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22.05.2013

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Waffenruhe

Israelis und Palästinenser "brauchen neue Basis"

  • Video Gaza zwischen Hoffnung und Verzweiflung
  • Grafik Israels Grenzen - der Gebietskonflikt
  • Grafik Wie Israelis und Palästinenser leben
  • VideoGaza zwischen Hoffnung und Verzweiflung

    Die Waffen schweigen, die Menschen in Gaza trauen sich wieder auf die Straße und suchen in den Trümmern nach ihren Toten. Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist durch die Feuerpause nicht ausgeräumt. "Es muss jetzt eine neue Basis geben", sagt ZDF-Korrespondent Sievers. Dazu gehöre auch eine Öffnung der Grenzen.

    (22.11.2012)
    GrafikIsraels Grenzen - der Gebietskonflikt
    GrafikWie Israelis und Palästinenser leben

    Waffenruhe - Israelis kritisieren eigene Politiker

    Die zwischen Israel und den Palästinensern vereinbarte Waffenruhe hält bislang. Doch die Kritik innerhalb Israels wird lauter. Verteidigungsminister Barak muss sich schon rechtfertigen, weshalb er nicht mit Bodentruppen nach Gaza marschiert ist.

    Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat im Militärradio seine Entscheidung, anders als 2008 keine Bodentruppen im Gazastreifen eingesetzt zu haben, verteidigt. "Man geht nicht aufgrund einer Laune in ein militärisches Abenteuer und sicher nicht auf Basis der öffentlichen Stimmung", sagte Barak. Besonders im Süden Israels, der seit 13 Jahren Raketenfeuer aus dem Gazastreifen ausgesetzt ist, gab es Kritik an der Waffenruhe - sie garantiere keine Sicherheit. Barak sagte, es gebe keine Eile bei der Heimreise der Reservisten - Tausende waren für eine mögliche Bodenoffensive in Grenznähe stationiert worden.

    Schäden werden beseitigt

    In der Nacht zum Donnerstag schwiegen die Waffen nach Angaben der israelischen Streitkräfte. Im Gazastreifen begannen die Menschen, die Schäden der acht Kampftage zu beseitigen. Die Hamas und Israel verhandeln nun über ein Abkommen, dass die Grenzen zum blockierten Autonomiegebiet öffnen soll. Deutschland stockte derweil seine Hilfsgelder für die Palästinenser auf.


    Die am Mittwochabend unter ägyptischer Vermittlung und Druck aus den USA zustande gekommene Waffenruhe wurde im Gazastreifen ausgelassen gefeiert. "Der Morgenkaffee schmeckt anders und ich habe das Gefühl, dass wir neu beginnen", sagte Aschraf Diaa, ein 38 Jahre alter Ingenieur in Gaza-Stadt. Bei den heftigsten Kämpfen zwischen Israel und der Hamas seit vier Jahren waren seit vergangenen Mittwoch mindestens 161 Palästinenser und sieben Israelis getötet worden. Israel wollte mit seinen Luftangriffen erreichen, dass die Hamas den Beschuss Südisraels beendet. Angesichts der tiefen Feindseligkeit zwischen beiden Lagern und dem vagen Wortlaut des Abkommens zur Waffenruhe bestehen Zweifel, ob ein dauerhafter Waffenstillstand zu erreichen ist.

    Hamas sieht sich als Siegerin

    Die Hamas wertete die neue Situation als Erfolg. "Die Massen, die vergangene Nacht auf den Straßen feierten, haben die Nachricht an die ganze Welt geschickt, dass Gaza nicht besiegt werden kann", sagte Sami Abu Suhri, ein Sprecher der Hamas. Die radikalen Islamisten, die im Westen als Terroristengruppe eingestuft werden, konnten sich in den zurückliegenden Tagen über so viel diplomatische Anerkennung wie noch nie freuen. Im scharfen Kontrast zur sonst üblichen Isolierung machten Außenminister aus der Türkei und mehreren arabischen Staaten der Hamas in Gaza ihre Aufwartung.

    Die Palästinenser bemühen sich derzeit bei der UN um den Status eines nicht-staatlichen Beobachters. Ihnen sei bewusst, dass die USA Druck auf relevante Seiten ausüben würden, um eine entsprechende Resolution zu verhindern, "aber wir zählen auf China und sein Gewicht, das dem Amerikas entspricht", sagte der palästinensische Gesandte Bassam al Salhi der Nachrichtenagentur Xinhua vor einem Besuch in Peking. Dort wollte al Salhi ab Donnerstag drei Tage lang für die Initiative Palästinas werben. China hat zuletzt eine diplomatisch aktivere Rolle im Nahostkonflikt eingenommen.


    Unterdessen sagte die Bundesregierung in Berlin den Palästinensern 1,5 Millionen Euro zur Verbesserung der medizinischen Versorgung im Gazastreifen zu. "Damit wollen wir einen Beitrag dazu leisten, für die Menschen im Gazastreifen eine echte Lebensperspektive zu entwickeln, die ein friedliches Miteinander erst möglich macht", teilte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) mit.

    @ReporterZDF aus Ramallah

    22.11.2012, Quelle: afp, dapd
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