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JIM-Studie

Jugendliche sind Medienprofis

  • Bild Junge Mädchen mit Tablet-Computern
  • Video Computersucht bei Jugendlichen steigt
  • BildJunge Mädchen mit Tablet-Computern
    Junge Mädchen mit Tablet-Computern / Quelle: imago
    (Quelle: imago)
    VideoComputersucht bei Jugendlichen steigt
    (22.05.2012)
    von Anatol Locker

    Seit 15 Jahren erforscht die Langzeit-Studie "JIM", wie deutsche Jugendliche mit Fernseher, Radio, Computer und Internet umgehen. Die Ergebnisse des Jahres 2012: Teenager sind Medienprofis, die auf Internet und Handy nicht mehr verzichten wollen.

    Teenager hängen den ganzen Tag vor dem Fernseher oder dem PC? Falsch: Ihre knappe Freizeit verbringen 80 Prozent am liebsten mit ihren Freunden. Das hat die JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest herausgefunden, die Freizeitverhalten und Medienkonsum der 12- bis 19-Jährigen untersucht.

    Teenager sind Smartphone-Profis - wenn sie eines besitzen

    Damit nicht genug: Drei Viertel der Teenager treiben Sport, jeder Vierte unternimmt mehrmals pro Woche etwas mit der Familie, ein Fünftel macht selbst Musik, jeder Zehnte engagiert sich für soziale Zwecke oder für die Umwelt. So weit alles Fakten, für die sich die meisten klassisch orientierten Pädagogen durchaus erwärmen können. Gleichzeitig haben sich Teenager zu Medienprofis entwickelt. 91 Prozent nutzen Internet, Fernsehen und Handy täglich oder mehrmals pro Woche. Auch Musikmedien wie MP3-Dateien (81 %), das Radio (78 %) oder CDs und Kassetten (56 %) sind fest in ihrem Alltag verankert. Computer- und Konsolenspiele interessieren rund ein Drittel aller Jugendlichen.

    Vier von fünf Teenagern besitzen einen eigenen Computer oder Laptop sowie einen MP3-Player. Dank WLAN im Haushalt können 87 Prozent vom eigenen Zimmer aus ins Internet. Tablet-PC sind begehrt, aber noch nicht relevant: Nur sieben Prozent der 12- bis 19-Jährigen besitzen so ein Gerät. Dafür sind sie Smartphone-Profis. 63 Prozent der befragten jungen Leute besaßen eines - 20 Prozent mehr als im Vorjahr. 34 Prozent hatten zusätzlich eine Internetflatrate gebucht, vor zwei Jahren waren es gerade mal 6 Prozent. Zwei Fünftel nutzen das Handy regelmäßig, um damit ins Internet zu gehen. Dabei gehören Facebook, Instant Messenger und Spiele zu den am häufigsten genutzten Apps. Im Schnitt sind 23 Apps installiert.

    JIM-Studie: Jugendliche und Medien

    Seit 15 Jahren forscht der "Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest", wie Jugendliche in Sachen Information und Medien "ticken". Die Langzeitstudie enthält neben der Mediennutzung auch Angaben zum Freizeitverhalten. Die komplette "JIM-Studie 2012" kann kostenlos unter http://www.mpfs.de heruntergeladen laden.


    Mehr surfen als sehen: Der Siegeszug des Internets

    Auch das Fernsehen ist nicht aus dem Kinderzimmer wegzudenken: 60 Prozent der Jugendlichen verfügen sogar über einen eigenes TV-Gerät. Im Schnitt läuft es täglich 111 Minuten. 2012 untersuchte die JIM-Studie erstmals die Wahrnehmung sogenannter "Scripted Reality"-Formate. Zwei Fünftel gaben an, diese Sendungen gelegentlich zu sehen. Die realitätsnahe Inszenierung macht ihnen durchaus Schwierigkeiten bei der Einordnung: 16 Prozent glauben, die Serie dokumentiere reale Ereignisse.

    Fast noch wichtiger ist für Teens jedoch das Internet, das pro Tag 131 Minuten genutzt wird. 88 Prozent geben an, auf das Internet nicht mehr verzichten zu wollen. 79 Prozent surfen mehrmals pro Woche soziale Netzwerke an, um Nachrichten zu versenden, zu chatten oder sich über seinen Freundeskreis zu informieren. Die erste Anmeldung bei einem solchen Netzwerk erfolgt durchschnittlich mit 12,7 Jahren. 81 Prozent der Kids sind auf Facebook oder SchülerVZ - andere Netzwerke spielen nur noch eine untergeordnete Rolle.

    Erfreulich: 87 Prozent schützen ihre Profildaten vor öffentlichem Zugriff. Allerdings ist die durchschnittliche Anzahl der "Freunde" auf 272 angestiegen, so dass Privatheit hier relativ zu bewerten ist. So fühlen sich Jugendliche, bezogen auf ihre persönlichen Daten, bei ihrer Community nur zu einem Zehntel sehr sicher, knapp die Hälfte zeigt hier weniger Vertrauen und fühlt sich weniger oder gar nicht sicher.

    30.11.2012
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