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Selbstverbrennungen
Tibets unerträgliche Verzweiflung
BildProtest gegen chinesische Herrschaft
Was für Schmerzen muss ein Mensch erlitten haben, wenn er sich auf so brutale Weise das Leben nimmt? Wie verzweifelt muss er sein, um sich mit Benzin zu überschütten und anzuzünden? Es ist schwer nachvollziehbar, was in Tibet derzeit geschieht.
Fast täglich verbrennen sich in Tibet Menschen aus Protest gegen Chinas Herrschaft über die Tibeter. Mehr als 95 Menschen sind es seit 2009. Mönche und Nonnen sind unter denen, die sich auf so grausame Weise selbst opfern, aber auch einfache Arbeiter, Schüler, Mütter.Geschmuggeltes Filmmaterial, verstörende Bilder
Nicola Albrecht, ZDF-Studio Peking
Tibet - das Dach der Welt
Tibet ist das ausgedehnteste Hochland der Welt. Es ist von bis zu 8.000 Meter hohen Gebirgszügen des Himalayas umgeben und liegt durchschnittlich 4.000 Meter über dem Meeresspiegel. Mit 1.214.000 Quadratkilometern ist Tibet mehr als drei Mal so groß wie Deutschland, es leben aber nur rund 2,6 Millionen Menschen dort.
Bereits im 13. Jahrhundert erhob das benachbarte China Ansprüche auf das "Dach der Welt" und schloss es ab 1644 lose an sein Kaiserreich an. Nach dessen Sturz im Jahre 1911 konnte sich Tibet fast völlig dem Einfluss des großen Nachbarn entziehen. Doch 1950 marschierte die chinesische Volksbefreiungsarmee in das Hochland ein und unterwarf es der im Jahr zuvor gegründeten kommunistischen Volksrepublik China. Nach einem niedergeschlagenen Aufstand 1959 floh das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, ins Exil nach Indien. Zehntausende seiner Landsleute folgten ihm. Der einstmals riesige Landbesitz der rund 3.000 tibetischen Klöster, in denen etwa 300.000 buddhistische Mönche und Nonnen lebten, wurde in den 60er Jahren verstaatlicht.
Es kam danach immer wieder zu Unruhen in Tibet, das China 1965 zum autonomen Gebiet erklärt hatte. So verhängte Peking im März 1989 für ein Jahr das Kriegsrecht über die tibetische Hauptstadt Lhasa. Im selben Jahr im Dezember erhielt der Dalai Lama den Friedensnobelpreis. Der Jahrestag des Tibet-Aufstands vom 10. März 1959 löste im Jahr 2008 wochenlange Unruhen aus. Dabei kamen nach offiziellen Angaben aus Peking 22 Menschen ums Leben. Exiltibeter sprechen von rund zehn Mal so vielen Todesopfern.
(Quelle: ap)



