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23.05.2013

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Waffendebatte nach Amoklauf

US-Waffenlobby zeigt sich störrisch

  • Video US-Waffenlobby zeigt sich störrisch
  • Video Schusswaffen aus dem 3D-Drucker
  • Video Waffendebatte in den USA
  • Video USA: Schärfere Waffengesetze gefordert
  • VideoUS-Waffenlobby zeigt sich störrisch

    Ende Januar will US-Präsident einen ersten Vorschlag machen, wie die Waffengesetze seines Landes geändert werden könnten. Aber die Waffenlobby ist ein starker Gegner.

    (21.12.2012)
    VideoSchusswaffen aus dem 3D-Drucker
    (19.12.2012)
    VideoWaffendebatte in den USA

    Nach dem Amoklauf an einer Grungschule in Newtown will sich US-Präsident Obama für ein Verbot von Sturmgewehren einsetzen. Erstmals nach dem Massaker hat sich auch die Waffenlobby zu Wort gemeldet.

    (19.12.2012)
    VideoUSA: Schärfere Waffengesetze gefordert

    In den USA fordern Demonstranten schärfere Waffengesetze. Präsident Obama bekräftigt seine Forderung nach einem Verbot von Sturmgewehren.

    (19.12.2012)

    Kurzmeldung

    • US-Waffenlobby: Mit Waffen Schulen vor Amokläufen schützen 19:47 21.12.2012
      Die US-Waffenlobby tritt nach dem Amoklauf an einer Grundschule mit 27 Toten für einen bewaffneten Schutz von Schulen ein. Das sagte der Vizechef der mächtigen National Rifle Association NRA, Wayne LaPierre in Washington. Bei der Pressekonferenz kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten "Die NRA tötet unsere Kinder" vor den Sprecher. Mit einer Schweigeminute hatte zuvor die von einem Amoklauf erschütterte Kleinstadt Newtown der vor einer Woche getöteten Menschen gedacht. Auch in den USA gab es Schweigeminuten.

    Ende Januar will US-Präsident Obama einen ersten Vorschlag machen, wie die Waffengesetze seines Landes geändert werden könnten. Aber die Waffenlobby ist ein starker Gegner, sagt ZDF-Washington-Korrespondent Klaus Prömpers. 

    Sturmgewehr aus dem Drucker

    von Christian Roman

    Der Amoklauf von Newtown mit 27 Toten hat Amerika erschüttert. Von einer möglichen Verschärfung der Waffengesetze nach dem Blutbad in Connecticut will ein Student aus Texas allerdings nichts wissen. Im Gegenteil: Ein Sturmgewehr zum Selberdrucken möchte er der ganzen Welt zugänglich machen.

    27 Grad im Dezember. Die Sonne brennt auf den staubtrockenen Sandboden. Dutzende Schüsse krachen durch die Luft. Ein ganz normaler Tag im waffenverrückten US-Bundesstaat Texas. Fast. Denn an diesem Nachmittag will Cody Wilson seine Vision eines freien Amerikas verwirklichen. Mithilfe eines modernen 3D-Druckers ist es dem Studenten gelungen, Teile eines Sturmgewehrs aus flüssigem Kunststoff herzustellen.

    „Ich glaube, der Besitz von Feuerwaffen ist ein universelles Menschenrecht. Aber der Staat will uns sagen, ob wir sie haben dürfen oder nicht. Das ist jetzt nicht mehr zwangsläufig die Zukunft“, erklärt der 24-Jährige. Wenn Wilson von seiner Vision der Zukunft spricht, spielt er lässig mit dem Abzug des Plastikgewehrs. Ginge es nach ihm, könnte sich bald jeder Mensch auf der Welt eine Waffe ausdrucken. Völlig legal, ohne staatliche Kontrolle.

    300 Millionen Schusswaffen in den USA

    Und das in einem Land, das sich vor Schusswaffen kaum retten kann: Mehr als 300 Millionen Pistolen und Gewehre sind in den USA im Umlauf – nahezu eine Waffe pro Einwohner. Die Amokläufe von Connecticut, Oregon und Colorado verdeutlichen, wie viele Opfer der Waffenwahn in Amerika jährlich fordert. Trotzdem ist es fast leichter, ein Gewehr zu kaufen, als ein Glas Bier in der Kneipe zu bestellen.

    Vor allem in Texas stoßen Vorschläge der Regierung zur Verschärfung der Waffengesetze auf wenig Zustimmung. "Mir meine Waffe wegnehmen? Dann müssen sie zuerst meinen toten Finger vom Abzug kriegen. Ich werde so lange schießen, wie ich abdrücken kann", raunt Bennie Ingelke unter seinem Cowboyhut hervor. Hier, im einzigen Saloon von Kingsbury, einem Farmerdorf an der ehemals so pulsierenden Eisenbahnstrecke zwischen Houston und San Antonio, ist die Zeit stehen geblieben. Über dem Ausschank hängt ein Schild mit der Aufschrift "We don’t dial 911" und zwei rostige Colts zeugen davon, dass man das Gesetz hierzulande lieber selbst in die Hand nimmt.

    Bauteile aus dem Netz, Griff aus dem Drucker

    Vom Staat will auch Cody Wilson sich nicht einschränken lassen. Seit Monaten tüftelt der Texaner an dem Sturmgewehr, die Bauteile hat er im Internet gekauft. Nur das Griffteil stammt aus dem 3D-Drucker. Das hat keine Registriernummer mehr und kann damit nur schwer zurückverfolgt werden.

    Auf einer Ranch mitten in der versengten Steppe Texas soll die Waffe nun getestet werden. Mehr als 40 Kugeln feuert Cody mit dem Sturmgewehr ab, keine trifft ihr Ziel. Unbeholfen wirkt der Jurastudent an dem Gewehr, ein Waffennarr ist er nicht.

    "Grundrecht auf Waffen schützen"

    Cody bezeichnet sich selbst als Freiheitskämpfer – wofür er da kämpft, bleibt ein Rätsel. Von Libertarismus, der Beschränkung des Staates ist die Rede. Die Waffe sei nur ein politisches Instrument, das Internet seine Plattform. Dem Argument, dass die Vermittlung seiner Ideologie auf Kosten Unschuldiger gehen könnte, begegnet Cody mit Pragmatismus: "Verschaffe ich jemandem Zugang zu Waffen? Natürlich! Wird es Missbrauch geben? Natürlich! Aber wir müssen das Grundrecht auf Waffen schützen, ungeachtet der Folgen. Würde ich meine Gefühle darüber entscheiden lassen, was man der Gesellschaft zumuten kann, dann wäre ich nicht besser als die Demokraten."

    Beruhigend zu wissen, dass jene Demokraten weiterhin an der Spitze der amerikanischen Regierung stehen. Denn mit dem kürzlich von Präsident Barack Obama unterstützten Verbot von Sturmgewehren in den USA könnte der Vision von Cody Wilson noch rechtzeitig ein Riegel vorgeschoben werden.

    21.12.2012
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