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Nationalistische Gewalt
"Polnischer Breivik" vor Anschlag gestoppt
VideoPolen: Anschlag auf Parlament vereitelt
VideoTerror oder Wahn? Das Breivik-Urteil
Mit vier Tonnen Sprengstoff auf einem LKW wollte ein nationalistischer Extremist das polnische Parlament in die Luft jagen, so die Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft. Präsident, Regierung und Abgeordnete sollten umgebracht werden. Noch rechtzeitig konnten er und seine mutmaßlichen Komplizen festgenommen werden.
"Ziel des Anschlags war ein Parlamentsgebäude zu einem Zeitpunkt, an dem dort die Regierung und der Präsident waren", sagte Staatsanwalt Mariusz Krason. Der bereits am 9. November in Krakau festgenommene Mann habe mit Gesinnungsgenossen den Anschlag vorbereitet. Er habe vor dem Parlament vier Tonnen Sprengstoff auf einem Lastwagen detonieren wollen.
"Ziel des Anschlags war ein Parlamentsgebäude zu einem Zeitpunkt, an dem dort die Regierung und der Präsident waren", sagte Staatsanwalt Mariusz Krason. Der bereits am 9. November in Krakau festgenommene Mann habe mit Gesinnungsgenossen den Anschlag vorbereitet. Er habe vor dem Parlament vier Tonnen Sprengstoff auf einem Lastwagen detonieren wollen.
Ausrüstung des mutmaßlichen Attentäters
Quelle: reuters
Quelle: reuters
Neue Erfahrung für PolenDer Festgenommene habe bereits angedeutet, dass der Anschlag während der Haushaltsdebatte angepeilt worden sei. Tatmotiv seien Fremdenhass, Antisemitismus und Nationalismus.Ministerpräsident Donald Tusk sprach von einer "neuen und dramatischen Erfahrung". "Bisher hatten wir in Polen keine Erfahrung mit solchen Vorfällen", sagte er vor Journalisten in Warschau. Gleichzeitig forderte er die Politiker des Landes angesichts der immer polemischer geführten Diskussionen in Polen zum Umdenken auf. "Das ist ein Signal an uns alle. Es ist höchste Zeit, auf die Sprache des Hasses und der Aggression zu verzichten."Vorbild BreivikDer Nachrichtensender polnische TVN 24 berichtete unter Berufung auf Ermittlungskreise, der Terrorverdächtige habe sich in seinen Plänen an dem "Oklahoma-Bomber" und dem norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik orientiert.Der norwegische Rechtsextremist Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli 2011 in Oslo und auf der Insel Utøya 77 Menschen getötet. Die meisten seiner Opfer waren Teilnehmer am Zeltlager einer sozialdemokratischen Jugendorganisation.Der 45-jährige wissenschaftliche Mitarbeiter der landwirtschaftlichen Hochschule habe Zugang zu chemischen Materialien gehabt, die auch zum Bombenbau verwendet werden könnten. Bereits im September habe er mit 250 Kilogramm Sprengstoff experimentiert, sagten die Ermittler am Dienstag. Der Mann habe ein kleines Arsenal an Sprengstoffen, Waffen und ferngesteuerten Zündern zusammengetragen. Als Beweis legten die Ermittler Fotos von Pistolen und Munition vor, die der Mann in Polen und Belgien gekauft haben soll. Außerdem seien mehrere polnische und deutsche Kfz-Kennzeichen gefunden worden.Monatelange ObservationEine vorgeführte Videoaufnahme zeigte laut Staatsanwaltschaft den Verdächtigen bei einem Sprengstofftest, der einen Krater im Boden hinterließ. Zudem habe der Mann versucht, Gleichgesinnte für sein Vorhaben zu gewinnen, sagte Krason. "Und er hat die Umgebung des Sejm ausgespäht. Dieses Gebäude sollte das Ziel des Anschlages sein."Im Rahmen der Ermittlungen seien zwei weitere Verdächtige festgenommen worden, so die Staatsanwaltschaft. Erste Hinweise auf den Hauptverdächtigen habe es bereits im vergangenen Jahr gegeben. Seitdem habe der Mann unter Beobachtung gestanden.Umfangreiches Waffenarsenal"Er meinte, dass sich die Lage im Land verschlechtert, weil in der Regierung Personen sind, die seiner Ansicht nach keine richtigen Polen sind", sagte Krason zu den Motiven des mutmaßlichen Attentäters. Der Mann gehöre keiner Partei oder Organisation an.Bei landesweiten Durchsuchungen seien Sprengstoff und anderes Material sichergestellt worden. Auch Waffen, schusssichere Westen und Sturmhauben seien beschlagnahmt worden. Der Festgenommene habe die Vorwürfe zunächst abgestritten, dann aber Aussagen gemacht.
20.11.2012, Quelle: dpa



