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Weltraum-Forschung
Super-Teleskop sucht nach Leben im All
BildTeleskop "Alma" in Chile
VideoSuper-Teleskop "Alma" sucht Leben im All
VideoMars-Rover: Erste Gesteinsprobe
Ein großer Schritt für die Astronomie: Das Super-Teleskop "Alma" hat in der chilenischen Atacama-Wüste offiziell den Betrieb aufgenommen. Damit fiel der Startschuss für eines der größten und teuersten Astronomie-Projekte weltweit.
"Alma" liefere sogar bessere Bilder als das "Hubble"-Teleskop, schwärmt der Direktor des "Alma"-Observatoriums, Mattheus de Graauw. Dabei fliegt "Hubble" im Weltraum, während "Alma" fest auf der Erde in Chile steht. Wissenschaftler aus Europa, Nordamerika und Asien arbeiten an dem Gemeinschaftsprojekt mit, bisher kostete es mehr als eine Milliarde Euro.Hohe Auflösung durch 66 Einzelteleskope
Das Riesenteleskop besteht aus 66 einzelnen Radioteleskopen. Einige lassen sich bei Bedarf auf einer Strecke von bis zu 16 Kilometern verteilen, um eine möglichst große Auflösung zu erhalten. In rund 5.000 Metern über dem Meeresspiegel soll "Alma" zu neuen Erkenntnissen über die Entstehung von Sternen und ganzen Galaxien verhelfen.Dabei hat "Alma" schon neue Ergebnisse geliefert, bevor das Projekt vollständig in Betrieb war. Mit Hilfe einer abgespeckten Version von 16 Radioteleskopen haben die Forscher herausgefunden, dass unzählige Sterne deutlich früher entstanden als bisher angenommen.Blick in ferne Galaxien
Nach Erkenntnissen des Astronomen-Teams gab es die sogenannten Starbursts, die heftigsten Sternentstehungs-Ausbrüche in der Geschichte des Universums, bereits vor etwa zwölf Milliarden Jahren. "Das ist nur zwei Milliarden Jahre nach dem Urknall und eine Milliarde Jahre früher als bislang angenommen", sagt Axel Weiß vom Bonner Max-Planck-Institut für Radioastronomie.Während der Starbursts wandeln Galaxien mit hoher Geschwindigkeit gewaltige Mengen von kosmischem Gas und Staub in neue Sterne um. Das geht rund tausend Mal schneller als in normalen Galaxien. "In der Milchstraße entsteht pro Jahr eine neue Sonne, in diesen Galaxien sind es 1.000 pro Jahr", sagt Weiß. "Das kann man nur in fernen Galaxien beobachten, in unserer Nachbarschaft gibt es das überhaupt nicht.""Alma" findet Baustein für Leben
Ganz nebenbei entdeckten die Forscher mit "Alma" auch noch Wasser: In entlegenen Galaxien konnten die Astronomen das am weitesten entfernte Wasser im Universum entdecken, das bislang beobachtet wurde.Und noch eine interessante Erkenntnis hat "Alma" schon geliefert: Die Teleskope entdeckten kleine, organische Zuckermoleküle im All - diese sind Bausteine für Leben. Laut den Forschern kann man jetzt spekulieren: Ist Leben im Weltall weit verbreitet?


