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Armut
Die Gier nach Land
BildKleinbauer gegen Investoren
GrafikDer Welthungerindex
Sendehinweis
Doku: Ausverkauf in Afrika - um 0.45 Uhr im ZDF
Doku: Ausverkauf in Afrika - um 0.45 Uhr im ZDF
Prof. Jann Lay
Wie sich die Parteien in Verhandlungen einigen, hängt vor allem davon ab, wer sich gegenübersitzt. Entweder verhandeln die Investoren direkt mit Regierungen, die oft nicht für eindeutige Besitzverhältnisse sorgen. So wird Land verpachtet, bei dem gar nicht klar ist, wem es überhaupt gehört.
Fakten zum Land Grabbing
Risiko Ernteausfall
Wer in der Vertragslandwirtschaft das Risiko eines Ernteausfalls trägt, hängt an den genauen Modalitäten des Vertrags. "Es ist nicht unüblich, dann dem Bauern die Rückzahlung eines Kredits zu erlassen" sagt Kerstin Nolte vom GIGA Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien. Der Bauer ist dann zumindest nicht verschuldet, ihn trifft allerdings der Ernteausfall unter Umständen voll. Der Investor verliert ebenso durch den Ernteausfall - ist aber in der Regel besser in der Lage, einen solchen Ausfall abzufedern.
Die Rolle von Biokraftstoffen und der EU
Verlässliche Zahlen zur Rolle von Biokraftstoffen bei Landnahmen gibt es nicht - auch weil Investoren sich immer wieder für neue Anbaupflanzen entscheiden können. "Unsere ersten Analysen zeigen, dass Biokraftstoffe eine wichtige Rolle spielen - und sogenante Flexcrops, die sowohl für Nahrungsmittel als auch für Biokraftstoffe genutzt werden können", sagt Kerstin Nolte vom GIGA Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien. "Diese beiden Gruppen machen in etwa die Hälfte der erfassten Deals aus. Nahrungsmittel bleiben also das Hauptmotiv für Agrarinvestitionen." Es scheine so, als würden vor allem viele Projekte mit Jatropha - eine der effektivsten Ölpflanzen - wegen falscher Erwartungen seitens der Investoren scheitern. Die Förderung von Biokraftstoffen durch die EU erhöht grundsätzlich die Nachfrage nach Agrarfläche. "Diese fehlgeleitete Politik, die dadurch Nahrungsmittelpreise verteuert, muss unbedingt revidiert werden", so Nolte.
Richtlinien für Investoren
"Freiwillige Richtlinien spielen eine wichtige Rolle. Dadurch wird die Diskussion über Standards von Agrarinvestitionen vorangetrieben und in den Mittelpunkt gerückt", sagt Kerstin Nolte vom GIGA Leibniz Institut für Globale und Regionale Studien. Oft sei es für den Investor nicht einfach, sich "richtig" zu verhalten. Allerdings blieben es Richtlinien, die nicht bindend sind. Daher könnten sie nicht ein Gesetzeswerk auf Länderebene ersetzen, das auch umgesetzt würde. "Hier hapert es vor allem in Sub-Sahara-Afrika", so Nolte. Denn Investoren, die sich nicht an freiwillige Richtlinien halten werden, werde es wohl immer geben - insbesondere aus Ländern, in denen es keine aufmerksame Öffentlichkeit gebe, die Ausbeutung durch Landnahmen anprangere.





