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19.05.2013

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Ägyptische Medien

Empörung wegen Nahost-Konflikts

  • Video Gaza: Diskussion über Waffenstillstand
  • Grafik Israels Grenzen - der Gebietskonflikt
  • Video Ägypten: Mursi will Verträge einhalten
  • Video Kairo: "Mursi will alle ins Boot holen"
  • VideoGaza: Diskussion über Waffenstillstand
    (20.11.2012)
    GrafikIsraels Grenzen - der Gebietskonflikt
    VideoÄgypten: Mursi will Verträge einhalten
    (25.06.2012)
    VideoKairo: "Mursi will alle ins Boot holen"

    "In Ägypten deutet sich Entspannung an. Der Militärrat war unter den Ersten, die dem neu gewählten Präsidenten Mohammed Mursi gratulierten", so ZDF-Korrespondent Bernhard Lichte aus Kairo.

    (25.06.2012)
    von Julia Gerlach

    Die Gewalt in Gaza sorgt in der ganzen arabischen Welt für Empörung. Wie sollte es anders sein? Das war schon immer so. Allerdings haben sich nicht nur die Politik und die Kräfteverhältnisse in der Region durch die Arabellion verändert - auch die Menschen schauen mit anderen Augen auf den Konflikt.

    Osama al Tamimi ist einer der Helden der arabischen Twitterwelt. Immer und immer wieder wurde die Meldung gestern gepostet und verschickt, dass der bahrainische Abgeordnete Tamimi heimlich eine israelische Fahne und eine Flasche Benzin ins bahrainische Parlament geschmuggelt hatte. Während der Sitzung zündete er die Fahne an. Er protestierte damit gegen die israelischen Luftschläge in Gaza und zugleich gegen die eigene Regierung: Diese hat jegliche Demonstrationen und Solidaritätsbekundungen zu den Ereignissen in Gaza verboten.

    Sendehinweis

    ZDFspezial: Gewalt in Nahost - Welche Chancen hat der Frieden? Heute ab 20.15 Uhr.

    Zwiespältige Meinungen zu Mursi

    Auch in den Kommentarspalten der Zeitungen mischt sich Empörung über Israel mit Kritik an den eigenen Regierungen. Unter dem Titel: "Warum verteidigt Ägypten Gaza nicht auch militärisch?" geht Abdelrahman Rashed, Chefredakteur der in London erscheinenden Al Schark al Awsat hart mit der ägyptischen Regierung ins Gericht: "Ich glaube nicht, dass die Menschen mit seinen laschen Sympathiebekundungen, symbolischen Besuchen und diplomatischen Aktivitäten zufrieden sind. Anders wäre es, wenn Ägypten sich entscheiden würde, Gaza militärisch zu verteidigen".

    Den Grund für die israelische Offensive gerade jetzt sieht er darin, dass sich der israelische Premier Benjamin Netanyahu im Wahlkampf profilieren wolle. Es gehe aber auch darum, den neuen ägyptischen Präsidenten vorzuführen: "Er will aller Welt die begrenzte Macht und Entschlusskraft Mursis zeigen." Das dürfe der ägyptische Präsident sich nicht gefallen lassen.

    Die bekannte linke Intellektuelle Ahdaf Suwaif lobt Mursi und stellt ihn als Beispiel für andere dar. In der ägyptischen Al Schourouk schreibt sie: "Könnt ihr den Lärm der israelischen Angriffe auf Gaza hören? Dies ist der Lärm, der den Alltag in Gaza begleitet." Während der ägyptische Premier selbst nach Gaza gereist sei und mehrere Delegationen ebenfalls das Krisengebiet besuchten, begnügten sich die Bürger anderer Länder mit Demonstrationen. Dies sei nicht genug.

    Infokarte Israel - Gaza / Quelle: ZDF

    Infokarte Israel - Gaza
    Quelle: ZDF

    Israels strategisches Interesse

    Knapp eine Woche nach Beginn der neuen Gewalt, gehen Kommentatoren aber auch zunehmend der Frage nach den strategischen Hintergründen der israelischen Luftschläge: "Die Verbindung zwischen den barbarischen Angriffen der Israelis auf Gaza und den barbarischen Angriffen von Assad auf die Menschen in Syrien lässt sich nicht übersehen", so der saudische Menschenrechtler Hamad al Majid in der Zeitung Al Scharq al Awsat: "Der Angriff Israels trägt dazu bei, die Schlinge um Assads Hals zu lockern. Die arabische Aufmerksamkeit wurde von Syrien abgelenkt. Dies reicht zwar nicht, dass sich das syrische Regime ernsthaft Hoffnung auf ein Überleben machen können, das wäre undenkbar, aber es verschafft Damaskus ebenso wie seinen Verbündeten in Russland und im Iran Zeit."

    In der überregionalen Al Hayat schreibt Ghassan Chabrel: "Die israelische Regierung handelt wie ein blinder Krieger, der bis an die Zähne bewaffnet ist. Er weigert sich, die Veränderungen zur Kenntnis zu nehmen, die sich um ihn herum ereignet haben." Zu den Veränderungen gehört beispielsweise die Schwächung des Lagers der Widerstandsunterstützer, also der Iran mit seinen Verbündeten in Syrien, bei der Hizbollah und der Hamas. Sie verlieren dramatisch an Einfluss durch die Krise im Iran und den Krieg in Syrien. Stattdessen gewinnen die sunnitischen, moderat islamischen Kräfte an Macht.

    Links
    Shafi: "Einseitig pro Israel"
    Konflikt gerät aus Blickfeld

    Was sich im Vergleich zu früheren Krisensituationen auch verändert hat, ist die sogenannte "Arabische Straße". Immer noch demonstrieren viele, sind empört über die Gewalt. Allerdings gibt es auch wichtigere Themen. So ist die Stimmung in Ägypten in den vergangenen Tagen gekippt. Das spiegelt sich auch am Zeitungsstand wider: Am Freitag jubelten die Schlagzeilen noch: "Erste Rakete des Widerstands erreicht Tel Aviv." Nun haben das Zugunglück von Assiut, bei dem mehr als 50 Schulkinder starben und die Kritik an der Unfähigkeit der Regierung, solche Unglücke zu verhindern, Gaza von der Titelseite verdrängt. "Statt sich um Gaza zu kümmern und den Palästinensern Geld zu schicken, sollte der Präsident sich erst einmal um die Probleme im eigenen Land kümmern", so die Zeitungsfrau Um Mohammed.

    20.11.2012
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