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Entenmastbetrieb in Brandenburg

Vogelgrippe ist zurück

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat den Vogelgrippe-Befund in Brandenburg bestätigt: Enten eines Geflügelmastbetriebes bei Seelow waren mit dem H5N1-Virus infiziert. "Allerdings wurde nur die niedrig pathogene Variante verifiziert", teilte das Umweltministerium mit. Über 10.000 Enten werden gekeult. 

Wie das märkische Umweltministerium mitteilte, fielen Antikörper gegen das Virus H5N1 im Rahmen von Eigenkontrollen des Betriebes auf und wurden sofort gemeldet. Der Bestand habe ansonsten aber keine klinischen Auffälligkeiten gezeigt. Der Geflügelmastbetrieb befindet sich in der Nähe von Seelow (Märkisch-Oderland).

Krisenzentrum eingerichtet

"Es sind alle notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung und Bekämpfung eingeleitet worden", sagte Umweltministerin Anita Tack (Linke). So werden im Radius von einem Kilometer ein Sperrkreis um den Geflügelmastbetrieb gezogen. Die mehr als 10.000 Enten sollen noch am Wochenende gekeult werden. Anschließend müssen die Stallungen ausgiebig desinfiziert werden, hieß es.

Das Land richtete ein Krisenzentrum ein - es soll die Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung in Brandenburg koordinieren. Außerdem wurden bereits alle Landkreise, Bundesländer sowie der Bund über den H5N1-Fall informiert.

Seit drei Jahren keine gefährliche Vogelgrippe

Wasservögel erkranken dem FLI zufolge in der Regel seltener und nicht so schwer an dem Virus. Sie könnten aber als Viren-Reservoir dienen, den Erreger ausscheiden und andere Vögel anstecken. Nach Angaben des Instituts von Anfang Januar war die gefährliche Form der Vogelgrippe H5N1 in Deutschland seit mehr als drei Jahren nicht mehr festgestellt worden.

Vogelgrippe

Vogelgrippe, Geflügelpest, Hühnerinfluenza - die Tierseuche hat mehrere Namen. Der historisch entstandene Begriff Geflügelpest unterstreicht die Schwere der Krankheit - "Pest" steht umgangssprachlich für einen Seuchenzug mit zahlreichen Todesfällen, unabhängig vom Erreger. Da die Erreger der klassischen Geflügelpest Grippeviren sind, haben sich die Tiermediziner international auf die Bezeichnung Aviäre Influenza geeinigt, übersetzt "Vogelgrippe". Je nach betroffener Geflügelart wird auch von beispielsweise Hühner-, Gänse- oder Enteninfluenza gesprochen.

Bei der Aviären Influenza unterscheiden die Fachleute schwach-, mittel- und hochpathogene (krank machende) Erreger. Das Virus H5N1 gehört zu den hochpathogenen Erregern. Das natürliche Reservoir dieses Virus sind Wasservögel, die gewöhnlich kaum daran erkranken. Hühner und Puten verenden dagegen größtenteils bereits 24 bis 48 Stunden nach Kontakt mit dem Virus. Es kann daher auch große wirtschaftliche Schäden verursachen.

Verschiedene Vogelgrippeviren können auch Menschen krank machen. Mit dem Erreger H5N1 können sich Menschen allerdings in der Regel nur bei sehr engem Kontakt mit infizierten Vögeln anstecken. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nur in seltenen Einzelfällen beschrieben worden.

15.02.2013, Quelle: dpa
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