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Rechtsanspruch auf Kita-Platz
Städtebund kritisiert Schröders Optimismus
BildDringend gesucht: Kitaplätze, Erzieher
VideoExpertin: Feuer ins System geben"
Gerd Landsberg vom Städte- und Gemeindebund vertritt über 12.000 Kommunen.
Quelle: dpa
Quelle: dpa
Operation Kita-Ausbau
Angebot und Nachfrage
2007 haben sich Bund, Länder und Gemeinden darauf verständigt, einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für ein- und zweijährige Kinder gesetzlich zu verankern. Er gilt ab August 2013. Man geht davon aus, dass im bundesweiten Durchschnitt 39 Prozent der Unter-Dreijährigen einen Betreuungsplatz brauchen. Das entspricht 780.000 Plätzen. Dabei wird zwischen Ost und West unterschieden: Die Betreuungsquote im Westen soll bei 37 Prozent, im Osten bei 51 Prozent der Kinder liegen. Klar ist aber: In Großstädten werden mehr, auf dem Land weniger Plätze benötigt. Das Deutsche Jugendinstitut hat in einer Studie gezeigt, dass schon jetzt in allen Bundesländern das Angebot kleiner als die Nachfrage ist. In Bremen ist die Lücke am größten. 21,8 Prozent der Eltern finden dort keinen Kita-Platz.
Soll und Haben
Das Statistische Bundesamt rät Bund, Ländern und Gemeinden, auf die Tube zu drücken: 220.000 der geplanten 780.000 Betreuungsplätze fehlen noch. Will man die Zielmarke überhaupt erreichen, muss der Ausbau stärker als in den vergangenen vier Jahre zusammen sein. Oder andersherum: Macht man so weiter wie bisher, wird das Ziel im Westen Deutschlands erst 2018 erreicht. Nachholbedarf gibt es auch bei der sogenannten Kindertagespflege. Denn eine Festlegung war: 30 Prozent der neuen Betreuungsplätze sollen bei Tagesmüttern bzw. -vätern angeboten werden. Bislang sind es nur 20 Prozent. Zwölf Milliarden Euro kosten Bund, Länder und Gemeinden der Ausbau. 580,5 Millionen Euro legte der Bund für 30.000 zusätzliche Plätze noch einmal drauf.
Mini-Standard und Maxi-Rendite
Pläne, um den Kita-Bau anzukurbeln, gibt es reichlich. Denn neben Grundstücken für den Neubau, fehlen auch qualifizierte Erzieher für die zusätzlichen Kinder. Ein Vorschlag lautet daher: Standards runter. So will der Städte- und Gemeindebund in das Baurecht eingreifen und etwa die Systembauweise, also Container, zulassen. Der Deutsche Städtetag fordert, dass die Außen-Spielflächen kleiner werden. Zudem soll die Qualifizierung von Tagesmüttern verringert, ihnen Hygienekontrollen erspart und die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen erleichtert werden. Zusätzlich gibt es Ideen zur Finanzierung von Kitas: Investment-Firmen planen Kita-Fonds. Der Deal: Neue Kitas gegen Rendite aus den Mieten.



