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Berufungsgericht in New York

US-Investor will 1,3 Milliarden Dollar von Argentinien

  • Video Argentinien: Singer will 1,3 Milliarden
  • Video Manager müssen haften
  • Video Bankenkrise: Branche auf Schrumpfkurs
  • VideoArgentinien: Singer will 1,3 Milliarden
    (27.02.2013)
    VideoManager müssen haften

    Künftig müssen Manager von Banken und Versicherungen mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen, wenn sie sich folgenreich verspekulieren. So beschloss heute das Bundeskabinett in einem Gesetzentwurf.

    (06.02.2013)
    VideoBankenkrise: Branche auf Schrumpfkurs

    Die Commerzbank hat angekündigt, vier- bis sechstausend Stellen zu streichen. Auch andere Banken sanieren auf dem Rücken der Mitarbeiter.Verdi warnt vor der Schrumpfkur als Weg aus der Krise.

    (25.01.2013)

     von Klaus Prömpers, New York

    Argentiniens Wirtschaft liegt auch zwölf Jahre nach der Fast-Pleite am Boden. Der US-Investor Paul E. Singer kaufte damals Schrottanleihen, jetzt will er den vollen Gegenwert haben - 1,3 Milliarden Dollar. In erster Instanz kam er durch, heute verhandelt ein Berufungsgericht in New York. 

    2001 hatte sich Argentinien für zahlungsunfähig erklärt, anschließend handelte das Land einen Teilschuldenverzicht aus. Den Menschen ging es mit der Abwertung des argentinischen Peso schlecht, es kam zu gewalttätigen Protesten

    Hedgefondskönig Paul Singer / Quelle: reuters

    Hedgefondskönig Paul E. Singer
    Quelle: reuters

    Singer will 1,3 Milliarden Dollar eintreiben

    Das interessierte den New Yorker Investor Paul Singer gar nicht: Er sah mit seinem Hedgefonds nach der Staatspleite Argentiniens eine Chance: Er kaufte - teils zum Preis von nur 15 Cent - Schuldtitel Argentiniens auf. Nun will er von seinem New Yorker Büro aus den vollen Gegenwert gerichtlich eintreiben: 1,3 Milliarden Dollar. Sein Gewinn wäre riesig. In erster Gerichtsinstanz hatte Singer gewonnen. Heute entscheidet ein Berufungsgericht in New York über die Frage, ob der Schuldenschnitt Argentiniens vor zehn Jahren rechtens war, bei dem Investoren auf zwei Drittel ihrer Forderungen verzichten mussten.

    "Die Hedgefonds werden eine Menge Geld verdienen, aber sie haben auch viel riskiert, sie kauften Schuldtitel, nachdem Argentinien Pleite gegangen war", sagt Steve Thel von der Fordham Universität in New York. "Argentinien versprach zu zahlen und durch den Kauf halfen sie alten Inhabern, die das Versprechen geglaubt haben." Sollte Singer vor dem Berufungsgericht Erfolg haben, würde es für ausländische Regierungen in Zukunft schwierig werden, manchen Schuldnern zu zahlen und anderen nicht, meint Thel. 

    Mit Pleiten anderer steinreich geworden

    Paul Singer hat einen Großteil seines Vermögens mit den Pleiten anderer gemacht. So hat er beim Kommunikationsriesen Worldcom oder dem Energiekonzern Enron nach deren Pleite kräftig verdient. Auch Staaten wie Kongo gehörten zu seinen Schuldnern. Beim Kongo erkämpfte er sich 38 Millionen Dollar vor Gerichten in aller Welt. Gekauft hatte er die Schuldtitel zum Nennwert von 30 Millionen US-Dollar, allerdings zu einem Bruchteil des Wertes, man spricht von 10 Millionen Dollar.

    Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Argentinien am Ende 1,3 Milliarden Dollar zahlen müssen. Schon im November letzten Jahres ließ Singer in Ghana per Gerichtsbeschluss das Segelschulschiff Argentiniens als Sicherheit beschlagnahmen. Nach drei Monaten kam es wieder frei. 

    27.02.2013
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