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20.06.2013

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Debatte über Kanzlerlohn

Wenn's um Gehalt geht - Sparkasse

  • Bild Woanders wird mehr verdient: Kanzleramt
  • Video Peer Steinbrück und das Kanzlergehalt
  • Video Merkels Vorsprung vor Steinbrück wächst
  • Video Ist Steinbrück der richtige Kandidat?
  • BildWoanders wird mehr verdient: Kanzleramt
    VideoPeer Steinbrück und das Kanzlergehalt

    Der Kanzlerkandidat der SPD, Peer Steinbrück, beklagt, dass der deutsche Regierungschef verhältnismäßig unterbezahlt sei. Doch woran sollte sich das Gehalt eines Regierungschefs orientieren?

    (30.12.2012)
    VideoMerkels Vorsprung vor Steinbrück wächst

    Die Kanzlerin liegt zurzeit deutlicher vor ihrem Herausforderer als in den vergangenen Wochen. Das zeigt das aktuelle ZDF Politbarometer. Auch die CDU/CSU profitiert und kommt jetzt auf 40 Prozent.

    (14.12.2012 Quelle: ZDF)
    VideoIst Steinbrück der richtige Kandidat?

    Peer Steinbrück ist nun offiziell der Kanzlerkandidat der SPD. Doch bleibt die Frage, ob er überhaupt eine Chance gegen Angela Merkel haben wird.

    (11.12.2012)

    "Nahezu jeder Sparkassendirektor in Nordrhein-Westfalen verdient mehr als die Kanzlerin" - für diesen Spruch bekommt Peer Steinbrück viel Schelte, auch aus der SPD. Recherchen zeigen: der SPD-Kanzlerkandidat hat weitgehend Recht. 

    Verdient die Kanzlerin zu wenig? Darüber ist eine heftige Debatte entbrannt - auch in der SPD. Zahlreiche SPD-Politiker widersprechen der Äußerung von Kanzlerkanidat von Peer Steinbrück, wonach die Bezüge der Bundeskanzlerin oder des Bundeskanzlers unangemessen niedrig seien. Andere kritisierten die Diskussion als "aufgebauscht". Indes zeigen Recherchen, dass viele Sparkassen-Direktoren tatsächlich mehr verdienen.

    Viele verdienen mehr als 300.000 Euro im Jahr

    Viele Sparkassen weisen die Vorstandsgehälter in ihren Geschäftsberichten nur pauschal aus, einige jedoch namentlich. Ein Blick auf einige zufällig ausgewählte Sparkassen in NRW zeigt: Selbst kleinere Sparkassen zahlen nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur ihrem Vorstandsvorsitzenden tatsächlich mehr als die Kanzlerin verdient. Merkel kommt mit Kanzlerbesoldung und Abgeordnetenbezügen auf knapp 300.000 Euro im Jahr.

    Der Chef der Sparkasse KölnBonn dagegen kassierte im Jahr 2011 eine Vergütung von insgesamt 578.000 Euro, die "einfachen" Vorstandsmitglieder erhielten 407.000 bis 442.000 Euro. Mit einer Bilanzsumme von rund 30 Milliarden Euro ist KölnBonn aber auch eine der größten Sparkassen in Deutschland. Zu den größeren in NRW zählt auch die Sparkasse Münsterland-Ost mit einer Bilanzsumme von 8,3 Milliarden Euro. Vergütung des Vorstandsvorsitzenden: 593.000 Euro.

    Selbst in kleineren Häusern rollt der Rubel

    Aber auch in kleineren Häusern werden die Chefs ordentlich bezahlt: So in Paderborn, wo die Sparkasse bei einer Bilanzsumme von 3,4 Milliarden Euro ihrem Chef 388.000 Euro zahlt. Die Sparkasse am Niederrhein mit Sitz in Moers - Bilanzsumme 3 Milliarden Euro - entlohnt ihren Vorstandschef mit 312.000 Euro.

    Etwas bescheidener als die Kanzlerin muss dagegen der Sparkassenchef im westfälischen Gronau leben: Sein Haus, mit einer Bilanzsumme von 464 Millionen Euro eine der ganz kleinen Sparkassen, gibt ihm eine Gesamtvergütung von 215.000 Euro.


    Das Gehalt der Kanzlerin

    Das Monatsgehalt der Bundeskanzlerin betrug zuletzt 16.085,91 Euro, mit dem Jahreswechsel klettert es um 200 Euro. Weitere Schritte sind im März und August vorgesehen - dann beträgt die Vergütung genau 17.016,16 Euro. Die Regierung hatte im Frühjahr erstmals seit zwölf Jahren eine Erhöhung beschlossen.

    Obendrauf kommt die steuerfreie Dienstaufwandsentschädigung von gut 1.000 Euro im Monat. Weil Merkel auch Parlamentarierin im Bundestag ist, stockt sich ihr Einkommen zusätzlich um die Hälfte der Abgeordnetenentschädigung auf.

    Bundesminister verdienen ab August 13.794,70 Euro, Parlamentarische Staatssekretäre 10.573,22 Euro.

    Kanzler-Gehalt "gute Regelung"

    So faktisch richtig Steinbrücks Aussage sein mag - die Kritik daran reißt nicht ab. "Die rund 220.000 Euro Jahresgehalt für eine Kanzlerin oder einen Kanzler sind eine gute Regelung. Kanzler, mit der 24-Stunden-Verantwortung für unser Land, müssen finanziell abgesichert sein. So abgesichert, dass sie ihr Gehalt auch nicht mit Vortragsreisen aufbessern müssen", sagte der langjährige Bremer Bürgermeister Hennig Scherf der "Bild"-Zeitung. Scherf kritisierte, die Managergehälter seien zu hoch, nicht die Entlohnung des Regierungschefs zu niedrig.

    Ähnlich äußerte sich auch der frühere SPD-Vorsitzende Björn Engholm. "Ich gehe davon aus, dass man vom Gehalt des Bundeskanzlers leben kann. Man darf die Einkünfte eines Kanzlers nicht mit den völlig überhöhten Bezügen mancher Vorstände vergleichen", sagte Engholm der "Bild".

    Bemerkung Steinbrücks "aufgebauscht"

    Mehrere SPD-Abgeordnete sprangen dagegen ihrem Kanzlerkandidaten bei. "Es kann nicht sein, dass das reichste Land Europas seinem Regierungschef eines der geringsten Gehälter zahlt", sagte auch Karl Lauterbach. Steinbrück habe in der Sache vollkommen recht.

    Rückendeckung erhielt Steinbrück auch von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Er wertete im Deutschlandfunk die Äußerung des Kanzlerkandidaten als "eine Feststellung, die schon viele andere gemacht haben". Diese Bemerkung Steinbrücks werde "nun ganz systematisch aufgebauscht".

    30.12.2012, Quelle: dpa, reuters, dapd, afp
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