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Jahresrückblick
Was 2012 die Wissenschaft bewegte
Es war ein Jahr der Rekorde – in vielerlei Hinsicht: der erste Mensch, der die Schallmauer durchbricht, der größte je gemessene Rückgang des Arktik-Eises, der Fund von Wasser auf dem Mars und der lang erhoffte Nachweis des Higgs-Teilchens – Ereignisse, die die Menschen 2012 den Atem anhalten ließen.
2012 wurden mit 70 Raketenstarts 100 neue Satelliten ins All geschossen. Mehr als einmal kam es dabei zu Pannen. Im Oktober explodierte eine russische Rakete im Weltraum und hinterließ eine Trümmerwolke aus 500 Teilen. Kein Einzelfall: Im Weltraum sammelt sich der Müll an. Zusammen mit den aktiven Satelliten umkreist er in mehreren Hundert Kilometern Höhe mit hoher Geschwindigkeit unseren Planeten. Auch die Internationale Raumstation (ISS) ist von den rasenden Schrottteilen bedroht.Im Dienst der WissenschaftDennoch: Die Arbeit von Meteorologen, Geografen und Klimaforschern wäre ohne die künstlichen Trabanten heute nicht denkbar. Mithilfe von Satellitenaufzeichnungen können sie langfristige und großräumige Prozesse auf der Erde beobachten. So lassen sich die Reiserouten von Eisbergen in den Polarmeeren bestimmen. 100 Jahre nach dem Untergang der Titanic ist es also möglich, den riesigen Eisbrocken gezielt auszuweichen.Auch ihr Ursprung lässt sich erforschen: Der Eisberg, der die Titanic rammte, stammt vermutlich vom Jakobshavn Isbrae in Grönland, dem schnellsten Gletscher der Welt. Rund 10.000 Jahre dauerte seine Reise vom Inland zur Küste. Dort brach er ins Meer und machte sich auf seine langsame, aber stetige Reise nach Süden – bis er vor 100 Jahren in die Fahrspur des berüchtigten Luxusliners geriet.Auf dem Weg zur Klimakatastrophe?Dieses Jahrtausende alte Eis, aus dem die Eisberge entstehen, ist heute auf dem Rückzug. Die Bilder, die NASA & Co. aus dem Weltraum funken, zeigen deutlich: Nie zuvor ging das arktische Meereis so stark zurück wie in diesem Sommer. Das bedroht nicht nur die Tierwelt in der Arktis, sondern kann globale Folgen haben, weil es einen Rückkopplungseffekt erzeugt: Je weniger weiße Eisfläche die Sonnenstrahlung ins All reflektiert, desto wärmer wird es. Und je wärmer es wird, desto schneller schmilzt das Eis an den Polen. Zwar ist der Eisschild, der die Antarktis bedeckt, noch intakt, doch es mehren sich die Anzeichen, dass sich die Strömungsverhältnisse ändern könnten und es auch hier zu einem Rückgang des Küsteneises kommen kann.


