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Brand in Behindertenwerkstatt

Staatsanwalt: Brandursache war Gasaustritt aus Ofen

  • Video Titisee: Gasverpuffung war Brandursache
  • Video ZDF spezial: "Feuerdrama im Schwarzwald"
  • VideoTitisee: Gasverpuffung war Brandursache

    Nach der Brandkatastrophe mit 14 Toten und acht Schwerverletzten in einer Behindertenwerkstatt in Titisee-Neustadt haben die Ermittler die Ursache gefunden: eine Gasverpuffung.

    (27.11.2012)
    VideoZDF spezial: "Feuerdrama im Schwarzwald"

    Bei einem Brand in einer Behindertenwerkstatt im Schwarzwald sind 14 Menschen ums Leben gekommen und acht weitere verletzt worden. (Sendung vom 26.11.2012)

    (21.11.2012)
    Titisee-Neustadt steht unter Schock: Der Brand in einer Behinderten-Werkstatt in dem Schwarzwald-Ort hat 14 Menschen das Leben gekostet. Die Ursache war ein defekter Gasofen. Am Samstag gibt es eine ökumenische Trauerfeier.

    Ein defekter Gasofen hat die verheerende Brandkatastrophe in einer Behinderten-Werkstatt in Titisee-Neustadt ausgelöst. Das hätten die Brandsachverständigen am Dienstag ermittelt, teilte die Polizei am Abend mit. Die Staatsanwaltschaft Freiburg habe deshalb ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt eingeleitet, sagte der leitende Oberstaatsanwalt Peter Häberle. Bei dem Unglück waren am Montag 14 Menschen getötet und mehrere verletzt worden.

    Gasaustritt mit Verpuffung

    Es sei zu einem "unkontrollierten Gasaustritt" und einer anschließenden Verpuffung gekommen, sagte Häberle. Warum der Ofen, der mit einer Gasflasche verbunden war, ein Leck hatte und woran sich das Gas entzündete, sei indes noch ungeklärt. Der leitende Kriminaldirektor Alfred Oschwald berichtete von einer schlagartigen Ausbreitung von Feuer und Rauch in zwei Stockwerken. Für die Menschen, die sich zu dem Zeitpunkt in diesen Stockwerken aufhielten, habe es keine Überlebenschance gegeben.

    Bei dem Brand in der Caritas-Einrichtung waren zehn behinderte Frauen im Alter von 28 bis 68 Jahren, drei Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren sowie eine 50-jährige Betreuerin ums Leben gekommen. Neun Menschen wurden verletzt. In der Werkstatt arbeiten knapp 130 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

    Trauergottesdienst geplant

    Mit einem ökumenischen Trauergottesdienst soll an diesem Samstag in der katholischen Kirche Titisee-Neustadt der Opfer gedacht werden. An dem Gottesdienst werden der Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch und der badische evangelische Landesbischof Ulrich Fischer teilnehmen, wie die badische Landeskirche mitteilte. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen will nun die Sicherheitsvorkehrungen in den Einrichtungen überprüfen. "Wenn so ein Unglück geschehen ist, gilt es alle Standards auf den Prüfstand zu stellen", sagte der Vorstandsvorsitzende Günter Mosen.

    Er betonte aber auch, dass es bereits jetzt umfassenden Arbeitsschutz gebe. "Ich glaube, dass unsere Werkstätten alles tun, um die Sicherheit der Beschäftigten zu gewährleisten." Er könne sich nicht vorstellen, dass die Katastrophe auf Versäumnissen in den Vorkehrungen beruhe.


    Sprinkleranlagen gefordert

    Die Deutsche Hospiz Stiftung verlangte indes, soziale Einrichtungen innerhalb der nächsten vier Jahre verpflichtend mit selbsttätigen Sprinkleranlagen auszurüsten. Was für deutsche Flughäfen gelte, müsse erst recht für Einrichtungen der Pflege- und Behindertenfürsorge gelten, sagte der Stiftungsvorstand Eugen Brysch der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Pflegebedürftige und Behinderte hätten keine Chance, sich selbst zu retten.

    Der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) hält die Forderung der Stiftung indes für verfrüht. Er sei verwundert, wie schnell nach einem Unglück Lösungen präsentiert werden, sagte er dem Radiosender HR Info. "Wir sollten uns anschauen, was ermittelt wird, und dann daraus eventuelle Lehren ziehen, wenn sie denn zu ziehen sind." Caritas-Präsident Peter Neher sagte einen Tag nach dem Unglück, für konkrete Schlussfolgerungen sei es "wahrscheinlich noch zu früh". Dennoch seien nach solchen Katastrophe alle Einsatzpläne und Nothilfemaßnahmen zu überprüfen.


    Die evangelische Diakonie betonte, alle ihre Werkstätten unterlägen den allgemeinen Brandschutzbedingungen und würden von den Brandmeistern vor Ort geprüft. Sprinkleranlagen und Brandschutztüren seien bereits Pflicht, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des Diakonischen Werkes Württemberg, Claudia Mann. Auch sie warnte vor voreiligen Schlüssen. Die Werkstätten der Diakonie würden jetzt zunächst abwarten, welche Ergebnisse die Untersuchung ergeben.

    27.11.2012, Quelle: epd
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