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Zeitungssterben
Aus für "Financial Times Deutschland"
VideoZeitungssterben: Auch "FTD" am Ende
VideoFrankfurter Rundschau steht vor dem Aus
Zeitungskrise international
USA
In Nordamerika lässt sich mit Wirtschaftsnachrichten Geld verdienen - auch im Internet. Das "Wall Street Journal" ("WSJ") lockt seine Kunden mit so vielen Exklusivgeschichten, dass schon seit Jahren die Artikel auch im Netz nur gegen Bezahlung zu lesen sind. Hinter der Zeitung steht der Milliardär Rupert Murdoch, dessen Flaggschiff das "WSJ" ist.
Die "New York Times" hat ebenfalls Bezahlschranken eingeführt, ist damit aber längst nicht so erfolgreich. Dennoch sieht man in dieser Form der Online-Vermarktung dort die Zukunft.
Grundsätzlich ist der US-Printmarkt schwer angeschlagen. Kaum ein Monat vergeht, in dem nicht eine Zeitung aufgibt oder sich ins Internet verabschiedet. Großer Paukenschlag dabei: Unlängst kündigte die Zeitschriftenlegende "Newsweek" an, nach 80 Jahren vom 1. Januar an nur noch im Internet zu erscheinen - gegen Bezahlung.
Großbritannien
Trotz der Beliebtheit einiger Massenblätter und Qualitätszeitungen kämpfen die britischen Printmedien gegen rückläufige Leserzahlen. Gratis-Titel wie der "Evening Standard" (aus dem Verlag des "Independent") und die "Metro" aus dem Hause Associated Newspapers ("Daily Mail") können sich jedoch nach Leseranalysen behaupten. Ein kostenloses Blatt der Supermarktkette Tesco führt gar mit 7,2 Millionen Lesern (plus 8 Prozent) in der Lesergunst - hinter Massenblättern wie "Sun" mit 7,08 Millionen Lesern (minus 7 Prozent).
Auch Finanztitel wie die "Financial Times" ("FT") verlieren für ihre Druckausgaben Zuspruch, sind aber im Netz beliebt. Online-Nutzer werden längst auch zur Kasse gebeten. Die Besitzergruppe Pearson wies mehrfach Verkaufsspekulationen zur "FT" zurück.
Frankreich
Nach Verlusten in den vergangenen Jahren konnten wichtigste Titel im französischen Wahljahr 2012 meist Auflagenzuwächse melden. Die Lage ist dennoch angespannt. "France Soir" etwa wurde nach Konkurs, Neustart und Umstellung auf eine reine Online-Ausgabe inzwischen endgültig eingestellt. Auch das Wirtschaftsblatt "La Tribune" erscheint bis auf einen Tag in der Woche nur noch online.
Die überregionale Tageszeitung "Le Monde" hat nach früheren Verlusten und Besitzerwechsel kürzlich optisch umgebaut und setzt auf magazinartige Schwerpunkte. Für Herausgeber Erik Izraelewicz gilt: "Die gedruckte Zeitung hat eine Zukunft, wenn sie sich wandelt." Er will die "Zeitung stärker reagieren lassen, mehr Schwerpunkte setzen und angenehm lesbar gestalten".
Spanien
Die Krise der Printmedien hat auch auf die renommierte Zeitung "El País" nicht verschont. Das linksliberale Blatt entließ rund 130 Mitarbeiter, etwa ein Viertel der Beschäftigten. Die Geschäftsführung begründete die Entscheidung damit, dass das Anzeigengeschäft und die verkaufte Auflage geschrumpft seien. Für 2012 ist nach Angaben des Managements erstmals mit einem Verlust zu rechnen. Die Redaktion machte jedoch den hoch verschuldeten Mutterkonzern Prisa für die Lage verantwortlich. Insgesamt steckt die Zeitungsbranche im Krisenland Spanien in Schwierigkeiten. Im ersten Halbjahr 2012 fielen die Einnahmen aus dem Anzeigengeschäft nach Angaben des Zeitungsverlegerverbandes im Vergleich zu 2011 um 18,5 Prozent. Die Auflagen sanken um 11 Prozent.



