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23.05.2013

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Nach dem Amoklauf in Newtown

Waffenlobby: "Verteidiger des Waffenbesitzrechts"

  • Bild Phoenix: Besucher der Waffenmesse
  • Video Newtown: "Der Druck ist einfach zu groß"
  • Video US-Waffenlobby zeigt sich störrisch
  • Video USA: Abschied von den Amokopfern
  • BildPhoenix: Besucher der Waffenmesse
    Mann mit Waffe auf Waffenmesse in Phoenix
    VideoNewtown: "Der Druck ist einfach zu groß"

    In den USA wird über schärfere Waffengesetze debatiert. Korrespondent Ulf Röller sagt, dass das Unglück von Newtown "wirklich Amerika verändert" habe und bestimmte Waffentypen verboten werden könnten.

    (21.12.2012)
    VideoUS-Waffenlobby zeigt sich störrisch

    Ende Januar will US-Präsident einen ersten Vorschlag machen, wie die Waffengesetze seines Landes geändert werden könnten. Aber die Waffenlobby ist ein starker Gegner.

    (21.12.2012)
    VideoUSA: Abschied von den Amokopfern

    Die USA nehmen Abschied von den Opfern des Amoklaufes in Connecticut. Im US-Kongress erheben sich die Abgeordneten zu einer Schweigeminute.

    (18.12.2012)

    Kurzmeldung

    • US-Waffenlobby: Mit Waffen Schulen vor Amokläufen schützen 19:47 21.12.2012
      Die US-Waffenlobby tritt nach dem Amoklauf an einer Grundschule mit 27 Toten für einen bewaffneten Schutz von Schulen ein. Das sagte der Vizechef der mächtigen National Rifle Association NRA, Wayne LaPierre in Washington. Bei der Pressekonferenz kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten "Die NRA tötet unsere Kinder" vor den Sprecher. Mit einer Schweigeminute hatte zuvor die von einem Amoklauf erschütterte Kleinstadt Newtown der vor einer Woche getöteten Menschen gedacht. Auch in den USA gab es Schweigeminuten.

     von Axel Zimmermann

    Die National Rifle Association (NRA) ist eine feste Größe in den USA. 4,3 Millionen Mitglieder hat der Lobbyverband, der sich für das Waffenbesitzrecht der US-Bürger einsetzt. Eine lange Geschichte und prominente Köpfe verleihen der NRA großen Einfluss, sie steht aber auch immer wieder in der Kritik. 

    Das Recht, Schusswaffen zu besitzen hat in den USA nicht nur eine lange Tradition, es ist auch rechtlich sehr fest verankert: Die Basis für die unübersichtlich vielen waffenrechtlichen Regelungen der einzelnen US-Bundesstaaten findet sich im zweiten Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von 1791. Damit ist das Waffenbesitzrecht ein sehr altes Recht, das entsprechend hoch gehalten wird. Die NRA sieht sich als Verteidigerin dieses Rechts in den USA. Auf ihrer Website bezeichnet sie sich selbst als "älteste Bürgerrechtsorganisation der USA" und als "Beschützerin des zweiten Zusatzartikels der Verfassung".

    2. Zusatzartikel zur US-Verfassung

    The Second Amendement
    Der 2. Zusatzartikel zur US-Verfassung wurde 1791 verabschiedet. Er verbietet der US-Regierung das Recht der US-Bürger einzuschränken, Waffen zu besitzen und zu tragen. Der Text lautet: "A well regulated Militia being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms shall not be infringed." ("Eine gut organisierte Miliz ist für die Sicherheit eines freien Staates notwendig. Deshalb darf das Recht der Bürger, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht verletzt werden.") Die Interpretation dieses Textes ist immer wieder Gegenstand teilweise harter Kontroversen.

    Zur besseren Ausbildung schlechter Schützen gegründet

    Die NRA wurde 1871, wenige Jahre nach Ende des amerikanischen Bürgerkriegs (1861 bis 1865), im Staat New York gegründet. Die Gründer waren ehemalige Offiziere der Nordstaatenarmee. Sie hatten im Sezessionskrieg festgestellt, dass ihre Soldaten teilweise sehr schlechte Schützen waren und wollten mit der NRA einen Verband schaffen, der sich um die Verbesserung der Schießleistungen kümmern sollte.

    In den ehemaligen konföderierten Staaten im Süden der USA war die NRA als Organisation der Nordstaaten zunächst unbeliebt. Das hat sich aber gewandelt, weil der Verband alle Waffenbesitzer in den USA als starke Lobbyvereinigung vertritt und sich gegen jede Einschränkung des Waffenbesitzrechts stark macht. Dabei kommt der NRA zugute, dass sich immer wieder sehr berühmte und einflussreiche Personen an die Spitze der Organisation stellen.

    Von berühmten Persönlichkeiten geführt

    Die wohl berühmteste Persönlichkeit in der Frühzeit der NRA war Ulysses S. Grant, der 1883 Präsident der NRA wurde. Grant hatte als Oberbefehlshaber die US Army zum Sieg im Sezessionskrieg geführt und war von 1869 bis 1877 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika.

    Bis in die jüngere Vergangenheit konnte sich die NRA mit international bekannten Persönlichkeiten in Führungsfunktionen schmücken. Der letzte war der Hollywoodschauspieler Charlton Heston, der der NRA von 1998 bis 2003 vorsaß.

    Mitglieder-Service und starker Lobby-Arm
    Die NRA geht durch verschiedene Unterorganisationen und Fachabteilungen sehr konzentriert auf die unterschiedlichen Bedürfnisse ihrer Mitglieder ein. So gibt es zum Beispiel spezielle Bereiche für Jäger oder Sportschützen. Die NRA bietet ihren Mitglieder nicht nur die Möglichkeit mit ihren Waffen auf Schießanlagen zu trainieren, sie bietet auch Kurse zu Waffen- und Schießtechnik und Informationen zum Jagd- oder Waffenbesitzrecht an.

    Mit dem Institute for Legislative Action (ILA) hat die NRA 1975 eine sehr starke Lobby-Organisation gegründet, die sich seitdem gegen Verschärfungen des Waffenrechts in den USA stark macht. Das ILA beschäftigt an seinem Hauptsitz in Fairfax, Virginia und in seinen Büros in Washington D.C. und im kalifornischen Sacramento mehr als 80 hauptberufliche Lobbyisten. An den Aktivitäten des ILA entzündet sich immer wieder harscher Protest der Waffenkritiker in den USA. Der Regisseur und Autor Michael Moore hat die NRA immer wieder scharf für ihre waffenfreundliche Position kritisiert und ihr Mitschuld an Morden und Amokläufen vorgeworfen.

    21.12.2012
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