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Finanzmärkte
Sieben Jahre Haft für UBS-Zocker
BildKweku Adoboli
Nach der Milliarden-Zockerei bei der Schweizer Großbank UBS ist einer ihrer früheren Händler in London zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte seine Bank mit riskanten Deals um 2,3 Milliarden US-Dollar gebracht. Im Prozess um milliardenschwere Fehlspekulationen bei der Schweizer Großbank UBS ist der ehemalige Händler Kweku Adoboli zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Das zuständige Gericht in London, der Southwark Crown Court, sprach den 32-Jährigen in zwei Anklagepunkten des Betrugs schuldig. In vier weiteren Anklagepunkten wurde Adoboli freigesprochen. Adoboli war neben Betrug auch wegen Bilanzfälschung angeklagt.
"Dies waren keine Verbrechen ohne Opfer"Die Staatsanwaltschaft hatte Adoboli vorgeworfen, bei der UBS einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) verursacht zu haben. Er musste sich deshalb seit Mitte September vor dem Crown Court verantworten. Chefankläger Andrew Penhale sagte, die Geldsumme, die bei den Betrügereien im Spiel war, sei "atemberaubend, mit großen Auswirkungen für die Bank, aber auch für ihre Angestellten, Anteilseigner und Investoren" gewesen. "Dies war kein Verbrechen ohne Opfer."Die Staatsanwaltschaft warf Adoboli vor, mit seiner Zockerei die UBS an den Rande des Untergangs gebracht zu haben. UBS sei "ein oder zwei Wetten vom Ruin entfernt" gewesen, erklärte Staatsanwältin Sasha Wass.Adoboli hatte in dem Verfahren zwar Verluste für die Bank zugegeben, jegliches Fehlverhalten aber bestritten. Nach Angaben des gebürtigen Ghanaers in dem Prozess waren sich dessen Vorgesetzte über seine Aktivitäten voll bewusst und ermutigten ihn demnach sogar, Risiken für die UBS aufzunehmen, um Gewinne für die Bank zu erzielen.Schattenkonten gebildet, Regeln missachtetEs handelt sich um einen der größten Betrugsfälle in der europäischen Bankengeschichte. Adoboli steht damit in einer Reihe mit dem französischen Betrüger Jérôme Kerviel, der die französische Bank Société Générale um fünf Milliarden Euro gebracht hat, und dem britischen Zocker Nick Leeson, der mit seinen Risikogeschäften die Barings Bank in die Knie zwang.Der junge Händler hatte Schattenkonten gebildet und darüber Börsengeschäfte abgewickelt, die weit oberhalb des erlaubten Handelsrahmens gelegen hatten. Er nutzte dazu Geld der Bank. Deshalb hätte er zwingend Gegengeschäfte zur Absicherung machen müssen - was er unterließ. Der junge Händler hatte Erfahrungen im Back Office - wo die Risikomechanismen überwacht werden. Das nutzte er für den Betrug.Die Verteidigung warf der Bank vor, sie hätte zulange zugeschaut. In der Tat griff das Risikomanagement der UBS erst ein, als Adoboli massiv Verluste angehäuft hatte. Die UBS war durch die Verluste vorübergehend in Schwierigkeiten geraten und rutschte phasenweise in die Verlustzone. Vorstandschef Oswald Grübel und weitere führende Banker mussten gehen.
20.11.2012, Quelle: afp, dpa
"Dies waren keine Verbrechen ohne Opfer"Die Staatsanwaltschaft hatte Adoboli vorgeworfen, bei der UBS einen Verlust von 2,3 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) verursacht zu haben. Er musste sich deshalb seit Mitte September vor dem Crown Court verantworten. Chefankläger Andrew Penhale sagte, die Geldsumme, die bei den Betrügereien im Spiel war, sei "atemberaubend, mit großen Auswirkungen für die Bank, aber auch für ihre Angestellten, Anteilseigner und Investoren" gewesen. "Dies war kein Verbrechen ohne Opfer."Die Staatsanwaltschaft warf Adoboli vor, mit seiner Zockerei die UBS an den Rande des Untergangs gebracht zu haben. UBS sei "ein oder zwei Wetten vom Ruin entfernt" gewesen, erklärte Staatsanwältin Sasha Wass.Adoboli hatte in dem Verfahren zwar Verluste für die Bank zugegeben, jegliches Fehlverhalten aber bestritten. Nach Angaben des gebürtigen Ghanaers in dem Prozess waren sich dessen Vorgesetzte über seine Aktivitäten voll bewusst und ermutigten ihn demnach sogar, Risiken für die UBS aufzunehmen, um Gewinne für die Bank zu erzielen.Schattenkonten gebildet, Regeln missachtetEs handelt sich um einen der größten Betrugsfälle in der europäischen Bankengeschichte. Adoboli steht damit in einer Reihe mit dem französischen Betrüger Jérôme Kerviel, der die französische Bank Société Générale um fünf Milliarden Euro gebracht hat, und dem britischen Zocker Nick Leeson, der mit seinen Risikogeschäften die Barings Bank in die Knie zwang.Der junge Händler hatte Schattenkonten gebildet und darüber Börsengeschäfte abgewickelt, die weit oberhalb des erlaubten Handelsrahmens gelegen hatten. Er nutzte dazu Geld der Bank. Deshalb hätte er zwingend Gegengeschäfte zur Absicherung machen müssen - was er unterließ. Der junge Händler hatte Erfahrungen im Back Office - wo die Risikomechanismen überwacht werden. Das nutzte er für den Betrug.Die Verteidigung warf der Bank vor, sie hätte zulange zugeschaut. In der Tat griff das Risikomanagement der UBS erst ein, als Adoboli massiv Verluste angehäuft hatte. Die UBS war durch die Verluste vorübergehend in Schwierigkeiten geraten und rutschte phasenweise in die Verlustzone. Vorstandschef Oswald Grübel und weitere führende Banker mussten gehen.



