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Angstdatum 21. Dezember

Wie die Welt ihren Untergang fürchtet

  • Bild Maya-Schriften
  • Video Panik vor Weltuntergang in Russland
  • Video Weltuntergang: Lesch zeigt Szenarien
  • BildMaya-Schriften
    VideoPanik vor Weltuntergang in Russland
    (06.12.2012)
    VideoWeltuntergang: Lesch zeigt Szenarien
    (03.12.2012)

    Manche horten Lebensmittel, andere flüchten an vermeintlich sichere Orte, viele haben einfach nur Panik: Am 21. Dezember endet ein Zyklus im Maya-Kalender - und Verschwörungstheoretiker fürchten die Apokalypse. Ein weltweiter Überblick über die Angst vor dem Ende. 

    Weltuntergang live im Zweiten

    Am 21. Dezember um 23.15 Uhr sendet das ZDF eine Sondersendung von "Abenteuer Forschung: Weltuntergang live". Nutzer können sich u.a. über Twitter an der Sendung beteiligen (Hashtag #ZDFcountdown). Am 20. Dezember um 22.15 Uhr zeigt ZDFneo "Die große Fernsehshow zum Weltuntergang" ( Blog zum Thema) mit Joko und Klaas.

    Das Ende naht - mit Riesenschritten: Für den 21. Dezember 2012 sagen Propheten und Apokalyptiker das Ende der Welt voraus. Ihre Warnungen stützen sie auf den alten Kalender der Maya, den sie falsch deuten.

    Auf allen Kontinenten bereiten sich Menschen auf ein drohendes Ende vor. Manche horten Lebensmittel, andere flüchten an mutmaßlich sichere Orte.

    Wie ein Küchenkalender

    In den USA haben so viele Menschen Angst, dass sogar die Regierung reagierte. Bei der Weltraumbehörde NASA seien tausende Briefe eingegangen, berichtete sie auf ihrer Webseite. Vor allem Kinder hätten Angst. "Die Kinder schreiben, dass sie sich wegen des nahenden Weltuntergangs schlecht fühlen oder sogar über Selbstmord nachdenken", sagte NASA-Mitarbeiter David Morrison.

    NASA-Video auf YouTube

    "Ein ganz normaler Tag"

    Mit zwei Youtube-Videos will die NASA die Bürger beruhigen. Wie unser Küchenkalender am 31. Dezember zu Ende geht und ein neuer am 1. Januar anfängt, so ende am 21. Dezember eben der Maya-Kalender, heißt es in einem Beitrag. Und die US-Regierung schreibt auf ihrer Webseite, die Welt werde weder am 21. Dezember untergehen noch an einem anderen Tag dieses Jahres.


    Kommunistisches Parteiorgan ruft zur Ruhe auf

    In China füllt das Thema ganze Internetforen - und treibt kuriose Blüten. In der Provinz Sichuan verbreitete sich das Gerücht, nach dem 21. Dezember werde drei Tage lang Dunkelheit herrschen. Prompt waren in zwei Kreisen Kerzen und Streichhölzer ausverkauft. Wegen der wilden Gerüchte appellierte das kommunistische Parteiorgan "Volkszeitung" an die Vernunft der Leute: "Wir müssen alle einen klaren Kopf bewahren."

    In der Türkei reagierte die Religionsbehörde Diyanet auf die Verunsicherung der Menschen. Wegen "vieler Fragen" der Gläubigen gab Diyanet-Leiter Mehmet Görmez per Kurznachrichtendienst Twitter amtlich Entwarnung: "Solchen bedeutungslosen, gefälschten und irrgläubigen Weltuntergangsszenarien sollten wir keine Bedeutung beimessen", mahnte er.


    Sichere Zufluchtsorte vor der Apokalypse?

    Tweets aus Bugarach
    ZDF-Korrespondentin Susanne Freitag

    Es soll der einzige Ort sein, der den Weltuntergang übersteht: ZDF-Korrespondentin Susanne Freitag twittert unter dem Kürzel (sf) aus dem französischen Apokalypse-Dorf: twitter.com/ReporterZDF

    In Ghana dagegen hat ein selbsternannter Prophet den einzigen Ort ausgemacht, der von der Apokalypse verschont bleibt: Ein Bergdorf nahe des Stadt Bolgatanga, etwa 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt Accra. Der Rest der Welt werde von Gott zerstört, verkündete Peter Anamoah, Begründer der "Glaubensgemeinschaft der Makara Kirche".

    Andere Weltuntergangspropheten sehen dagegen in Südfrankreich einen sicheren Zufluchtsort. Dort soll, so heißt es, der Berg Pic de Bugarach nahe der Pyrenäen vom Weltuntergang verschont bleiben. Unter der langen Bergkante liegt demnach eine Startbahn für Außerirdische. Von da nähmen fremde Wesen Auserwählte mit ins sichere All.

    Und was passiert in der Heimat der Mayas?

    Um den drohenden Ansturm von Menschen zu stoppen, wollte das betroffene Département Aude den Berg samt Umgebung für fünf Tage um den 21. Dezember herum abriegeln. Rund 150 Polizisten sollen das etwa 45 Quadratkilometer große Gebiet kontrollieren. Ob der Respekt vor dem Gesetz größer ist als die Angst vor der Apokalypse, bleibt abzuwarten. Im Ort Bugarach sind alle Unterkünfte ausgebucht. In der Region werden Appartements zu astronomischen Preisen angeboten: eine Vier-Zimmer-Wohnung für 1.500 Euro, ein Zelt für 450 Euro - pro Tag!

    Und in der Heimat der Maya? Dort laufen die Vorbereitungen für das Datum schon das ganze Jahr. Schließlich endet dann die 13. Periode des alten Kalenders. Von einem Weltuntergang ist bei den Maya aber nicht die Rede. Seit Januar erinnert Guatemala am 21. jeden Monats an einer anderen Maya-Stätte an die Zeitenwende. Im Dezember stehen zwei Feiern an - eine im Norden in der Pyramiden-Stadt Tikal, die andere im Süden in der Ruinenstätte Takalik Abaj. 295 Dollar kostet dort der Eintritt. Der Erlös soll zum Erhalt der alten Maya-Kultur beitragen.

    Der Kalender der Maya

    Der Maya-Kalender ist ein umfassendes System, das sich aus eng miteinander verbundenen Zyklen zusammensetzt. Sehr wichtig ist die "Larga Cuenta" (Langzeitrechnung). "Sie ist wie eine Zeitautobahn, deren Verlauf sich aus Zyklen zusammensetzt und die nie endet", schrieb einmal der mexikanische Wissenschaftler Guillermo Bernal. Dieses System berechnet die Zeiten von einem Punkt null.

    Die Maya glaubten aufgrund der Beobachtungen der Geschehnisse am Himmel, dass eine kosmische Zeit zu Ende ging und eine neue begann. Das Datum haben Wissenschaftler auf einer Steinstele abgelesen, es entspricht dem Jahr 3114 v.Chr. Andere Forscher gehen dagegen vom Jahr 3113 aus. Auf anderen Stelen in anderen archäologischen Stätten in Mexiko, Guatemala und Belize sind weitere Daten der "Larga Cuenta" abgebildet.

    Der einzige Hinweis auf das Ende am 21. Dezember, also nach mehr als 5.000 Jahren, wurde auf einer Stele in Tortuguero in Mexiko gefunden.

    19.12.2012, Quelle: Walter Willems, dpa
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