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WISO aktualisiert am 29.10

Outdoorkleidung: Giftige Chemikalien

  • Video Giftige Chemikalien in Outdoorjacken
  • Video Chemikalien in Outdoor-Kleidung
  • Video Gifte in Outdoor-Bekleidung
  • Video Outdoor-Jacken im Test
  • VideoGiftige Chemikalien in Outdoorjacken

    Für die Herstellung von Outdoorbekleidung werden Chemikalien verarbeitet, die bedenklich sind. Greenpeace hat dies bestätigt. Kann man die Jacken umtauschen oder zurückgeben?

    (29.10.2012)
    VideoChemikalien in Outdoor-Kleidung

    Greenpeace warnt vor umwelt- und gesundheitsschädlichen Chemikalien in wetterfester Kleidung. Die Chemikalien könnten sich in die Umwelt und Nahrung anreichern und sich auf die Gesundheit auswirken.

    (29.10.2012)
    VideoGifte in Outdoor-Bekleidung

    Outdoor-Bekleidung ist wasser- und winddicht. Dafür werden immer noch so genannte Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) verarbeitet, die aber nicht unbedenklich sind.

    (10.09.2012)
    VideoOutdoor-Jacken im Test

    Sie sollen warmhalten, aber auch luftdurchlässig sein. Sie sollen Regen abhalten, aber man sollte nicht darin schwitzen. Rechtzeitig vor der Herbstzeit hat Stiftung Warentest Outdoorjacken getestet.

    (27.07.2012)

    Wasserdicht, aber zu welchem Preis?

     Aysel Yildiz-Kaiser

    Der Herbst naht. Wanderfreunde stehen in den Startlöchern, die Natur und Umgebung zu erkunden. Um bei dem herbstlichen Wetter gut ausgerüstet zu sein, ist die richtige Kleidung wichtig. Outdoor-Bekleidung ist wasser- und winddicht. Dafür werden immer noch so genannte Per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) verarbeitet, die aber nicht unbedenklich sind. 

    Funktionskleidung soll sicherstellen, dass bei körperlicher Anstrengung der Schweiß nach außen transportiert wird und zugleich bei Regen die Unterbekleidung nicht nass wird. Um eine 100-prozentige Wind- und Wasserdichte zu erlangen, werden die Kunstfasern chemisch behandelt. PFC kommt in der Natur nicht vor. Es wird künstlich hergestellt und findet zum Beispiel auch in Antihaft-Beschichtungen für Pfannen oder in Schäumen zum Feuerlöschen Anwendung.

    Die giftigsten Vertreter dieser Stoffe sind die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS) und die Perfluoroktansäure, das so genannte PFOA. Sie bauen sich nicht ab, reichern sich im Körper an und sind toxisch. Im Auftrag des  Umweltbundesamtes wurden in einer Stichprobe 15 Outdoor-Jacken von der Hochschule Fresenius untersucht: In allen Jacken wurde das gefährliche PFOA gefunden.

    Greenpeace bemängelt Chemie-Einsatz

    Auch Greenpeace hat aus diesem Grund 14 Outdoor-Jacken und Hosen für Damen und Kinder getestet: Zwei unabhängige Labore prüften im Auftrag von Greenpeace auf Chemikalien (PFC) und weitere Schadstoffe. Alle getesteten Marken wiesen PFC in der Beschichtung und den Membranen ihrer Produkte auf.

    In den Produkten von "Jack Wolfskin", "The North Face", "Patagonia", "Kaikkialla" und "Marmot" fanden die Tester die giftige Perfluoroktansäure in auffälligen Konzentrationen. Hohe Werte von gesundheitsschädlichen Fluortelomeralkoholen wurden hingegen in den Jacken von "Mammut" und "Vaude" festgestellt. Besorgniserregend sind auch die Test-Ergebnisse der hormonell wirksamen Nonylphenolethoxylate (NPE) und Weichmacher (Phthalate): Der höchste NPE-Gehalt im Test wurde in einer Kinder-Regenjacke von "Seven Summits" gefunden. Den höchsten Phthalat-Wert entdeckten die Tester in einem Kinder-Poncho von "Northland".

    Lücke im Textilkennzeichnungsgesetz

    Welche Chemikalien die Hersteller einsetzen, bleibt meist deren Geheimnis. Die größte Lücke im Textilkennzeichnungsgesetz: Über Pestizide, gesundheitsschädliche Farben, optische Aufheller, Kunstharze, Schwermetalle oder den Wasserverbrauch bei der Produktion erfahren Verbraucher auf den Etiketten im Kleidungsstück nichts.

