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Gewaltdebatte in den USA

Waffenlobby macht Front gegen Obama

  • Bild Piers Morgan
  • Video US-Waffenlobby zeigt sich störrisch
  • Video USA: Streit um Waffengesetze
  • BildPiers Morgan
    Piers Morgan
    VideoUS-Waffenlobby zeigt sich störrisch

    Ende Januar will US-Präsident einen ersten Vorschlag machen, wie die Waffengesetze seines Landes geändert werden könnten. Aber die Waffenlobby ist ein starker Gegner.

    (21.12.2012)
    VideoUSA: Streit um Waffengesetze

    Eine Woche nach dem Massaker in Newton bleibt die mächtige Waffenlobby ihrem Kurs treu. Präsident Obama dagegen will bereits im Januar strengere Waffengesetze durchsetzen.

    (21.12.2012)

    Der Ton wird rauer: Die US-Waffenlobby macht Front gegen Pläne von Obama, nach dem Schulmassaker die Waffengesetze zu verschärfen. Und sie fordert, einen britischen CNN-Moderator abzuschieben - weil der einen Lobbyisten als "dummen Mann" schmähte. 

    Die Waffenlobby in den USA geht weiter auf Konfrontationskurs zu Präsident Barack Obama, der nach dem Schulmassaker von Newtown die Waffengesetze verschärfen will. Man werde jede Einschränkung des Rechts auf das Tragen einer Waffe bekämpfen, machten die Führer der einflussreichen National Rifle Assosiation (NRA) in TV-Interviews deutlich.

    "Die Schützen sind das Problem"

    Nicht die Waffen seien das Problem, sondern die Schützen, argumentierte NRA-Präsident David Keene im Sender CBS. Dabei zielte er auch auf Menschen mit psychischen Problemen. "Ich sage nicht, dass jeder in psychischer Behandlung ein potenzieller Killer ist. Ich sage nicht, dass jeder, der Videos guckt, ein potenzieller Killer ist. Das stimmt nicht. Aber genauso wenig stimmt, dass jeder, der eine Waffe besitzt, ein potenzieller Killer ist."

    Waffenrechtsanwälte greifen Moderator an

    Nach der Debatte über die Bluttat von Newtown haben tausende Waffenrechtsanwälte eine Petition an das Weiße Haus gerichtet, die eine Auslieferung des britischen CNN-Moderators Piers Morgan  verlangt. Bis zum späten Sonntagabend erhielt die Forderung etwa 28.500 Unterstützer. Damit sich die Regierung damit befasst, sind 25.000 nötig. In einem Interview hatte Morgan den US-Waffenlobbyisten Larry Pratt einen "unvorstellbar dummen Mann" genannt, als dieser als Reaktion auf die Ereignisse von Newtown mehr statt weniger Waffen forderte. "Sie haben überhaupt kein schlüssiges Argument, Sie scheren sich einen Dreck um die Zahl der  Waffenmorde in Amerika", sagte er zudem.


    NRA-Vize Wayne LaPierre kritisierte auch die von Obama zur Waffengewalt eingesetzte Taskforce unter Leitung von US-Vizepräsident Joe Biden. "Wenn das eine Kommission ist, die nur aus einem Haufen Leuten zusammengesetzt wird, die schon in den letzten 20 Jahren versucht haben, den zweiten Zusatzartikel (zur Verfassung) zu zerstören, bin ich nicht daran interessiert, in dieser Kommission zu sitzen", sagte er dem Sender NBC. Im zweiten Zusatzartikel wird den Amerikanern das Recht auf Besitz und Tragen von Waffen garantiert.


    Gegen Verkaufsverbot
    Auch ein Verkaufsverbot der von Obama besonders ins Visier genommenen Sturmgewehre und Schnellfeuerwaffen mit großen Magazinen an Privatpersonen lehnt die NRA ab. "Es wird nicht helfen. Es hat nicht geholfen", sagte LaPierre mit Hinweis auf ein bereits zwischen 1994 und 2004 bestehendes Verbot, das unter US-Präsident George W. Bush ausgelaufen und nicht verlängert worden war. "Ich halte das für ein falsches Stück Gesetzgebung, und aus diesem Grund glaube ich nicht, dass es durchkommen wird: Es ist nur auf Lügen aufgebaut, die bereits aufgedeckt sind."

    Run auf Waffen ungebrochen

    Auch nach dem jüngsten Schulmassaker ist der Run auf automatische oder halbautomatische Waffen in den USA ungebrochen. Waffenmessen in mehreren Bundesstaaten lockten am Wochenende unzählige Besucher an. An den Eingängen bildeten sich lange Schlangen und die Verkaufsstände waren dicht umlagert. Selbst höhere Preise schreckten die Kunden nicht ab. Manche Geschäfte waren sogar ausverkauft. Besonders gefragt waren Händlern zufolge Sturmgewehre vom Typ AR-15.


    LaPierre hatte am Freitag mit seiner Forderung weltweit für Empörung gesorgt, als Konsequenz aus dem Schulmassaker in Connecticut mit 26 Opfern landesweit bewaffnete Wächter in Grundschulen einzusetzen. Am Sonntag wiederholte er die Forderung. "Wenn es verrückt ist, nach der Polizei zur Sicherung der Schulen zu rufen, um unsere Kinder zu schützen, dann nennen Sie mich verrückt. Ich denke, dass die Amerikaner es verrückt finden, es nicht zu tun."

    24.12.2012
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