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Landesweite Demos

Wütender Protest in Spanien: "Ich habe die Nase voll"

  • Video Spaniens sozialer Verfall
  • Video Korruptionsvorwürfe gegen Mariano Rajoy
  • VideoSpaniens sozialer Verfall

    Spanien steckt tief in der Eurokrise. Dazu kommt ein Korruptionsskandal um Ministerpräsident Rajoy. Die Regierung verlangt den Spaniern einiges ab, Arbeitslosigkeit und soziale Probleme nehmen zu.

    (04.02.2013)
    VideoKorruptionsvorwürfe gegen Mariano Rajoy

    Im spanischen Korruptionsskandal hat die Staatsanwaltschaft Ministerpräsident Rajoy im Visier, doch der weist alle Vorwürfe zurück und will alle seine Konten offen legen.

    (04.02.2013)

    Spanien steckt tief in der Rezession, weil die Politik massiv spart - die Wut und Verzweiflung der Bürger wachsen. Zehntausende Spanier sind in zahlreichen Städten des Landes gegen die strikte Sparpolitik der Regierung auf die Straße gegangen. 

    Zehntausende Menschen haben am Samstag zum 32. Jahrestag des Putschversuches vom 23. Februar 1981 vor dem spanischen Parlament gegen die Sparmaßnahmen der Regierung demonstriert. Die Organisatoren hatten unter dem Motto "Bürgerflut 23-F" zu dem Protestzug aufgerufen. Sie werfen der Regierung Großzügigkeit gegenüber der Finanzbranche zulasten der kleinen Leute vor. Spanien stehe heute einem "Finanz-Putsch2 gegenüber, hieß es.

    Am 23. Februar 1981 hatten Militärs versucht, sich an die Macht zu putschen. Der Staatsstreich, in Spanien nach dem Datum meist 23-F genannt, scheiterte am entschlossenen Auftreten von König Juan Carlos I., der die Truppen zurück in die Kasernen beorderte.

    "Wir haben die Nase voll"

    Die Demonstrationen in rund 80 Orten richteten sich auch gegen die Korruptionsskandale, die das Land zuletzt erschüttert hatten. Allein in der Hauptstadt Madrid versammelten sich nach Medienangaben mehrere zehntausend Menschen. Auf Plakaten war zu lesen "Das Gesundheitswesen ist nicht zu verkaufen" oder "Rajoy, mach es dem Papst nach und trete zurück". Große Demonstrationen gab es auch in Barcelona, Gran Canaria und La Coruna. 

    Links
    Der lange Schatten der Krise
    Die konservative Regierung unter Ministerpräsident Mariano Rajoy fährt einen der schärfsten Sparkurse in der Geschichte der spanischen Demokratie. Rajoy will verhindern, dass das hochverschuldete Land unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen muss - und sich dann Auflagen der Geldgeber beugen muss. Für die Bevölkerung brachte diese Politik in den letzten Jahren viele Entbehrungen mit sich.

    "Wir haben davon die Nase voll", sagte bei der Demonstration am Samstag Luis Miguel Herranz Fernandez. Der 38-jährige Krankenhausarzt kritisierte vor allem die Einschnitte im Gesundheitswesen, die zu einer sinkenden Qualität der Versorgung führten. "Wir sind hier alle zusammen: Ärzte, Feuerwehrleute, Jugendliche", fügte der Arzt mit Blick auf die versammelte Menge hinzu.

    Seit 2011 in der Rezession

    Spanien leidet seit längerem unter den Folgen einer im Jahr 2008 geplatzten Immobilienblase. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Eurozone befindet sich seit Ende 2011 in der Rezession, die sich zum Ende des vergangenen Jahres noch einmal verschärft hat. Die Arbeitslosenquote ist mit 26 Prozent eine der höchsten in Europa. Zudem wird Rajoys konservative Regierungspartei PP derzeit von Korruptionsvorwürfen erschüttert.

    23.02.2013, Quelle: dpa, ap, reuters
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