    Gibt es PFC-freie Alternativen?

    Die Outdoorstoffe von Sympatex sind PFC-frei. Bei Sympatex wird eine dünne Membran auf die Stoffe für Bekleidung und Schuhe aufgetragen, die vor Feuchtigkeit schützt. Die Membran ist porenlos und besteht aus unbedenklichem Polyetherester. Sympatex-Textilien sind wie eine PET-Flasche recycelbar.

    Wie wird die Wasserdichte gemessen?

    Die Wasserdichte eines Materials wird anhand der Wassersäule gemessen, unter deren Druck das Material beginnt, Wasser durchzulassen. Liegt der Druck über 1300 mm, ist das Kleidungsstück laut DIN EN 343 wasserdicht. Bei Werten zwischen 400 und 1300 mm ist das Textil lediglich wasserabweisend.

    Die Wasserdichte der Sympatex-Membran beträgt 45 Meter (45.000 mm). Damit ist ein völlig ausreichender Schutz bei Regen gegeben.

    Auch Pyua, eine kleine Firma im Norden Deutschlands, entwirft schadstofffreie Outdoor-Bekleidung. Deren Produkte werden aus recyceltem Material hergestellt und können auch wieder recycelt werden. Pyua verzichtet auf PTFE-Membrane und ist PFC-frei. Für Freizeitwanderer ist das völlig ausreichend und dazu hat man ein reines Öko-Gewissen.

    Produktion von Textilien

    Veredeln

    95 Prozent der in Deutschland verkauften Textilien kommen aus Billiglohnländern, zum größten Teil aus China, der Türkei und Bangladesch. Dort werden geerntete Rohstoffe mit viel Aufwand weiterverarbeitet: Erst nach zehn bis 20 Arbeitsgängen hängt ein neues Kleid am Bügel. Die Industrie setzt dabei weltweit bis zu 8000 Hilfsmittel und rund 4000 Farbstoffe ein. Die verschmutzen das Wasser und gefährden die Gesundheit der Arbeiter. Doch auch in der Kleidung, die wir hier kaufen, können noch geringe Mengen Chemikalien stecken, die sich herauslösen und die Umwelt belasten.

    Färben

    Jeder Textil-Rohstoff muss mit speziellen Farbstoffen gefärbt werden. Problematisch sind dabei nicht nur der hohe Wasser- und Energieverbrauch, sondern auch die Inhaltsstoffe. Azofarbstoffe zum Beispiel sorgen  bei rund 60 Prozent der gefärbten Textilien für kräftige Farben, die Herstellung ist sehr materialintensiv: Für 100 Kilogramm Rot fallen 770 Kilo Abfall an. Wenn Azofarbstoffe auf die Haut oder in den Körper gelangen, können sie Krebs auslösen. Die Umweltauflagen für die Produktion in Europa sind zwar streng – nützen aber wenig, weil der Großteil unserer Bekleidung aus Asien kommt. Dort entlassen Färbereien farbbelastete und schwermetallhaltige Abwässer oft immer noch einfach in die Umwelt.

    Ausrüsten

    Socken und Sportbekleidung enthalten meist einen Cocktail umstrittener Chemikalien wie Triclosan, die nicht nur Krankheitskeime, sondern auch "nützliche" Hautbakterien angreifen. Knisternde Kunstfasern werden mit Tensiden überzogen, die die Ladung ableiten. Wolle wird häufig mit Kunstharz überzogen, damit sich die Fasern nicht verhaken. Auch rund 90 Prozent aller konventionell hergestellten Baumwolltextilien sind mit Kunstharz behandelt. Der aber führt dazu, dass sich die Stoffe anders anfühlen . Deswegen werden wiederum Weichmacher eingesetzt. Bei dieser chemischen Veredlung fallen große Mengen belastender Abwässer an.

    Konservieren

    Damit Fasern während des Transports nicht schimmeln, muffeln oder von Schädlingen angefressen werden, werden sie zusätzlich behandelt, teilweise mit antibakteriellen Mitteln wie dem giftigen Formaldehyd. Dessen Gebrauch muss erst ab einer hohen Schwelle gekennzeichnet werden.

    10.09.2012, Quelle: Greenpeace, Umweltbundesamt, ZDF
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