bowl Unterhaltungsprogramms. In diesem Jahr wird Rechteinhaber CBS für 30 Sekunden Werbung während der Spielpausen zwischen 3,7 und
4 Millionen US-Dollar verlangen. Eine halbe Minute nach Spielende verringert sich der Preis auf 800.000 Dollar. Jeder Spot wird eigens für das Super Bowl Event produziert. Die Unternehmen müssen genau rechnen, wie sie aus ihrer Millioneninvestition den maximal Gewinn auf dem Markt erzielen.
Beim TV-Rekord im letzten Jahr verfolgten durchschnittlich 111 Millionen Zuschauer das Finale. Doch die TV-Audienz reicht den Unternehmen nicht mehr. Die noch größere Masse an Werberezipienten wartet mittlerweile online. Dort hat sich in den letzten Jahren eine regelrechte "Super Bowl Ad"-Fanbewegung entwickelt.
In den Tagen vor dem Finale werden die meisten Spots
bereits online gestellt und auf die Werbefans losgelassen. Die erste Bewertung der Spots machen sich einige Unternehmen zu Nutzen. Der Autohersteller Audi präsentiert diese Tage einen Spot mit mehreren Enden und lässt darüber abstimmen, welches Finale bei der TV-Premiere gezeigt werden soll.
Spielberichte in LiveblogsAuf die amerikanischen Spots werden die deutschen Zuschauer verzichten müssen, vorausgesetzt sie schauen das Finale auf Sat.1, wo die Übertragung ab 00:10 Uhr beginnt. Im letzten Jahr musste der deutsche Sender viel Kritik einstecken, als er durch eigene Werbepausen
einen Touchdown verpasste. Die echten Fans des Sports American Football suchen sich ohnehin die amerikanischen Übertragungen wie ESPN. Viele der Sportfans verfolgen parallel die Liveblogs mit.
In Deutschland seien in der Nacht von Sonntag auf Montag ein Blick auf die Sportseiten von
Kai Pahl und
Thomas Psaier empfohlen. Dort werden die Finalisten des Super Bowl XLVII auch nicht erst am Ende genannt: Die Baltimore Ravens kämpfen gegen die San Francisco 49ers um die Super-Bowl-Ringe 2013.