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Investor baut um

Aus Schlecker-Filialen werden Tante-Emma-Läden

  • Bild Schlecker-Filiale
  • Video Bilanz nach der Pleite
  • Video Aus für Schlecker
  • BildSchlecker-Filiale
    Geschlossene Schlecker-Filiale / Quelle: dpa
    (Quelle: dpa)
    VideoBilanz nach der Pleite

    Nach der Schlecker-Schließung: Wie hat sich die Situation für die ehemaligen Beschäftigten entwickelt?

    (24.09.2012)
    VideoAus für Schlecker

    Schlecker endgültig zerschlagen - mindestens 13.200 Mitarbeiter erwartet die Kündigung.

    (01.06.2012)
    Ein österreichischer Investor will bis Ende 2013 bis zu 600 ehemalige Schlecker-Filialen wiederbeleben. Moderne Tante-Emma-Läden sollen alles für das tägliche Leben bieten: Drogerieartikel, frische Brötchen - aber auch Serviceleistungen wie Bestellen per Internet oder eine Reinigung.

    Der 67-jährige Rudolf Haberleitner kündigte im Interview mit  Handelsblatt online an: "Ich gehe davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres in Deutschland bis zu 3.000 Mitarbeiter beschäftigen werden. Das ist abhängig von der Geschwindigkeit unserer Expansion", sagte Haberleitner.

    Der Wiener Finanzinvestor hatte mit seiner Investmentgesellschaft TAP 09 im August 1.350 Filialen in Österreich und einigen anderen europäischen Ländern vom Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz übernommen und zu einem Nahversorger namens "Dayli" umgebaut. Vor etwa einer Woche stieg der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic mit 50 Prozent bei "Dayli" ein. Gemeinsam wollen sie jetzt das Konzept nach Deutschland bringen.

    Zielgruppe: Junge Leute ohne Auto und Ältere

    Die Drogeriemarkt-Kette Schlecker hatte im Januar Insolvenz angemeldet und zu dem Zeitpunkt allein in Deutschland noch über 5.000 Filialen. Seit Ende Juni sind sämtliche Läden geschlossen, rund 25.000 Beschäftigte verloren ihren Arbeitsplatz. Die neuen Shops sollen in Städten ab 5.000 Einwohnern im Zentrum alles bieten, was man für das tägliche Leben braucht: Drogerieartikel, frische Brötchen - aber auch Serviceleistungen wie Bestellen per Internet oder eine Reinigung. Alles, was nicht im Laden vorrätig ist, soll laut Haberleitner über ein eigenes System dort für den nächsten Tag bestellt werden können. Zielgruppe seien neben älteren Menschen auch junge Leute ohne Auto.

    "Für mich hat das Ganze keinen kaufmännischen Aspekt, es geht mir um den humanitären Gedanken", behauptete Haberleitner gegenüber der dpa. Er wolle den Menschen den Nahversorger wiedergeben, da nach seiner Berechnung ein Drittel der Kunden keine Möglichkeit hätte, zum Einkaufszentrum auf der grünen Wiese zu fahren. Zu den Plänen sagte eine ver.di-Sprecherin: "Wir möchten das nicht bewerten. Wir freuen uns aber für jede ehemalige Schleckerfrau, die gute Arbeit findet."

    Keine Jobs versprochen

    Von Schlecker übernimmt der Investor nichts als die Standorte, die er bei den jeweiligen Hauseigentümern anmietet. 484 habe er sich bereits gesichert, bis Ende 2013 könnten es bis zu 600 werden, sagte Haberleitner. Über die Vermieter habe sich sein Plan herumgesprochen, und es hätten sich viele Ex-Schlecker-Mitarbeiterinnen bei ihm gemeldet. Versprochen habe er nichts: "Wir werden die besten Leute akquirieren, die wir kriegen können." Die neuen Läden sollen im kommenden Jahr zunächst in Südbayern, dem südlichen Baden-Württemberg, in Rheinland-Pfalz und Brandenburg entstehen.

    Der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, der das einst milliardenschwere Drogerie-Imperium im Moment abwickelt, hat mit dem Vorhaben nichts zu tun. Die Mietverträge für die Läden seien gekündigt, die ehemaligen Filialen seien leergeräumt, sagte ein Sprecher. Wie die Ladenflächen in Zukunft genutzt würden, sei allein Sache der Vermieter.

    Insolvenzverwalter Geiwitz bietet Hilfe an

    "Das Konzept, mit dem 'Dayli' am Start ist, nämlich ein echter Nahversorger zu sein, ist recht nah an dem, was auch der Sanierungsplan des Insolvenzverwalters vorsah", sagte der Sprecher. Wenn er Haberleitner irgendwie helfen könne, werde Geiwitz das gerne tun. Er könne zum Beispiel Kontakte zu den Vermietern der alten Schlecker-Läden herstellen.

    30.11.2012, Quelle: afp, dpa
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